Das macht die Gemeinde Herisau in der Coronakrise ++ Behörden vermitteln Hilfeleistungen

In der Hinterländer Gemeinde gibt es wegen des Coronavirus zahlreiche Hilfsangebote – auch dank des Gemeinderates und der Verwaltung.

Jesko Calderara
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Der Gang ins Gemeindehaus Herisau ist zurzeit nur eingeschränkt möglich

Der Gang ins Gemeindehaus Herisau ist zurzeit nur eingeschränkt möglich

Bild: APZ

In diesen Tagen flatterte ein Schreiben des Gemeindepräsidenten in alle Herisauer Haushalte. Darin dankt Kurt Geser im Namen des Gemeinderats den Privatpersonen und Organisationen, welche in der Coronakrise Nachbarschaftshilfe anbieten. Es zeige sich, dass die Solidarität in der aktuellen Lage gross sei. Geser appelliert gleichzeitig an die Einwohnerinnen und Einwohner, die auf Unterstützung angewiesen sind, Hilfe anzunehmen. Dies fördere den Zusammenhalt in der Gesellschaft.

In Herisau mit einer Bevölkerungszahl von knapp 15800 ist es nicht selbstverständlich, dass Helfende und Hilfesuchende zueinanderfinden. An diesem Punkt kommt die Gemeinde ins Spiel. Sie sammelt das Angebot an Nachbarschaftshilfen und ergänzt die Liste auf ihrer Website laufend. Gemeindepräsident Kurt Geser sagt:

«Die Bekanntgabe und Vermittlung der zahlreichen Hilfeleistungen ist uns ein wichtiges Anliegen.»
Gemeindepräsident Kurt Geser leitet den Gemeindeführungsstab.

Gemeindepräsident Kurt Geser leitet den Gemeindeführungsstab.

Bild: Benjamin Manser.

Dazu stehe man in Kontakt mit der Polizei, der Kinderbetreuung, der Spitex und anderen Institutionen.

Teile der Verwaltung arbeiten im Homeoffice

Aufgrund der ausserordentlichen Lage ist der Gemeinderat zurzeit stark gefordert. In einigen Sondersitzungen hat er erste Massnahmen diskutiert und umgesetzt. Bereits geschlossen wurden das Sportzentrum, das Casino und der Generationenspielplatz. Die Gemeinde beobachtet zudem, ob es im öffentlichen Raum Ansammlungen von mehr als fünf Personen gibt. Bisher musste sie allerdings noch nicht einschreiten. Geser stellt den Herisauerinnen und Herisauern diesbezüglich ein gutes Zeugnis aus. Er habe den Eindruck, dass die Verhaltensregeln des Bundesamts für Gesundheit diszipliniert umgesetzt würden. Dazu gehört Abstand halten und möglichst zu Hause bleiben. In der Bevölkerung spüre er wegen des Coronavirus aber eine Verunsicherung, sagt Geser. «Dafür habe ich grosses Verständnis, mir geht es ja nicht anders.» Bis zu einem Dutzend Anfragen zum Thema Corona und möglichen Hilfsangeboten treffen täglich auf der Verwaltung ein. Seit gestern gibt es dazu auch eine Hotline.

Einige der rund 210 Gemeindemitarbeitenden (ohne Lehrkräfte) arbeiten im Gemeindehaus, im Werkhof, im Sportzentrum und in der ARA. Nicht standortgebundene Angestellte der Gemeinde betreiben Homeoffice. Wichtig sei, die vitalen Dienste und Leistungen aufrechtzuerhalten, betont Geser. Dazu zählen unter anderem die Bereiche Einwohnerkontrolle, Ver- und Entsorgung. Der Gang ins Gemeindehaus ist zurzeit nur eingeschränkt möglich. So sind die Amtsstellen nach vorgängiger Absprache zugänglich. Der Schalter für den Publikumsverkehr ist von Montag bis Freitag, morgens von 8 Uhr bis 11.30 Uhr, geöffnet und befindet sich ausserhalb des Gemeindehauses im ehemaligen Polizeiposten.

Weitere Massnahmen erst nach einer Ausgangssperre

Um die Herausforderungen zu meistern, steht nebst dem Gemeinderat der Gemeindeführungsstab unter der Leitung von Kurt Geser und Florian Hunziker im Einsatz. Zu dessen Aufgaben zählen die Lagebeurteilung, das Informieren der Behörden und der Bevölkerung sowie das Vorbereiten von Massnahmen. In dieser Hinsicht ist gemäss Geser Stand heute nichts Weiteres geplant. Dies könnte sich ändern, wenn der Bundesrat etwa eine Ausgangssperre verhängt.

Hotline der Gemeinde Herisau: 079 693 69 71

In Herisau gibt es seit Donnerstag eine zusätzliche Anlaufstelle zur Coronakrise. Die Gemeinde hat eine Hotline eingerichtet. Wer Fragen hat, wie der Alltag bewältigt werden kann, meldet sich unter der Nummer 079 693 69 71. Dort gibt es auch Informationen zu Nachbarschaftshilfen, insbesondere zu den Themen Essen, Einkaufen und Fahrdienste. Für Fragen gesundheitlicher Natur wird die Bevölkerung gebeten, die Website www.ar.ch oder die Hotline des Kantons unter der Telefonnummer 071 353 67 97 zu nutzen. Zum Thema Kurzarbeit und anderen wirtschaftlichen Aspekten gibt es eine separate Anlaufstelle: 071 353 63 96.