Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Das sind die Teufener Gemeinderatskandidaten

Drei Kandidierende – Muriel Frei, Kathrin Dörig und Peter Renn – wollen einen der frei werdenden Sitz im Teufener Gemeinderat ergattern. In einem Portrait geben sie Einblicke in ihre Ambitionen sowie Ansichten und beantworten die Frage, warum sie sich für das Amt als geeignet erachten.
Astrid Zysset

Paukenschlag an der vergangenen öffentlichen Informationsveranstaltung der Gemeinde im November: Vier von neun Gemeinderäte haben angekündigt, an den kommenden Gesamterneuerungswahlen nicht mehr anzutreten. Aus zeitlichen Gründen. Es waren dies Markus Bänziger, Ressort Finanzen, Ursula von Burg-Hess, Schulkommission, Katja Diethelm, Ressort Betriebe, und Martin Hofstetter, Baubewilligungskommission. Die Parteien machten sich nach dieser Ankündigung umgehend daran, geeignete Nachfolgelösungen zu finden. Doch die Suche verlief harzig, das Interesse an diesem öffentlichen Amt war nicht sonderlich hoch. Immerhin: Drei Kandidierende fanden sich schliesslich: Muriel Frei, Kathrin Dörig und Peter Renn. Doch was ist mit dem vierten, vakanten Sitz? FDP-Präsident Oliver Schmid gibt auf Anfrage hin bekannt, dass für den ersten Wahlgang am 17. März keine weiteren Kandidatinnen oder Kandidaten aufgestellt werden. Ein zweiter Wahlgang findet am 28. April statt. Dann werde eine erneute Nomination erfolgen.

Muriel Frei will sich für die Anliegen der Jungen einsetzen. Bild: Astrid Zysset

Muriel Frei will sich für die Anliegen der Jungen einsetzen. Bild: Astrid Zysset

Muriel Frei, 22 Jahre, FDP

Sie will sich für die Anliegen der Jungen einsetzen. Muriel Frei fühlt sich dafür prädestiniert. Kein Wunder, ist sie doch erst 22 Jahre alt. «Ich finde es wichtig, dass sich junge Menschen in der Politik engagieren», sagt sie. Nicht ausschliesslich, um konkrete Ziele zu verfolgen. Alleine durch den politischen Diskurs würden sich für alle neue Ansichten und Perspektiven ergeben. «Und das ist wertvoll. Es können neue Lösungen aufgezeigt werden.» Doch ist man mit 22 Jahren nicht zu jung, um in den Gemeinderat einzutreten? «Nein», sagt Frei. Sie fühle sich der Aufgabe gewachsen. Bislang habe sie auch keine kritischen Rückmeldungen auf ihre Kandidatur hin erhalten. Obwohl: Die Zuschauerfrage bei der vergangenen öffentlichen Vorstellung der Gemeinderatskandidierenden im Lindensaal, ob sich Frei in der Lage sehe, Führungsaufgaben zu übernehmen, hallt bei ihr noch nach. Doch sie zeigt sich kämpferisch. Erstens könnten Führungskompetenzen nur bedingt erlernt werden, sagt sie, zweitens verfüge sie bereits über solche. Als Assistentin der Geschäftsleitung bei «Female Shift» in Zürich ist sie für das Marketing und die Planung von Events zuständig. Ein Job mit viel Verantwortung. Vier Tage in der Woche ist sie zudem an der Universität Zürich und studiert Germanistik und Erziehungswissenschaften. Das Studium erlaubt ihr eine flexible Tagesgestaltung. «Da hat es noch genügend freie Zeit, um einem politischen Amt nachzugehen», so Frei. Politisch ist sie schon länger aktiv: Als Mitglied in der FDP wie auch bei der JFAR.

Als Gemeinderätin würde Frei künftig im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Darauf freut sie sich schon. «Ich finde es spannend, aktiv am Geschehen mitzuwirken.» Sie sei voller Tatendrang und würde am liebsten sofort loslegen. Dass sie sich mit einem öffentlichen Amt auch kritischen Stimmen aussetzt, ist ihr bewusst. «Allen kann man es nie recht machen. Negative Rückmeldungen müssen hinterfragt, aber auch weggesteckt werden können.» Sie habe jedoch auch Respekt vor den Aufgaben, die das Amt einer Gemeinderätin mit sich bringt. Unabhängig davon, welches Ressort sie einst bekleiden würde. Am liebsten würde sie der Schule oder der Kinder- und Jugendkommission vorstehen. «Dort sehe ich aufgrund des Studiums meine Fachkompetenzen», so Frei. Mit Unterstützung würde sie sich allerdings auch die Finanzen zutrauen.

