Das Kreuz mit den Verwarnungen

Am Wochenende endet die regionale Meisterschaft 2014/15. Bazenheid droht das gleiche Schicksal wie vor zwölf Monaten, als die Mannschaft aufgrund der mehr erhaltenen Karten den Aufstieg verpasste. War es vor einem Jahr der Wiler Nachwuchs, der profitierte, wäre es nun Uzwil.

Beat Lanzendorfer
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Wenn die Bazenheider Akteure am Samstag in Wängi nach dem Spielschluss jubeln können, ist die Rückkehr in die 2. Liga Interregional geschafft. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Wenn die Bazenheider Akteure am Samstag in Wängi nach dem Spielschluss jubeln können, ist die Rückkehr in die 2. Liga Interregional geschafft. (Bild: Beat Lanzendorfer)

FUSSBALL. Böse ausgedrückt könnte die Behauptung aufgestellt werden, die Bazenheider hätten aus der Vergangenheit nichts gelernt. Ein bisschen entspricht dies durchaus der Wahrheit. Wer die Statistik durchforstet, kommt zur Erkenntnis, dass einige Verwarnungen auf mangelnde Disziplin zurückzuführen sind. Dies kann sich am Samstag rächen – bleiben Uzwil und Bazenheid nach der 22. und letzten Runde punktgleich, kommt Uzwil zum Handkuss und kehrt 14 Jahre nach dem Abstieg in die 2. Liga Interregional zurück.

2. Liga Regional

Die Alttoggenburger realisierten in den letzten drei Jahren in der Meisterschaft 41 Siege – eine herausragende Bilanz. Ein möglicher 42. am Samstag in Wängi könnte trotzdem einer zu wenig gewesen sein. Zieht Uzwil gegen Henau nämlich nach, darf ihnen zum Aufstieg gratuliert werden. Bazenheid bliebe der schwache Trost, dreimal in Folge an der Promotion geschnuppert zu haben, als dreimaliger Zweiter aber trotzdem das Feld der Verlierer anführt. Obwohl im Vorfeld wenig für den punktgleichen Tabellenzweiten spricht, hat Trainer Stefanachi das Thema noch nicht zu den Akten gelegt. «Es liegt nicht mehr in unserer Hand. Mit einem Sieg in Wängi möchten wir aber dazu beitragen, dass Uzwil auch noch etwas gefordert werden soll, um vor uns zu bleiben.» Während bei Henau – Uzwil und Wängi – Bazenheid der Aufsteiger gesucht wird, ist es auch am anderen Ende der Tabelle spannend. Zu den fix abgestiegenen Henau und Bischofszell gesellt sich ein weiterer aus der Gruppe 2 – namentlich einer des Duos Goldach (21 Punkte, muss nach Tägerwilen) oder Calcio Kreuzlingen (22 Punkte, Gast in Rorschach). Es ist nämlich davon auszugehen, dass Rebstein (Gruppe 1, 24 Punkte) gegen Absteiger Diepoldsau den noch nötigen Punkt erobern wird.

3. Liga Gruppe 3

Auch hier nimmt die Fairnesswertung entscheidenden Einfluss. Tobel führt das Feld mit 46 Punkten an, hat aber gegenüber dem punktgleichen Weinfelden den klar besseren Fairnesswert (44 gegenüber 79). Somit könnte Ruedi Eisenhut, der im Winter zu seinem Stammverein zurückgekehrt ist, innert Jahresfrist den zweiten Aufstieg feiern. Im letzten Sommer gelang ihm dies mit Kirchberg. Was fehlt, sind drei Punkte gegen ein ziemlich ambitionsloses Pfyn, das mit 24 Punkten gerettet ist. Auf einen Ausrutscher des Leaders hofft Weinfelden, das Uzwil 2a empfängt. Das Hinspiel gewannen die St. Galler 3:0, Punkte, welche den Thurgauern nun fehlen.

3. Liga Gruppe 4

Eine Gruppe, in der zumindest an der Spitze alles geklärt ist. Flawil kehrt nach vierjährigem 3.-Liga-Dasein in die 2. Liga zurück. Die Elf hat sich die Promotion vor allem in der Rückrunde verdient, holte sich doch aus den bisherigen zehn Spielen 25 Punkte. Leider fiel Wattwil Bunt nach einem Zwischentief im Frühjahr aus den Traktanden. Nun droht sogar der Verlust des Podestplatzes. Dies geschieht dann, wenn es im Necker keine Punkte absetzt und Linth 04 Herisau schlägt. Hier gilt es allerdings anzumerken, dass die Appenzeller noch mitten im Abstiegssumpf stecken und ihrerseits einen Dreier brauchen, um sicher drin zu bleiben. Bütschwil, Kirchberg und Neckertal-Degersheim können sich schon auf ihren Lorbeeren ausruhen, das Trio kann sich in der Tabelle nicht mehr entscheidend verbessern. Eine gute Nachricht speziell für Kirchberg, denn beim Sommernachtsfest, das von Donnerstag bis Samstag gefeiert wird, bleibt nicht immer Zeit, um sich auf das Spiel vom Samstag in Flawil zu konzentrieren. So gesehen, dürften beide Teams wohl etwas feiergeschädigt auf dem Platz stehen.

4. Liga Gruppe 7

Die letzten Wochen sind nicht nach Bütschwiler Geschmack verlaufen. Eschlikon hat sein Soll mit zwei Siegen erfüllt und liegt trotz Niederlage im Direktduell vom 17. Mai vor der Schlussrunde zwei Zähler vor den Toggenburgern. Zu einem Erdbeben an der Spitze kommt es nur noch, wenn Eschlikon gegen Niederstetten höchstens ein Unentschieden erreicht, Bütschwil aber Sirnach bezwingt. Dann hätten beide 38 Punkte auf dem Konto. Dann käme auch hier die Fairnesswertung zum Tragen – diese spricht für Bütschwil, das mit 18 Zählern gegenüber den 36 von Eschlikon klar im Vorteil ist. Nach nur einem Jahr Zugehörigkeit muss Kirchberg 2 die Liga schon wieder verlassen. Daran würde auch ein Sieg heute in Dussnang nichts ändern.

4. Liga Gruppe 8

Ebnat-Kappel hat die Saison auf Platz 2 bereits beendet. Ungeschlagen in der Rückrunde, wäre mehr möglich gewesen – leider ging schon in der Vorrunde gegenüber Aufsteiger Netstal viel Terrain verloren.

Frauen 2. Liga

Kann Ebnat-Kappel die Blamage abwenden? Wenn die Mannschaft gestern in Ems verloren hat, dann kommt es am Sonntag gegen Weinfelden zum grossen Showdown. Noch liegen alle Vorteile bei den Obertoggenburgerinnen, auch was die Fairnesswertung angeht, aber zu sicher sollte sich «frau» nicht fühlen. Die Gemeinschaft Neckertal-Bütschwil schliesst ihr unvergessliches Fussballjahr mit dem Heimspiel gegen Triesen-Balzers ab. Nebst Platz 2 kommt bekanntlich auch der regionale Cupsieg hinzu. Und mit «Céc» Brüllmann stellt die Mannschaft auch die beste Torschützin des Toggenburgs.