Das Problem war nicht das Zeitmanagement

Leserbrief

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Bezugnehmend auf den Artikel in der «Appenzeller Zeitung» vom vergangenen 3. November «Exodus im Gemeinderat» möchten die zurücktretenden Gemeinderäte von Wald gerne wie folgt Stellung nehmen:

Der Grund, weshalb fünf Rücktritte aus dem Gemeinderat eingereicht wurden, liegt, entgegen der Erklärung von Edith Beeler, nicht in fehlendem Zeitmanagement. Für keinen der zurücktretenden Gemeinderäte wäre die zeitliche Belastung, welche dieses Amt mit sich bringt, ein Grund gewesen, das Amt niederzulegen. Die zurücktretenden Gemeinderäte sind nach wie vor der Ansicht, dass der Gemeindepräsidentin die Kompetenz fehlt, eine Gemeinde zu führen. Bezüglich der Fähigkeiten und der Aufgaben, welche eine Gemeindepräsidentin wahrzunehmen hat, gehen die Meinungen zwischen der Gemeindepräsidentin und den zurücktretenden Gemeinderäten weit auseinander. Auch die Durchführung einer Supervision hat leider nicht gefruchtet, weil es Edith Beeler nach Meinung der demissionierenden Gemeinde­räte an Einsicht und am Willen fehlt, Probleme anzugehen und aufzuarbeiten.

Da die Gemeindepräsidentin nicht bereit war, ihrerseits Einsicht zu zeigen, sahen die zurücktretenden Gemeinderäte keine andere Möglichkeit zur konstruktiven und notwendigen Veränderung im Gemeinderat und für die Gemeinde Wald, als ihren Rücktritt zu geben und damit Erneuerungswahlen einzuleiten. Die zurücktretenden Gemeinderäte haben in diesen Erneuerungswahlen die einzig übrig gebliebene Chance für Wald gesehen, da alle anderen ungenutzt blieben. In den Augen der Zurücktretenden hätte es bessere Lösungen gegeben. Wenn nun Know-how verloren geht, ist es sicher ein Verlust für Wald, aber es gibt wenigstens einen Weg in die Zukunft. Ob dieser mit Edith Beeler als Gemeindepräsidentin der beste Weg für Wald ist, wird bezweifelt. Die Zukunft wird es zeigen.

Die zurücktretenden Gemeinderäte:

Marlis Bänziger, Simone Brunetta, Martin Roth, Sonja Blatter und Eugen Koller