Teufen sei ein innovatives Dorf, findet die 22-Jährige. Hier ist sie aufgewachsen und will hier auch künftig ihren Lebensmittelpunkt haben. Wohin sie ihr politischer Weg in ferner Zukunft einmal führen wird, das weiss sie noch nicht. Beruflich strebt sie an, Gymnasiallehrerin zu werden. Ihre Stärken sieht Frei im ganzheitlichen und vernetzten Denken. Sie sei kommunikativ und suche gerne im Team nach Lösungen. Das Studium geht am Montag wieder los, den nächsten Event muss sie im kommenden April organisiert haben. Nebenbei will sie sich auf dem Laufenden halten, was politisch in Teufen und im Kanton vonstatten geht. Insgesamt: Viel zu tun für die junge Frau. Doch sie hat auch eine klare Vision vor Augen, die sie umgesetzt haben will: Teufen soll ein innovatives Dorf bleiben. Wichtig sei jedoch auch, das Traditionelle, das Besondere zu bewahren. Denn das mache das Leben im Dorf aus.

Kathrin Dörig arbeitet als Kulturbeauftragte der Stadt Wil. Bild: Astrid Zysset

Kathrin Dörig arbeitet als Kulturbeauftragte der Stadt Wil. Bild: Astrid Zysset

Kathrin Dörig, 37 Jahre, parteilos

Ein Spaziergang werde es nicht, aber Kopfzerbrechen bereitet ihr das Amt einer Gemeinderätin auch nicht. So umschreibt Kathrin Dörig die Aufgaben, denen sie sich nun stellen will. Ein Spaziergang werde es vor allem deswegen nicht, da das politische Engagement einen zeitlichen Effort darstellt. Dörig ist verheiratet, Mutter dreier Kinder, Mitglied in der Kulturkommission und arbeitet in einem 60-Prozent-Pensum als Kulturbeauftragte der Stadt Wil. «Alles eine Frage der Organisation», winkt sie ab. Sie werde alles unter einen Hut bringen. Fast alles zumindest. Ihr Amt im Vorstand des SAC Toggenburg gibt sie an der Hauptversammlung 2020 ab. Schweren Herzens. Denn das Bergsteigen ist ihr liebstes Hobby, ihr Mann Hansueli von Berufs wegen gar Bergführer.

Die Anfrage, ob sie Gemeinderätin werden wolle, habe sie sehr geehrt. «Dass man dafür in Betracht gezogen wird, ist ja nicht selbstverständlich.» Die Aufgabe selbst habe sie sofort gereizt. Trotzdem habe sie sich Bedenkzeit ausbedungen und mit verschiedenen Personen das Gespräch gesucht. So auch mit Gemeindepräsident Reto Altherr. Dörig wollte wissen, wie die Zusammenarbeit im Gremium funktioniert, welches die Erwartungen sind. «Es war ein sehr offenes und interessantes Gespräch. Und es hat in mir die Vorfreude auf das Amt geweckt.» Familie, Freunde und Bekannte ermutigten die 37-Jährige, sich der Herausforderung zu stellen. Dörig selbst meint, dass es jetzt der richtige Zeitpunkt wäre, um aktiv am Dorfgeschehen mitzuwirken. Respekt vor der Aufgabe habe sie zwar, dennoch zeigt sie sich abgeklärt: «Mittlerweile stelle ich mir das Amt als ‹machbar› vor. Es wird eine Aufgabe wie jede andere auch. Nur, dass man hier ein besonderes Gespür für die Bedürfnisse der Bevölkerung zeigen muss.» Und man müsse Kritik einstecken können. Da sie in der Stadt Wil bereits ein öffentliches Amt bekleidet, hätte sie sich damit schon auseinandersetzen müssen. «Das ist nicht einfach. Aber mein Trick: Nie die positiven Stimmen vergessen. Die negativen sind ja glücklicherweise meist nur Einzelstimmen.»

Gemeinderätin von Teufen zu werden, sei jetzt besonders spannend, so Dörig. Mit der Ortsdurchfahrt steht ein Jahrhundertbauvorhaben für die Gemeinde an. Aber auch eine schwierige Zeit für Anwohnerschaft und Gewerbe. Dörig zeigt für deren Befürchtungen Verständnis, bezieht aber eine klare Haltung. Sie spricht davon, dass der geforderte Marschhalt der falsche Ansatz sei. «Man kann die Bauarbeiten nur hinauszögern. Ändern an der Situation lässt sich jetzt nichts mehr. Da müssen wir durch.» Offen sei sie für jedes Ressort. Ihre Präferenzen liegen jedoch bei der Kultur, welches aber noch kein volles Ressort bildet. Ungern sähe sie die Verantwortung der Finanzen auf ihren Schultern lasten. Aber sie würde sich auch dieser Herausforderung stellen. Dörig umschreibt sich selbst als lösungsorientiert und kompromissbereit. Und zielstrebig. Die langsamen Prozesse in der Politik und Verwaltung widersprechen ihrem Naturell. Dem ist sich Dörig bewusst. Und sie hat bereits daran gearbeitet. «Ich musste lernen, dass sich nicht immer alles schnell umsetzen lässt. Manchmal braucht es eine Schlaufe mehr. Dafür hat man dann aber auch eine wirklich gute Lösung.»

