Das steht 2020 im Appenzellerland an

Vom Jubiläums-Schwingfest bis zum Spitalneubau-Entscheid: Eine Übersicht über die wichtigsten Ereignisse im laufenden Jahr.

Jesko Calderara, Mea McGhee
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Die Arena für das Jubiläums-Schwingfest des nationalen Verbandes wird nicht ganz so gross wie jene für das Eidgenössische 2019. Am Saisonhöhepunkt der Schwinger werden in Appenzell Ende August aber mehrere tausend Besucher erwartet.

Die Arena für das Jubiläums-Schwingfest des nationalen Verbandes wird nicht ganz so gross wie jene für das Eidgenössische 2019. Am Saisonhöhepunkt der Schwinger werden in Appenzell Ende August aber mehrere tausend Besucher erwartet.

Bild: Urs Flüeler/keystone

Der Jahresanfang ist die Zeit der Ausblicke. Egal, ob überregionale Feste, wichtige politische Entscheidungen oder Jubiläen bedeutender Vereine und Institutionen: 2020 wird im Appenzellerland viel los sein. Die folgende Auswahl zeigt, was im laufenden Jahr in Politik, Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft und Sport ansteht.

Spitalneubau steht auf der Kippe

Die Spitalpolitik wird dieses Jahr in beiden Appenzeller Kantonen ein Thema bleiben. 2020 soll die überregionale Zusammenarbeit konkreter werden. Kurz vor Weihnachten gab die St.Galler Gesundheitschefin Heidi Hanselmann bekannt, dass die Kantone St.Gallen und Appenzell Innerrhoden sowie Ausserrhoden künftig eine gemeinsame Spitalliste erstellen. Im ersten Quartal wollen die Gesundheitsdirektoren eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnen.

Spannend wird es in Innerrhoden. Noch im Verlauf des Monats Januar will die Standeskommission entscheiden, ob der geplante Neubau des Spitals als ambulantes Versorgungszentrum mit Bettenteil überhaupt realisiert wird oder ob es allenfalls ein Moratorium gibt. Grund dafür sind die sinkenden Fallzahlen und das dadurch steigende Defizit beim Spital Appenzell. Zum 41-Millionen-Franken-Neubauprojekt hatte die Landsgemeinde 2018 Ja gesagt.

Totalrevision der Kantonsverfassungen

Sowohl in Appenzell Ausserrhoden wie auch in Innerrhoden steht die Totalrevision der Kantonsverfassung auf der politischen Traktandenliste. In Ausserrhoden läuft der Prozess bereits, die Verfassungskommission wird im April den Verfassungsentwurf beraten. Danach sind der Regierungsrat und der Kantonsrat am Zug.

Zudem ist eine Vernehmlassung geplant. Weniger weit mit dem Projekt Totalrevision der Kantonsverfassung ist der Nachbarkanton Innerrhoden. Dort hat der Grosse Rat letztes Jahr die Standeskommission beauftragt, ein entsprechendes Landsgemeindegeschäft für eine Grundsatzabstimmung über diese Frage auszuarbeiten.

Erste Bezirksfusion rückt näher

Das Thema Gemeindefusionen wird im Appenzellerland nach jahrelangen Diskussionen konkret. Die Innerrhoder Bezirke Schwende und Rüte wollen sich zusammenschliessen. Es wäre die erste Fusion zweier politischer Gemeinden im Appenzellerland.

Als nächstes wird der Grosse Rat den vorliegenden Zusammenschlussvertrag behandeln. Bei einem Ja entscheiden anschliessend die Bezirksgemeinden Rüte und Schwende im Mai über diese Vorlage. Das letzte Wort zur Bezirksfusion hat dann die Landsgemeinde 2021.

Wahlen in diversen Gemeinden

Bereits Anfang Jahr steht fest, dass es in einzelnen Gemeinden Wahlen geben wird. Verschiedene Gemeinderäte haben ihren Rücktritt eingereicht. Das Amtsjahr endet am 31. Mai. In Lutzenberg muss zudem als Nachfolger für Werner Meier ein neuer Gemeindepräsident gesucht werden.

Besonders prekär ist die Situation in Wald. Im Gemeinderat der Vorderländer Gemeinde gibt es bereits zwei Vakanzen. Nun tritt auch noch Helmut Westermann zurück. Besser sieht es dagegen beim Ausserrhoder Obergericht aus. Dort gibt es zwei Kandidierende für zwei freiwerdende Sitze. Ihren Rücktritt eingereicht haben Oberrichterin Daniela Sieber und Oberrichter Samuel Plachel. Neu ins höchste Ausserrhoder Gericht wollen alt Kantonsrat Erwin Ganz aus Lutzenberg und Jeanine Lanker. Sie wohnt in Speicher. Die Ergänzungswahlen ins Obergericht stehen am 9. Februar an.

