Das «Küken» ist nun Hockeyprofi

Der 19-jährige Waldstätter Ramon Tanner hat einen Vertrag mit dem NLA-Verein EHC Biel abgeschlossen. Wo er die Eishockeysaison beginnt, steht noch nicht fest.

Lukas Pfiffner
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Sich einsetzen und durchsetzen: Ramon Tanner (Mitte, in Rot) beim Bieler Testspiel gegen Schwenningen. (Bild: Lukas Pfiffner)

Sich einsetzen und durchsetzen: Ramon Tanner (Mitte, in Rot) beim Bieler Testspiel gegen Schwenningen. (Bild: Lukas Pfiffner)

Die Ausserrhoder Fraktion in Biel ist von zwei auf drei Spieler angewachsen. Während die Routiniers, Torhüter Jonas Hiller und Verteidiger Beat Forster, soeben ihre Verträge mit den Seeländern bis 2020 respektive 2021 verlängert haben, gehört neuerdings ein Rookie mit Vergangenheit beim SC Herisau zum Kader des EHCB: Ramon Tanner.

«Waldstatts Küken im Bündnerland» titelte unsere Zeitung im Herbst 2013. Tanner war damals 14 Jahre alt und ins Sportgymnasium Davos eingetreten. Er war für die Mini, die Novizen und zuletzt zwei Spielzeiten für die Elitejunioren des Traditionsvereins aktiv. In der vergangenen Saison war er Topskorer des ältesten Nachwuchsteams des HCD. In der ersten Mannschaft der Bündner durfte er einmal mitwirken – im Oktober beim 4:1 gegen die ZSC Lions. In Davos sei im Frühling lange nicht klar gewesen, welche jungen Spieler bleiben würden. «Biel hat mir ein gutes Angebot gemacht», sagt Tanner. Die sportliche Leitung der Seeländer sähe einiges Potenzial in ihm, erzählt er. Erst als die Gespräche mit Biel schon weit gediehen waren, habe sich Davos konkret interessiert.

«Mir wurde der Einstieg leichtgemacht»

«Mit Abschluss der Matura steht mir ja quasi die Welt offen», sagt Tanner und lacht. In der vergangenen Woche feierte er seinen 19. Geburtstag. Nun hat er seinen ersten Profivertrag unterschrieben, der auf ein Jahr befristet ist. In den ersten beiden Tests der Bieler fehlte er krankheitshalber («ein Virus mit Fieber»). Vor einer Woche kam er in Kreuzlingen gegen die DEL-Clubs Schwenningen (5:1) und Mannheim (4:3 nach Verlängerung) zum Einsatz: mit der Nummer 17, noch ohne Namensaufdruck und als Center der dritten Linie zwischen Mike Künzle und Marco Pedretti. «Mir wurde der Einstieg leichtgemacht», sagt er.

Es bestehen drei Optionen

Tanner ist 78 kg schwer und vergleichsweise bescheidene 173 cm gross. Er gilt als smarter Akteur mit hoher Spielintelligenz, gutem Instinkt und Abschlussqualitäten. Ob der junge Mann in der Startrunde der National League am 21. September im Bieler Team steht, weiss er nicht. Es ist denkbar, dass er vorläufig bei Biels Elitejunioren zum Einsatz kommt. Es gibt eine weitere Option: «Vielleicht spiele ich mit einer B-Lizenz in der Swiss League für La Chaux-de-Fonds.» Mit den Neuenburgern absolvierte er am vergangenen Dienstag eine Vorbereitungspartie beim HC Thurgau (2:1).

Zu Office-Tests reiste er im Frühling schon nach Biel. Er habe auch ab und zu die Eltern in Waldstatt besucht. Und er hielt sich bei der Sportlerschule Appenzellerland auf. Leiter René Wyler ist seit der gemeinsamen Zeit in der Organisation (2011 bis 2013) mit Tanner freundschaftlich verbunden. «Trotzdem ist er als Trainer kompetent, fordernd und professionell.» Tanner hatte den Kontakt zu ihm stets aufrechterhalten und absolvierte zwischen den Saisons bei Wyler Einheiten im Athletikbereich. Er vermittelte seinen Kollegen Marco Forrer aus Davos an die Sportlerschule. Der Verteidiger hat das Bündnerland ebenfalls verlassen, gehört neu dem Kader von Fribourg-Gottéron an. Im Juni hatte Tanner Abschlussarbeiten am Gymnasium in Davos zu erledigen. Nachher trainierte und spielte er mit der U-20-Nationalmannschaft in Tschechien und in Zürich. Nun wohne er im Seeland in einer coolen Hockey-Wohngemeinschaft, berichtet er.

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