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Herisau: Das Begegnungszentrum «Selewie» gibt’s nicht mehr

Der Verein Selewie hat sich aufgelöst. Fortan übernimmt die Gemeinde die mobile Sozialarbeit. Mit zentraleren Räumen im Dorf sollen die Angebote künftig mehr Personen zur Verfügung stehen.
Alessia Pagani
Im Beisein von Sabrina Jaggi übergab Vereinspräsident Tobias Rüesch einen Check an Gemeinderätin Sandra Nater. (Bild: PAG)

Im Beisein von Sabrina Jaggi übergab Vereinspräsident Tobias Rüesch einen Check an Gemeinderätin Sandra Nater. (Bild: PAG)

Grosse Letter in Blau und Rot wiesen bis vor kurzem auf den Begegnungsort an der Alpsteinstrasse hin. Der dort ansässige Verein Selewie hatte sich seit seiner Gründung vor acht Jahren die mobile Sozialarbeit auf die Fahne geschrieben und setzte sich für die Integration und das Zusammenleben in Herisau ein. Während zu Beginn vor allem Einzelkontakte auf der Strasse oder bei Betroffenen zu Hause im Zentrum standen, fanden sich zum Schluss durchschnittlich 30 Personen täglich in den Räumen im Wilen-Quartier ein. Das «Selewie» bot Erstberatungen und Deutschkurse, beantwortete Fragen bei Unklarheiten, half bei administrativen Belangen und Bewerbungsschreiben oder war einfach Ort des Zusammenseins – für Gespräche, für gemeinsames Kochen und Essen. Die Gemeinde unterstützte die Arbeit des Vereins im Rahmen einer Leistungsvereinbarung mit 100000 Franken pro Jahr. Hinzu kamen Mitgliederbeiträge und Spenden von Stiftungen.

«Veränderungen bringen Chancen»

Nun ist der Schriftzug am Fenster verschwunden, der Verein ist Geschichte. Mit der offiziellen Auflösung am Dienstag ging die mobile Sozialarbeit an die Gemeinde über. Konkret wird diese künftig im Ressort Soziales dem Bereich Jugendsekretariat und Sozialberatung zugeordnet. Eine für alle Beteiligten gute Lösung, wie sich an der Generalversammlung zeigte: «Es ist keine Vereinsauflösung mit traurigem Ende, sondern eine mit freudigem Neubeginn», sagte Tobias Rüesch, Präsident des Vereins. Er übergab Gemeinderätin und Vorsteherin des Ressorts Soziales, Sandra Nater, einen Check über 52000 Franken. Diese verwies auf die «wahnsinnige» Vorarbeit, welche der Verein geleistet habe und sagte: «Die Gemeinde kann und muss diese Aufgaben übernehmen.» Zwar seien Veränderungen nie schön. «Aber sie bringen auch Chancen», so Sandra Nater weiter.

Neue Räume an der Bahnhofstrasse

Ab 22. März findet sich das Gemeinschaftszentrum der mobilen Sozialhilfe neu im «Haus Gregorin» an der Bahnhofstrasse 20. «Damit haben wir unser Ziel, zentrumsnaher zu werden, erreicht», sagt Nater. Die gemeindeeigene Liegenschaft bezeichnet sie als «optimal». So biete diese genügend Platz, verfüge über einen schönen Aussenbereich und entspreche den Wünschen der Beteiligten. Die Leiterin des «Selewie», Sozialarbeiterin Sabrina Jaggi, ist mittlerweile bei der Gemeinde angestellt und bleibt Ansprechperson. Unterstützt wird sie von Lara Robe. Die beiden arbeiten in einem 70- beziehungsweise 60-Prozent-Pensum. Für Jaggi, die seit Beginn im Jahr 2010 die Leitung innehatte, ist der Wechsel nicht ganz einfach. So mache es sie beispielsweise traurig, dass der Name Selewie verschwinden wird. Die Sozialarbeiterin weist aber auch auf «Verbesserungen» hin. Neu würden sie das ganze Jahr hindurch und nicht nur in gewissen Monaten am Bahnhof präsent sein und versuchen, mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen.

Begonnen hat alles 2007 mit der Gründung der IG Wilen – einer Bürgerinitiative – mit dem Ziel, die Gemeinschaft zu fördern und das Zusammenleben zu verbessern. Tobias Rüesch, der seit Beginn den Verein begleitet, spricht von damaligen Schmierereien, von Littering, die es damals gab. Mittlerweile sei Ruhe im Wilen-Quartier eingekehrt. «Was die Lebensqualität steigert.» Die mobile Sozialhilfe sei nun eingemittet in alle möglichen Anspruchsgruppen.

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