Die Ausserrhoder Zoras sind jetzt bekannt

Mit dem Prix Zora will die Frauenzentrale aussergewöhnliche Frauen aus dem Kanton ehren. Für die erste Vergabe sind fünf Frauen nominiert, die sich auf ihrem Gebiet besonders engagiert haben.

Karin Erni
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Die auffälligen Bierdeckel animierten zahlreiche Personen zum Mitmachen bei der Suche nach aussergewöhnlichen Frauen. (Bild: Karin Erni)

Die auffälligen Bierdeckel animierten zahlreiche Personen zum Mitmachen bei der Suche nach aussergewöhnlichen Frauen. (Bild: Karin Erni)

Mit markant bedruckten Bierdeckeln suchte die Ausserrhoder Frauenzentrale Ende letzten Jahres nach aussergewöhnlichen Frauen im Kanton. Aus den 45 eingegangenen Vorschlägen hat der Vorstand fünf Frauen ausgesucht, die geehrt werden sollen. Man habe versucht, möglichst unterschiedliche Tätigkeitsgebiete, die Kantonsteile und verschiedene Altersgruppen zu berücksichtigen, so Geschäftsstellenleiterin Fabienne Duelli.

Kasia Balinska Thurnheer.

Kasia Balinska Thurnheer.

In der Kategorie Kultur hat es Kasia Balinska Thurnheer, Geschäftsleiterin des Hotel Linde in Heiden in die Auswahl geschafft. Sie engagiert sich für die vielseitigen kulturellen Anlässe in Heiden und Umgebung - als «Linde-Kasia» - aber auch als Vertreterin polnischer Kultur in der Ostschweiz. Sie stellt sich den Herausforderungen im Umgang mit Mitarbeitern und Gästen, ist Mutter zweier Erwachsener Söhne und hat sich sehr für die Rettung des historischen Hotels Linde eingesetzt.

Silvia Hablützel.

Silvia Hablützel.

In der Kategorie Gesellschaft allgemein wurde Silvia Hablützel aus Teufen gewählt. Sie ist Mitinitiantin und Gesprächsleiterin des Trauercafés. Das Lokal, das einmal monatlich in der Kulturwerkstatt an der Kasernenstrasse in Herisau geöffnet ist, steht allen Menschen aus dem Appenzeller Hinter- und Mittelland offen.

Rita Kellenberger.

Rita Kellenberger.

Rita Kellenberger war 20 Jahre Präsidentin der Landfrauen Walzenhausen. Der Verein musste mangels Mitgliedern und einer Nachfolgerin als Präsidentin stillgelegt werden. Sie präsidiert bis heute den Trachtenchor. Sechs Jahre gehörte sie ausserdem dem Gemeinderat an.

Maya Leu.

Maya Leu.

Maya Leu aus Teufen erhält den Prix Zora in der Kategorie Integration. Sie habe ein Herz für Flüchtlinge und bringe ihnen Respekt entgegen. Maya Leu organisiere Kleider für Kinder, Handwerker für den verstopften Abfluss und seit letztem Jahr auch die Deutschkurse in Teufen. 

Stefanie Luzio.

Stefanie Luzio.

Die Fünfte im Bunde, Stefanie Luzio aus Herisau, gewann in der Kategorie Familie. Die Heilpädagogin hat sich sehr stark im aus der Zukunftswerkstatt hervorgegangenen Verein Spielinsel engagiert. Das Konzept des Generationenplatzes Kreckel ist unter anderem durch ihre innovativen Ideen entstanden. In unzähligen ehrenamtlichen Stunden hat sich die zweifache Mutter für den Spielplatz eingesetzt.

Die Kandidatinnensuche war mit eher ungewöhnlichen Mitteln erfolgt. Man konnte seine Favoritin per Whatsapp, SMS oder E-Mail bei der Frauenzentrale anmelden. «Die Idee hinter dem ungewöhnlichen Werbemittel war, vermehrt Personen ausserhalb unseres gewohnten Umfeldes anzusprechen», sagt Fabienne Duelli. Dies sei indes nur bedingt gelungen.

«Wir hätten uns eindeutig mehr Vorschläge von Seiten der Männer erhofft.»

Dennoch sei man insgesamt zufrieden mit dem Rücklauf.

Frauenzentrale spürt Aufwind für Frauen

Anlässlich des Internationalen Frauentags findet am 8. März auf der Waldegg in Teufen eine spezielle Feier statt. In einem moderierten Austausch werden die Preisträgerinnen und ihre Tätigkeiten vorgestellt. Der Anlass ist gut gebucht, nur noch wenige Plätze sind verfügbar.

Die Reaktion der Leute auf die Lancierung des Prix Zora sei ausgesprochen positiv gewesen, sagt Fabienne Duelli. Generell sei eine Aufbruchstimmung im Kanton zu verspüren. «Mehr Frauen wollen mitreden und mitgestalten.» So seien unter den Kandidierenden für die anstehenden Gesamterneuerungswahlen ein Drittel mehr Frauen zu finden als vor vier Jahren.

Hinweis: Wer am 8. März anlässlich des Frauentags beim Abendessen auf der Waldegg dabei sein möchte, sollte sich bis 4. März anmelden. Die Verleihung des Prix Zora erfolgt nach 20.30 Uhr. Sie kann kostenlos besucht werden und ist auch spontan möglich. Anmeldung via Formular auf der Website www.frauenzentrale-ar.ch