Das Mass der Einwanderung

Teufen vor Grundsatzentscheid Ausgabe vom 23. Januar 2014 Tangos für die Trogenerbahn? Ausgabe vom 25. Januar 2014

Emil Mock-Inauen, Hargarten, 9063 Stein
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Das Schweizer Volk kann laut Verfassung über diese Frage am 9. Februar abstimmen. Sind 25 Prozent Ausländeranteil, zurzeit rund 80 000 neue Einwanderer pro Jahr, masslos und deshalb schädlich – Ja oder Nein?

Die Schweiz ist das am dichtesten besiedelte Land Europas mit dem mehr als doppelten Ausländeranteil pro Kopf der Bevölkerung im Vergleich zum EU-Durchschnitt.

Die 80 000 Einwanderer jedes Jahr brauchen Wohnungen. Die Baubranche verlangt Arbeitskräfte, um sie zu erstellen. Sind sie erstellt, würden sie arbeitslos, wenn nicht wieder neue die Nachfrage anheizen usw. usw. Wo hört dieses Spiel auf? Dasselbe gilt für die Bereitstellung von Bauland und Infrastruktur, wie Energie, Strassen, Bahn, Schulen, soziale Einrichtungen usw.

Industrie, KMU und Volkswirtschaften kennen die Kunst des idealen Wachstums und die Gefahren bei zu schnellem Wachstum. Bedeuten 30 oder 40 Prozent Überfremdung einen grösseren Segen für Land und Volk, wie es die EU-Begeisterten und die Wirtschaft offen predigen? Sollen wir Schweizer dies dem Zufall und dem Zeitgeist des EU-Diktats überlassen, oder sollen wir das selbst bestimmen?

Die Politiker wurden auch gewählt, um die Wirtschaft (sprich Arbeitsplätze) so zu fördern, dass es gelingt, die eigene Bevölkerung zu beschäftigen. Der Schweiz ist dies zweifellos gelungen. Sie beschäftigt sogar noch 25 Prozent Zuwanderer. Die Politiker verkennen den Wählerauftrag, wenn sie die Lebensqualität, den Wohlstand und das Landeswohl mit einem möglichst hohen Ausländeranteil verknüpfen. Unsere Grundfläche lässt es nicht zu, einen Werkplatz zu planen, um die «halbe Welt» bedienen zu können. Kein Land lässt sich die Zuwanderung von anderen Staaten vorschreiben. Wenn die Schweiz das zulässt, verliert sie die Selbstbestimmung für immer. Das Volk kann das am 9. Februar verhindern.

Ich bin überzeugt, dass es möglich ist, auch mit 18 bis 20 Prozent Ausländeranteil den Wohlstand zu halten. Das Personenfreizügigkeitsabkommen mit der EU kann so abgeändert werden, dass es uns als Partner möglich wird, die Zuwanderung so lange selber zu steuern, bis sich der Prozentanteil der Zuwanderung demjenigen des EU-Durchschnitts angeglichen hat.

Wer faire Lösungen ablehnt, hat keine guten Absichten. Unsere Nachkommen verdienen es, dass wir die von unseren Vorfahren hartnäckig erkämpfte Freiheit und Selbstbestimmung nicht mit kurzsichtiger Bequemlichkeit verspielen. Es ist unser aller Pflicht, diese höchst wichtige Grundsatzfrage zu beantworten. Deshalb stimme ich zur Selbstbestimmung der Einwanderung mit Ja.

Tunnel oder Doppelspur?

Es ist unbestritten, dass in Teufen eine umfassende Lösung für die Verkehrsprobleme gefunden werden muss, wobei die zukünftige Linienführung der Appenzeller Bahnen entscheidend ist. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass ein Tunnel die beste und nachhaltigste Lösung wäre.

Trotzdem muss ich inzwischen der Doppelspur aus folgenden Gründen den Vorzug geben:

Wenn die Gemeinde Teufen bereit ist, an die zusätzlichen Kosten für einen Tunnel 30 Millionen Franken beizutragen, so bleiben 16 Millionen Franken ungedeckte Kosten.

