Das neue Kompetenzzentrum

Am Wochenende ist das Wohn- und Pflegezentrum Au eröffnet worden. Der 15-Millionen-Bau lässt keine Wünsche offen, wenn es um Wohnen und Betreuung im Alter geht. Stufengerecht findet hier jeder ältere Mensch, was er braucht.

Monika Egli
Merken
Drucken
Teilen
Am Tag der offenen Tür am Samstag kamen schon am Morgen zahlreiche Besucher. Die meisten testeten schon einmal die Leistungen der Cafeteria. (Bild: eg)

Am Tag der offenen Tür am Samstag kamen schon am Morgen zahlreiche Besucher. Die meisten testeten schon einmal die Leistungen der Cafeteria. (Bild: eg)

URNÄSCH. «Die <Hardware> ist zu 95 Prozent bereit», sagte Stiftungsratspräsident Stefan Frischknecht am Freitagabend den geladenen Gästen. Mit anderen Worten: Der Wohn- und Pflegeteil des neuen Zentrums Au in Urnäsch ist bezugsbereit, die Wohnungen hingegen konnten nicht ganz fristgerecht fertiggestellt werden; hier wird es Januar, bis die ersten Mieter einziehen können.

Spielverderber Wetter

«Ja, es war gegen Ende noch eine Zitterpartie», erklärte Stefan Frischknecht während des Tags der offenen Tür am Samstag. «Es kam der Zeitpunkt, da wir uns entscheiden mussten, die Fertigstellung der neun Wohnungen um einen Monat zu verschieben.» Als Spielverderber hatte sich das Wetter erwiesen: Die neuen Gebäude wurden auf dem Schwemmland der Urnäsch erstellt. In der regenreichen Anfangszeit des Baus drohten sie zeitweise im Morast zu versinken; eine Verzögerung von gut vier Monaten war die Folge. In diesem Sommer dann konnte der Bau nicht austrocknen. «Wir mussten während Wochen unzählige Trocknungsöfen aufstellen. Die Stromrechnung ist ein Graus», so Frischknecht.

Durchdachter Bau

Tempi passati: Was am Wochenende präsentiert werden konnte, erfreute nicht nur die Bauherrin, die «Urnäscher Stiftung für das Leben im Alter», sondern ebenso die geladenen Gäste und die überaus zahlreichen Besucherinnen und Besucher am Samstag während des Tags der offenen Tür. Wo man hinhörte, war jedermann des Lobes voll. Der Wohn- und Pflegebereich ist ein grosszügiger, durchdachter Gebäudekomplex geworden. Er umfasst 32 Zimmer, einige davon abgeteilt als Dementenstation. In jedem Raum ist ein grosszügiger Wandschrank eingebaut und steht ein komfortables Bett; die weitere Möblierung kann jeder Bewohner selber mitbringen. Selbstverständlich gehört auch ein grosszügiges Badezimmer mit Dusche und Dusch-WC dazu. Dass man durchdacht gebaut hat, zeigt als Beispiel der überall installierte Radiator, obwohl man im Minergiehaus Bodenheizung erwartet hätte. Aber, erklärte Kantonsbaumeister und Baukommissionsmitglied Otto Hugentobler auf dem Rundgang, ältere Personen seien an Radiatoren gewöhnt, zudem vermittle ein warmer Radiator viel schneller das Gefühl von Wärme als es eine Bodenheizung tue.

Eigene Spitex

Ursprünglich vorgesehen war, dass sich die örtliche Spitex ebenfalls hier einmietet. Nach deren Kantonalisierung ist sie zwar zuständig für die Gemeinde. Für den Komplex mit den neun Wohnungen wie auch für die 51 Wohnungen der Genossenschaft Alterssiedlung gleich nebenan werde man jedoch mit eigenem Pflegepersonal selber Spitexdienste anbieten, wie Stefan Frischknecht erklärte. Im ursprünglich für die Spitex vorgesehenen Raum wird in einem Teil ein Physiotherapeut einziehen, im anderen Teil werden speziell für ältere Menschen konzipierte Fitnessgeräte aufgestellt. Zum Gebäudekomplex gehört auch eine Tiefgarage. Diese ist mit dem ersten der drei Alterssiedlungshäuser verbunden, so dass jene Bewohner trockenen Fusses zum Beispiel zum Essen ins Pflegezentrum gelangen können. Sie wie auch die künftigen Bewohner der neun Wohnungen können alle jene Leistungen einkaufen, die ihnen passen.

Vorzeigeobjekt

Es zeichne sich ab, sagte Stefan Frischknecht, dass dank rigoroser Kostenkontrolle das Budget von 15,7 Millionen Franken eingehalten werden könne. Absicht war es, ein «Kompetenzzentrum für Wohnen und Betreuung im Alter» zu errichten – dies ist offensichtlich gelungen. Man habe hier, sagte Otto Hugentobler auf dem Rundgang, ein eigentliches Vorzeigeobjekt erstellt.

Stefan Frischknecht Präsident «Urnäscher Stiftung für das Leben im Alter» (Bild: eg)

Stefan Frischknecht Präsident «Urnäscher Stiftung für das Leben im Alter» (Bild: eg)