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Das Museum lebt wieder

Nach einer vierjährigen Zeit der Wandlung steht das Heimatmuseum Ackerhus nun wieder für Gäste offen. Das Heimatmuseum hat an Ordnung und Modernität dazugewonnen. Genaues Hinschauen und Hinhören lohnen sich.
Olivia Hug
Zum Schauen, Hören und Spüren spricht das Museum alle Generationen an. (Bilder: Olivia Hug)

Zum Schauen, Hören und Spüren spricht das Museum alle Generationen an. (Bilder: Olivia Hug)

EBNAT-KAPPEL. Das Ackerhus zu betreten fühlt sich an, wie bei einem herzlichen Gastgeber eingeladen zu sein. Das Foyer strahlt Behaglichkeit aus. Viel Holz umgibt den Gast, farbig bemalte Türen stechen ins Auge, dazu der grüne Kachelofen. Geradeaus folgt der Blick dem Flur, wo an der Wand eine prächtige Hausorgel steht. Nach links betritt man die gemütliche Stube, eine hölzerne Treppe führt nach oben. Bei jedem Schritt knarren die Dielen. Die Räume sind überraschend hoch. Alles wirkt aufgeräumt und sortiert. Nichts ist zugestellt, von muffigem Geruch fehlt jede Spur. Das Ackerhus ist unabhängig von seiner Funktion, ein Museum zu beherbergen, ein Ausstellungsobjekt selbst. Und es lebt: An diesem Samstag erst recht.

Museum für Generationen

Viele Besucherinnen und Besucher haben die Gelegenheit des Tags der offenen Türe genutzt, um das Haus zu besichtigen. Das Heimatmuseum wurde nach vierjähriger Projekt- und Renovierungsarbeit wieder eröffnet. Viele Familien mit Kindern erkunden die Zimmer, viele ältere Personen, für die Albert Edelmann nicht nur ein geschichtlicher Name ist, sehen sich staunend um. Viele, die noch in Erinnerung haben, wie es einst im Ackerhus ausgesehen hatte, sind positiv überrascht. Martin Baumann, Präsident der Albert-Edelmann-Stiftung, schüttelt an diesem Tag viele Hände, nimmt Komplimente entgegen. Das Projekt Ackerhus habe viel Idealismus gebraucht, sagt er, «und den Glauben daran, dass es gut kommen wird».

Hören, sehen, tasten

Den Initiantinnen und Initianten hinter dem Projekt ist es gelungen, ein modernes, übersichtliches, überraschendes Museum zu gestalten. Das Design der Infotafeln und Banner – die auch in Englisch geführt sind – ist schlicht, aber passend. Ein Touchscreen und QR-Codes bringen einen Hauch 21. Jahrhundert ins altehrwürdige Gebäude aus dem 18. Jahrhundert. Das Museum ist sogar multisensorisch: Akustische, haptische und visuelle Sinneseindrücke verschmelzen beim Anhören eines auf einer Halszither gespielten Lieds, beim Berühren der Tasten einer stattlichen Toggenburger Hausorgel und beim Erhaschen eines Blickes durch ein Guckloch auf alte Fotografien. Es gibt keine Absperrbänder, keine Plaketten, die das Nichtberühren der Gegenstände fordern.

Jedes Zimmer im Ackerhus ist einem Thema zugeordnet. Die Stube, einst der einzige beheizte Raum, ist weitgehend unverändert. An den Schiefertischen können sich Brautpaare heute das Jawort geben, danach geniessen sie im Biedermeier-Zimmer, wo sich alles um Liebe und Hochzeit dreht, einen Apéro. Natürlich wird der Bauernmalerei und massiven Holzmöbeln grosszügig Platz zugesprochen, so wie auch die Halszithern und Hausorgeln zur Geltung kommen. Neben Kulturgeschichte findet sich die darstellende Kunst auf Bildern und Gemälden etwa von Anna-Barbara Giezendanner und Felix Brander wieder. Die Stuben-Nebenkammer ist allein der einstigen Künstlerkommune im Bergschulhaus Dicken gewidmet, als die Maler Karl Hofer und Hans Brühlmann mit ihren Frauen vor fast 100 Jahren bei Albert Edelmann zu Besuch waren. Eine Führung empfiehlt sich, wenn man noch mehr erfahren und entdecken möchte.

Vorbild für andere Museen

Kuratorin Bettina Giersberg wirkt zufrieden. «Wir haben es geschafft, von der alten Form eines Heimatmuseums wegzukommen.» Bei der Wahl der Exponate habe man sich darauf beschränkt, lebendige Tradition und das, was die Gäste interessieren könnte, zu zeigen. «An Multimedia-Präsentationen erinnert sich nach einem Museumsbesuch niemand. Was sich die Leute merken, sind Objekte.» Vom Konzept der Kuratorin haben sich am Eröffnungstag auch Zuständige anderer Heimatmuseen der Region überzeugt.

Fortan ist das Ackerhus jeweils am Wochenende geöffnet. Jährlich wird eine Sonderausstellung im neuen Untergeschoss des Saals organisiert. Zum ersten Mal im nächsten Jahr, wenn sich das Ackerhus an einer Textil-Sonderausstellung beteiligt.

Senntum darf nicht fehlen. (Bild: Olivia Hug)

Senntum darf nicht fehlen. (Bild: Olivia Hug)

Albert Edelmann war auch Künstler. (Bild: Olivia Hug)

Albert Edelmann war auch Künstler. (Bild: Olivia Hug)

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