Peter Renn ist selbstständiger Gestalter für Schrift und Typografie. Bild: Nadine Hugener

Peter Renn ist selbstständiger Gestalter für Schrift und Typografie. Bild: Nadine Hugener

Peter Renn, 64 Jahre, FDP

Er ist mit 64 Jahren der älteste der Kandidierenden. Das sieht Peter Renn als Vorteil: Er bringe viel Lebenserfahrung mit. Und: Zeit. In einem Jahr wird Renn pensioniert. Dann gibt er seine Lehrtätigkeit an der Schule für Gestaltung in St. Gallen auf. Ein bis zwei freie Tage pro Woche hätte er dann für die Ausübung eines politischen Amtes zur Verfügung. Seine Selbstständigkeit als typografischer Gestalter mit eigenem Atelier für Schrift und Typografie will er vorerst nicht aufgeben. Der Schritt ins Rentenalter fällt Renn nicht leicht. Das gibt er offen zu. Er fühle sich fit und voller Tatendrang, und noch lange nicht als Pensionär.

Doch was hat ihn dazu bewogen, für den Gemeinderat zu kandidieren? «Jetzt, wo ich Zeit habe, will ich mich in den Dienst der Gemeinde stellen.» Mit der Entscheidung habe er sich lange auseinandergesetzt. Über die Feiertage verbrachte Renn eine Woche im Engadin. Eine Woche mit «viel überlegen», wie er sagt. «Ich fragte mich, ob ich mir das tatsächlich antun will.» In Teufen gebe es viel Opposition gegen die Entscheidungen des Gemeinderates. Da brauche es ein dickes Fell, so der 64-Jährige. Renn lebte mit seiner Frau und den drei Kindern sieben Jahre in Teufen, nun wohnt seit über 20 Jahren in Niederteufen.

Über politische Erfahrung verfügt Renn kaum. In jungen Jahren war er in Gewerkschaften aktiv. Dann, mit der Gründung der eigenen Familie, sei das Politische in den Hintergrund geraten. «Für das aktuelle Geschehen hatte ich mich jedoch immer interessiert.» 1995 kandidierte er für den Teufener Gemeinderat, aber ohne Erfolg. «Ich war der überzählige Kandidat. Ich trat damals an, damit es eine Auswahl gab.» Eine Auswahl gibt es bei der jetzigen Wahl ebenfalls nicht. Renn findet das schade, hofft aber auf eine hohe Wahlbeteiligung, damit er zumindest dort die Legitimation für den Amtsantritt sieht. Auf die Wahl hin ist der Parteilose der FDP beigetreten. «Ich bin aber eher der linke Flügel der Partei. Das Soziale, die Natur liegt mir am Herzen.» Keine leeren Worte – sein eigener Garten wurde 2004 zum schönsten Naturgarten im Appenzellerland gewählt.

Auf die Frage hin, welches Ressort er gerne übernehmen würde, hält sich Renn bedeckt. Prinzipiell sei er offen für jede Aufgabe, eine Präferenz will er nicht angeben. Dies aus zweierlei Überlegungen: Einerseits will er dies im Vorfeld der Wahl nicht öffentlich bekannt geben. Andererseits erachtet er es ohnehin als wichtig, dass ein Gemeinderat in der Lage sein müsse, jedes Ressort zu übernehmen. Klingt sachlich, abgeklärt. Aber das trifft nur bedingt auf den Teufener Gemeinderatskandidaten zu. Im Gespräch wird deutlich, dass er auch Respekt vor der kommenden Aufgabe hat. Und zwar vor dem Rollenwechsel. Bisher sei er in seinem Arbeitsumfeld der Experte gewesen. Als Gemeinderat, der sich strategisch ausrichtet, wird er es dann jedoch sein, der auf den Rat von Fachleuten hören muss. «Das muss ich noch lernen: An vorderster Front zu stehen und darauf zu vertrauen, was andere mir sagten.» Aber er habe keine Berührungsängste, könne gut zuhören, analysieren und die Quintessenz aus dem Gehörten rausfiltrieren, nennt Renn seine Stärken. So gesehen bringt er alle Voraussetzungen für das Amt eines Gemeinderates mit.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.