Das Kreuz mit dem Kreisel

Gastbeitrag

Drucken
Teilen

Die unendlichen Geschichten um die Bahnprobleme in Teufen und ihre Lösungsanläufe konzentrieren sich in der Hauptsache auf den Bereich von der Liegenschaft Elektro Nef bis zum Bahnhof. Die Beeinträchtigungen mit der Doppelspur durch das Zentrum im Alltag von morgen wurden schon hinlänglich diskutiert und sollen an dieser Stelle nicht wiederholt werden.

Doch, wer hat sich jemals Gedanken über die Kreuzung beim Bahnhof gemacht, mit und ohne Doppelspur? Hiesse Kurztunnel nicht logischerweise Strassenkreuzung wie bisher?

Das Kantonale Tiefbauamt plant mit und ohne Doppelspur einen Kreisel mitten im Dorf. Dass durch dieses Projekt der öffentliche Raum hierdurch massgeblich tangiert wird, scheint noch nicht in die Wahrnehmung von Parteien und Einwohnerschaft gedrungen zu sein. Gewiss, die Aufgabe der Planer für die Lösung von Bahn und Strasse ist an diesem Punkt beinahe die Quadratur des Kreises. Dies ist zumindest mit der Bahn der Fall, ob ohne wird später beleuchtet.

Der Kreisel mit der Doppelspur erfordert mindestens fünf Ampeln, um den Bahnverkehr gewährleisten zu können. Bedingt durch das Trassee der Bahn muss die Speicherstrasse abgesenkt werden. Die Bedürfnisse von Strasse und Bahn stehen hier weit über jenen der Fussgänger, der Gestaltung des Raumes, sprich des Ortsbildes. Hier dominiert, was fährt. Was aus der Sicht des Strassenverkehrs grösser erwünscht wäre, wird glücklicherweise durch Gebäude und Grenzen verhindert. Doch hier kommen sich grösser und kleiner ins Gehege, weder das eine noch das andere vermag zu genügen. Somit bleibt am Ende ein Resultat, das nur negative Aspekte aufweist.

Zumindest das Tiefbauamt glaubt auch hier, nur mit einem Kreisel bessere Verhältnisse schaffen zu können. Argumentiert wird mit Verkehrsprognosen, Staulängen und Verkehrsfluss. Es sei aber die Frage erlaubt, ob ein Kreisel an diesem Ort, im Zentrum, wirklich das Gelbe vom Ei ist? Sind die Bedürfnisse der Strassen das alleinige Kriterium? Dorfentwicklung beginnt mit der Gestaltung des öffentlichen Raums, der nebst dem Verkehr auch Fussgänger und das Bild eines Platzes beinhaltet. Gehören in diesem Zusammenhang nicht auch Über­legungen, wie mit Kreuzung oder Kreisel einer zukünftigen allseitigen Bebauung ein Bild erzielt werden könnte, das nicht den Verkehr ins Zentrum stellt? Gewiss, wir werden nie eine Piazza schaffen können, dazu ist hier zu viel an öffentlichem und privatem Verkehr vorhanden. Was aber nottut, ist das Hinterfragen von scheinbar unumstösslichen behördlichen Überlegungen. Und es braucht Vorgaben, aber die müssen politisch diskutiert werden und nicht den Experten überlassen bleiben.

Der Schreibende postuliert, dass an diesem Ort trotz Zeitdruck Überlegungen zu einer dorfgestaltenden Lösung erörtert werden. Ich habe begründete Zweifel am Kreisel! Wer ist der Anwalt des öffentlichen Raumes? Ist es wirklich der Gemeinderat, sind es die Parteien oder nicht schlussendlich wir alle, die hier leben und wohnen?

Matthias Brägger