Zwei Gemeinden feiern ein Jubiläum

Gleich zwei Ausserrhoder Gemeinden haben 2020 Grund zum Feiern. Schönengrund und Waldstatt feiern ihren 300.Geburtstag. Die beiden Hinterländer Gemeinden haben ein umfangreiches Festprogramm zusammengestellt. In Schönengrund und Waldstatt erstrecken sich die Feierlichkeiten über das ganze Jahr.

2020 wird noch für weitere Institutionen und Vereine ein besonderes Jahr. Stolze 350 Jahre alt werden zusammen die verschiedenen Abteilungen des TV Schwellbrunn, immerhin auf 200 Jahre blickt die Sonnengesellschaft Speicher zurück. Sie wurde 1820 gegründet und ist die älteste noch bestehende appenzellische Lesegesellschaft. Die FDP Stein wiederum gibt es seit einem Jahrhundert, immerhin halb so alt sind der FC Teufen und die Handballriege des TV Appenzell.

Industrieverein wird 75 Jahre alt

Auch in der Wirtschaft stehen im laufenden Jahr besondere Ereignisse an. So feiert der Industrieverein Appenzell Ausserrhoden, der Unternehmer-Dachverband aller industrieller Betriebe im Kanton, sein 75-jähriges Bestehen. Die Jubiläumshauptversammlung findet am 14. Mai statt.

Wichtige Meilensteine stehen auch bei einzelnen Firmen an. So kann beispielsweise die Arcolor in Waldstatt schon bald ihren Erweiterungsbau beziehen. Gefeiert wird auch in Wolfhalden. In Vorderländer Gemeinde steht am 11. September die Gewerbeausstellung «Gwerb20» auf dem Programm.

20. Striichmusigtag in Urnäsch

Am Wochenende vom 25. und 26. April steht in Urnäsch der Appenzeller Striichmusigtag bereits zum 20. Mal auf dem Programm. Zum Jubiläum sind im Programm verschiedene Überraschungen geplant. An der beliebten Veranstaltung in der Hinterländer Gemeinde steht die Appenzeller Streichmusik im Vordergrund. Zum zwanzigsten Geburtstag wird OK-Präsident Walter Alder mit den Alderbuebe ein Spektakel mit der aus Teufen stammenden Flamencotänzerin Bettina Castaño zeigen. Zudem treten in den Urnäscher Restaurants verschiedene andere Formationen und Jodlergruppen auf, unter anderem die Streichmusik Alder, die Frauestriichmusig, das Appenzeller Echo und das Echo vom Säntis.

Kantonalmusikfest in Heiden

Vom 5. bis 7. Juni wird Heiden zum Blasmusikmekka der Ostschweiz. Das Biedermeierdorf ist Austragsort des Appenzeller Kantonalmusikfests. Dieses findet nur alle fünf Jahre statt. Rund 1500 Musikantinnen und Musikanten sowie gegen die 50 Vereine aus der ganzen Schweiz werden in Heiden ihr Können zeigen. Organisiert wird dieser Grossanlass durch die Jugendmusik Heiden.

Ein OK unter der Leitung des ehemaligen Heidler Gemeindepräsidenten Norbert Näf ist seit Monaten mit den Vorbereitungen beschäftigt. Geplant ist, dass sich die teilnehmenden Vereine im Kursaal und in der evangelischen Kirche den Juroren stellen. Auf der Rosentalstrasse wiederum messen sie sich in der Parademusikkonkurrenz. Die Festmeile befindet sich unter anderem auf der Seeallee.

Wichtigstes Schwingfest in Appenzell

Grosse Ehre für Appenzell: Der Innerrhoder Hauptort setzte sich gegen namhafte Konkurrenz aus der ganzen Schweiz durch und darf nun das Jubiläums-Schwingfestes zum 125-jährigen Bestehen des Eidgenössischen Schwingverbandes beherbergen.

Der Wettkampf von nationaler Bedeutung wird traditionsgemäss nur alle 25 Jahre ausgetragen. 120 der besten Schwinger kämpften am 30. August um den Festsieg. Die Arena umfasst 15000 Sitzplätze und maximal 2000 Stehplätze. Das OK unter der Leitung von Reto Mock arbeitet seit Monaten auf Hochtouren an den Vorbereitungen.

Kantonalturnfest in Teufen

Für die Turnerinnen und Turner ist das Appenzeller Kantonalturnfest der Saisonhöhepunkt. Nach Herisau 2008 und Appenzell 2014 ist Teufen Austragungsort des alle sechs Jahre stattfindenden Anlasses. Am 13. Und 14. Juni sowie vom 19. bis 21. Juni messen sich Einzelturner und Vereine aus der ganzen Schweiz.

Insgesamt werden in Teufen rund 4000 Turnende zu Gast sein. Der Turnverein Teufen ist in Zusammenarbeit mit dem Appenzellischen Turnverband verantwortlich für die Organisation und Durchführung dieses turnerischen Grossanlasses. Das 13-köpfige Organisationskomitee steht unter der Leitung von Bruno Höhener.