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Das Rätsel ist entschlüsselt

Speerspitz
Timon Kobelt

In meinem persönlichen Umfeld bin ich durchaus bekannt dafür, regelmässig Dinge liegen zu lassen. Am häufigsten passiert es mir mit den «Knirpsen», den kleinen Regenschirmen. Wie oft hab ich die Dinger schon im Zug liegen lassen und stand danach ganz schön im Regen. Oder dann meine Sporthosen: Bereits zweimal habe ich in diesem Kalenderjahr vergessen, sie zum wöchentlichen Hallenfussball mitzubringen. Zum Glück war die Fundgrube jeweils prall gefüllt mit Ersatzkleidung.

Nun ja, bei banaleren Dingen wie einem Schirm oder einer Sporthose mag es nicht allzu schlimm sein. Wenn jedoch ein Schlüssel der Redaktion nicht mehr auftaucht, dann ist Feuer im Dach. Da sitze ich letztens nichts Böses ahnend im Pausenraum und höre, wie unsere Sekretärin Theres Bachmann mit der Redaktorin Anina Rütsche spricht. «Stell dir vor, mir fehlt seit geraumer Zeit ein Schlüssel für die Redaktion», sagt die Sekretärin bedrückt. «Ach was», antwortet die Redaktorin. «Vielleicht hat ihn ja mal ein Praktikant nicht mehr zurückgegeben.» Und plötzlich überkommt mich ein mulmiges Gefühl: Ich bin bereits zweimal als Praktikant beim «Toggenburger Tagblatt» engagiert gewesen. Die Unsicherheit, ob ich meinen letzten Schlüssel überhaupt zurückgegeben habe, nagt in mir. «Du Theres», sage ich kleinlaut, «es ist gut möglich, dass ich den Schlüssel irgendwo zu Hause habe.» Sie entgegnete, ich solle doch mal nachschauen.

Na toll. Wie soll ein Typ, der gefühlt alle zwei Wochen einen Schirm verliert, den Schlüssel in seinem Durcheinander zu Hause finden? Doch Überraschung: Nach nur kurzer Suche entdecke ich ihn in einem Kistchen, in dem ich Dinge wie Euromünzen und Noten aufbewahre. Warum hab ich ihn wohl dort reingelegt und dann vergessen?

Die gängigste Theorie in der Redaktion am nächsten Morgen war: «Der wollte nur Zugang haben, falls er in Wattwil bei einem Fest mal einen Rausch hat.» Ich jedoch glaube, dass ich innerlich wusste, wieder einmal beim «Toggenburger Tagblatt» arbeiten zu wollen. Dies ist für mich die sinnvollste Entschlüsselung des Rätsels. Und auch die, mit der ich am besten wegkomme.

Timon Kobelt

timon.kobelt@toggenburgmedien.ch

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