Das Randgebiet hat eine Stimme

Die Steuergruppe der IG Necker hat Interessierte am Freitagabend eingeladen, die Vernehmlassung zum Bericht zur Gemeindevereinigung Bütschwil-Ganterschwil, Lütisburg, Oberhelfenschwil mitzugestalten. Es wurde kritisch hinterfragt.

Cecilia Hess-Lombriser
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Die Gedanken der Steuergruppe zum Bericht zur Gemeindevereinigung werden von den Anwesenden eingehend studiert. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Die Gedanken der Steuergruppe zum Bericht zur Gemeindevereinigung werden von den Anwesenden eingehend studiert. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

NECKER. Am 27. Mai ist die IG Necker gegründet worden. Aktuell geht es um die politische Zukunft und die Zugehörigkeit des Teils von Necker, der zur Gemeinde Oberhelfenschwil gehört. «Wir sind Teil des Neckertals und Namensgeber für den Fluss und das Tal. Sogar für die Politische Gemeinde Neckertal», hatte die IG anlässlich der Gründung gesagt. Die Sorge ist, dass dieser Teil von Oberhelfenschwil bei einer Gemeindevereinigung von Bütschwil-Ganterschwil, Lütisburg und Oberhelfenschwil zum Thurtal geschlagen wird. Am Freitagabend beteiligten sich rund 30 Personen an der Formulierung der Vernehmlassung zum Bericht über die Fusion. Die Steuergruppe hatte bereits Vorarbeit geleistet.

Vernehmlassung erarbeitet

Am 27. November dieses Jahres stimmen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der genannten Gemeinden darüber ab, ob sie den Gemeinderat mit der Einleitung des Vereinigungsverfahrens mit den genannten Politischen Gemeinden beauftragen wollen. Bei der Abstimmung wird nicht über die definitive Vereinigung beschlossen. Im September wird es in allen Gemeinden je eine Informationsveranstaltung geben. Als IG hat sich der Ortsteil Necker der Gemeinde Oberhelfenschwil eine Stimme gegeben und ermöglicht Diskussionen. Die Steuergruppe hat sich seit der Gründung zweimal getroffen und sich mit dem Bericht zur Vereinigung auseinandergesetzt, Fragen, kritische Anmerkungen, Wünsche, Erwartungen und Feststellungen notiert, Präzisierungen, Korrektheit, Objektivität, Ganzheitlichkeit, Vollständigkeit und die Definition der Einheitsgemeinde gefordert. Diese schriftliche Arbeit hat sie am Freitag den Besuchern der Versammlung vorgelegt, und diese konnten ihrerseits weitere Anregungen oder Formulierungen beitragen. An den Tischen wurde rege diskutiert, und schliesslich wurden Vorschläge unterbreitet. Die Steuergruppe wird nun die Ergänzungen aufnehmen und sich bis 15. Juli zum Bericht im Namen der IG Necker vernehmen lassen.

Sorge um Schule

Die Anwesenden attestierten der Steuergruppe eine gründliche Vorarbeit. Ihr gehören Hansruedi Bachmann, Martin Karrer, Chrigel Gunsch, Werner Fust und Felix Tschumper an. Die Steuergruppe wollte im Vorfeld zudem wissen, in welchem Stadium der Fusionsverhandlungen entschieden werde, wer für die Beschulung der Oberhelfenschwiler Kinder zuständig sei, wer den Entscheid fällen könne und wie der rechtlich korrekte Ablauf in bezug auf diese Entscheidungsfindung praktisch und zeitlich aussehe und wann diese Frage gelöst werde. Bruno Schaible, Projektleiter beim Amt für Gemeinden des Kantons St. Gallen, beantwortete die Fragen schriftlich: «Solange die Schulgemeinde Necker besteht, ist sie zuständig für die Beschulung der Kinder aus ihrem Gebiet. Die Vereinigungsverhandlungen an sich haben keinerlei Einfluss auf diesen Zustand.» Für Beschlüsse über Änderungen sei immer die Bürgerschaft zuständig. Er machte auch auf die Möglichkeit von Beschulungsverträgen aufmerksam. Wie an der Versammlung spürbar wurde, ist der Bereich Schule ein heikler Punkt. Die Schule Neckertal müsse auf jeden Fall erhalten werden, wurde gefordert; die Folgen wären sonst fatal.

Fragen an Gemeinderat

Kurz nach der Gründung der IG Necker hatte die Steuergruppe dem Gemeinderat Oberhelfenschwil 14 Fragen gesandt. Es ging dabei um die möglichen Vorteile einer Fusion mit Bütschwil-Ganterschwil und Lütisburg oder mit der Gemeinde Neckertal, um Ideen, damit das Neckertal nicht eine Randregion bleibe, um die Frage, warum die Grenzbereinigung kein Thema sei, und weitere mehr. Die Antworten wurden am Freitag den Anwesenden auf der Leinwand präsentiert. Der Gemeinderat verweist einerseits auf den vorliegenden Bericht, andererseits auf den Prozess nach der Grundsatzabstimmung. Spezifisch: «Eine Gewichtung der Vorteile gegenüber einer Fusion mit Neckertal hat bis anhin nicht stattgefunden», schreibt er. Bei der Umfrage zur Zukunft von Oberhelfenschwil habe sich ein grösserer Anteil der Bevölkerung für eine nähere Abklärung mit Bütschwil-Ganterschwil ausgesprochen. «In diesem Prozess wird kein Vergleich gegenüber einer Fusion mit Neckertal erfolgen.» Die Bedenken zur Randregion Necker können nicht im Zusammenhang mit einer Fusion gelöst werden, sie sei unabhängig davon aufzugreifen, meint der Gemeinderat weiter.