Das Mittelalter zum Leben erweckt

Wenn heimische Handwerker in alten Kleidern ihre Künste zeigen, Gaukler ihre Spässe treiben und Herolde begleitet von Trompetern durch die Gassen ziehen, dann ist das Mittelalterspektakel in Appenzell in vollem Gang.

Roger Fuchs
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In Appenzell wird man heute Samstag in frühere Zeiten zurückversetzt. Bild: Roger Fuchs

In Appenzell wird man heute Samstag in frühere Zeiten zurückversetzt. Bild: Roger Fuchs

Es gleicht einem überdimensionierten Rollenspiel, wenn mitten in Appenzell das mittelalterliche Marktleben inszeniert wird. Doch die Liebe zum Detail lässt alles so authentisch wie möglich erscheinen. Und so werden auch keine Verstärker eingesetzt, wenn Musik spielt oder Herolde von der Schriftrolle den Text vortragen. Mühle wird ohne Spielsteine gespielt, sondern auf dem Boden mit Steinen und Ästen. Um die vierzig Stände gab es bei der diesjährigen Austragung des Mittelalterspektakels in Appenzell. Dabei zeigte sich: Das alte Handwerk lebt. Ob Steinmetz, Tischler, Fellnäher, Drechsler, Schuster oder Korbmacher - wer auch immer beim Spektakel eine Handwerkskunst präsentiert, ist sich deren soweit sicher, dass er sie professionell vorführen kann.

Ebenso fehlte es nicht an Gauklern, die für Unterhaltung sorgten; statt beispielsweise wie heute mit Jonglierbällen wurde aber stattdessen mit Äpfeln jongliert. In den Festwirtschaften rund um das Spektakel wurden diverse Köstlichkeiten wie Grill-Haxen und Bauernwurst mit Bergkräutern vom Holzkohlengrill, gegrillte Hennen und Fisch, Innereien, Armensuppe und Süssspeisen angeboten. Auf dem Schmäuslemarkt wurde Frischbier nach alter Sitte gebraut.