Auch mit einem eventuellen Beitrag des Bundes würden für den Kanton immer noch erhebliche Kosten anfallen. Es ist nun kaum zu erwarten, dass das Kantonsparlament bzw. das Stimmvolk von Ausserrhoden bereit wäre, einem vorwiegend gemeindeinternen Projekt von Teufen zuzustimmen, würden doch einmal mehr die übrigen Gemeinden indirekt erheblich zur Kasse gebeten.

Nach mehreren Plebisziten (Projektierungskredit, Baukredit, Kostenbeteiligung AR) ist am Schluss mit grosser Wahrscheinlichkeit mit einer Ablehnung zu rechnen. Damit hätte man als Resultat nur Zeit und Geld verloren.

Die Doppelspur ist sicher nicht die optimale Lösung, aber sie wäre in absehbarer Zeit zu realisieren, das heisst eventuell sogar im gleichen Zeitraum wie der Tunnel für die Durchmesserlinie. Auch eine Verlängerung bis Niederteufen mit tragbaren Zusatzkosten könnte man überlegen.

Eine Doppelspur mit entsprechenden verkehrstechnischen Anpassungen würde durch das Miteinander von Bahn und Individualverkehr als durchaus erwünschtem Nebeneffekt eine Verkehrsberuhigung bringen.

Mit der «Variante Doppelspur» könnte man umgehend mit gezielter Planung beginnen und eine Lösung anstreben, die auch in realistischem Zeitraum verwirklicht werden kann.

Weil die Hürden für eine Tunnellösung zu hoch sind und weil wir Geld und vor allem Zeit sparen wollen, müssen wir den Projektierungskredit ablehnen.

Wir brauchen eine realistische Lösung und keine endlose Geschichte!

Tango auf der Durchmesserlinie

In der Appenzeller Zeitung im Regionalteil Ostschweiz vom 24. Januar und im Regionalteil für Appenzell Ausserrhoden am Samstag, 25. Januar, wird über die Anschaffung der neuen «Tango»-Züge» orientiert. Insbesondere wird hervorgehoben, dass diese Zugkompositionen mit 1.-Klasse- und 2.-Klasse-Abteilungen ausgestattet sowie diese Stadtbahnzüge auf beiden Seiten Türen aufweisen werden. Gut und recht der Komforthinweis. Eine nach meiner Auffassung wichtige Information zum Komfort der neuen Züge fehlt in der Bahnvorstellung. Wurde diese mit Absicht nicht kommuniziert? Die Fahrt von Trogen nach Appenzell oder umgekehrt mit rund einer Stunde Fahrzeit soll ohne Umsteigen mit der doch auch umstrittenen DML ja möglich werden und auch Sinn machen. Deshalb fehlt mir als Bahnvielfahrer eine Antwort auf die Frage: «Werden in diesen neuen Zugkompositionen als Komfort auch Toiletten eingebaut?», was heute auf beiden betreffenden Bahnteilstrecken noch aus verständlichen Gründen nicht anzutreffen ist. Bei einer direkten Fahrt auf der ganzen Linie – man will ja sicher auch eine touristenfreundliche Bahn sein – kann es ohne Möglichkeit zur Erledigung eines menschlichen Bedürfnisses tatsächlich sprichwörtlich in die „Hose gehen“. Oder wurde deshalb die Bahn mit dem Namen Tango aus dem Grunde gewählt, wenn Eile geboten ist, mit einem Tangotanz vermindere sich der Druck? Ich wünsche nur, dass nicht ähnliche fatale und teure Fehler wie beim Umbau des Hauptbahnhofs St. Gallen gemacht werden, wo keine Lifte, sprich «hier keine Toiletten in den neuen Zügen» eingebaut werden und im nachhinein nachträglich für zusätzlich teures Geld diese Sünden ausgebessert werden müssen. Ich hoffe, die Appenzeller Bahnen können für dieses auch in der Bahn auftretende notwendige, alltägliche menschliche Ritual und für die Unterworfenen, die unbedingt während der Fahrt zum WC gehen müssen, jetzt schon auf die gestellte Frage eine befriedigende Antwort geben.

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