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Das modernste Kraftwerk im Kanton

LICHTENSTEIG. Seit bald einem Jahr produziert es bereits Strom, am Wochenende wurde das Kraftwerk Stadtbrücke bei der Fein-Elast Grabher AG schliesslich offiziell eingeweiht. Es ist das erste Wasserkraftwerk im Kanton, an dem auch die Fische richtig Freude haben.
Olivia Hug
Mario Conrad (links) und Herbert Bettray haben gut lachen: Das neue Kleinwasserkraftwerk ist das modernste im Kanton St. Gallen. (Bild: Hansruedi Kugler)

Mario Conrad (links) und Herbert Bettray haben gut lachen: Das neue Kleinwasserkraftwerk ist das modernste im Kanton St. Gallen. (Bild: Hansruedi Kugler)

Als die Fein-Elast Grabher AG 1992 die Produktionsstätten der alten Zwirnerei übernommen hatte, landeten bereits die Pläne zum Neubau des Wasserkraftwerkes auf Herbert Bettrays Tisch. Viele Jahre sollte dieses Projekt den Geschäftsführer der Schweizer Niederlassungen des Textilunternehmens begleiten. Allein in die Planung des eigentlichen Bauprojektes hat er zehn Jahre gesteckt. Und nun, da das Kleinwasserkraftwerk an der Thur seit November vergangenen Jahres am Netz ist, erfüllt es ihn mit Stolz. Die offizielle Einweihung des Kraftwerks Stadtbrücke vom vergangenen Samstag war erst recht ein emotionaler Event für Bettray. «Da waren über 80 Leute mit über 80 Interessen und alle waren zufrieden und einer Meinung», sagt er. Zur Einweihung des Kraftwerkes waren unter anderem Vertreter der Gemeinden Wattwil und Lichtensteig, des Fischereiverbandes, der Denkmalpflege sowie der beteiligten Bauunternehmen erschienen. Es war offizieller Abschluss des Projektes, dessen Baustart vor über zwei Jahren am 1. Juni 2012 war.

Innovationen im Städtli

Bettrays Augen leuchten, wenn er von dem Pionierwerk spricht, das er mit dem Kleinwasserkraftwerk abschliessen konnte. Als erstes seiner Art im Kanton (siehe Zweittext) kann es als Referenz für künftige Projekte gelten. Zur Eröffnungsfeier hat er gleich die ganze Bevölkerung an einen Tag der offenen Türe eingeladen. Doch was hat diese davon, wenn der produzierte Strom «nur» den Eigenbedarf der Fein-Elast decken würde und keine weiteren Haushalte versorgt? «Dieses Kraftwerk, dieses Unternehmen ist Teil der historischen Textilindustrie und damit der Geschichte des Städtli», sagt Bettray. In ihrer eigenen Geschichte habe das Unternehmen schon öfter für Innovationen gesorgt und das sei heute nicht anders.

Interessen unter einem Hut

«Die Einführung der elektrischen Beleuchtung in der alten Zwirnerei war damals um 1884 auch eine Neuheit im Kanton.»

Mit dem Neubau hat die Fein-Elast gleich vier Ziele auf einen Schlag verfolgt: die Minimierung des Betriebsaufwandes, die einwandfreie Erschliessung des Areals, die Gewährleistung der Hochwassersicherheit sowie die optimale Nutzung des Wassers. Letztere sei sicher ein wichtiger Faktor, sagt Mario Conrad, Bau- und Projektleiter der ausführenden Hydro-Solar Engineering AG. Das Unternehmen mit Sitz in Thusis ist spezialisiert auf den Bau von Kleinwasserkraftwerken. Unter anderem leitete es den Bau des Kraftwerks Trempel. Gleichzeitig zur Produktion gelte es aber, alle Interessen betreffend Betrieb oder Natur- und Umweltschutz unter einen Hut zu bringen. Das Kleinwasserkraftwerk würde im Fall eines gewaltigen Hochwassers also immer noch über etwas Reserve verfügen, ehe es dem Wasser zum Opfer falle.

Diese Sicherheit hatte man während der Bauarbeiten noch nicht: Exakt ein Jahr nach Spatenstich stand die Baustelle nach den Unwettern unter Wasser. «Vorbereitet war man auf ein 30jähriges Hochwasser», sagt Conrad. Bei besagtem handelte es sich dann um ein 50jähriges. Nebst den langwierigen Aufräumarbeiten auf der Baustelle entstand auch ein Schaden von rund 100 000 Franken. Herbert Bettray wird heute sagen, dass «die Natur nicht immer nur Freund war, man aber dank des Zusammenwirkens aller» so weit hatte kommen können. Würde er ein solches Projekt nochmals realisieren? «Hätte ich damals gewusst, welches Ausmass an Details und Entscheidungen auf uns zukommen würde, wüsste ich nicht, ob ich es gemacht hätte.»

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