Das kommt mir «griechisch» vor

Budget und Voranschlag 2012 der Gemeinde Herisau

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Budget und Voranschlag 2012

der Gemeinde Herisau

Steuerfuss senken und Defizit budgetieren – kann sein, dass es Stimmbürger gibt, welche dies problemlos finden, nach dem Motto: «Frisch gewagt, ist halb gewonnen». Doch faktisch ist es einer Kreditaufnahme zur Bezahlung von Schulden gleichzustellen, etwas, wovon Fachleute abraten, auch wenn ganze Staaten mit schlechtem Beispiel vorangehen. Und wenn der Sinn dieser Vorgehensweise irgendeine Form von Werbung für Herisau sein soll, dann ist es zugleich auch Unsinn, da zu Ende gedacht widersprüchlich. Dass sogar die Spareifrigsten ein Defizit akzeptieren, lässt die Vermutung aufkommen, dass sie sich damit erhoffen, später dank des gewachsenen Defizits noch mehr Spardruck ausüben zu können. Kein wirklich edler Grund. Schuldenabbau vor Steuersenkung proklamiert die EVP, viel «schweizerischer» geht es wohl nicht. Steuerfusssenkung ist nicht nur ein vermeidbarer Defizitbeschleuniger, sondern in der jetzigen Wirtschaftslage auch eine unverständliche «VogelStrauss-Politik».

Wenn wachsende Erwartungen an die Staatskasse von verschiedensten Seiten und zudem steigende Kosten bei der Infrastrukturerhaltung einer zunehmenden Auslagerung des real produktiven Arbeitsmarktes infolge hoher Lohnkosten etc. gegenüberstehen, müssten eigentlich Reserven angezapft werden können. Fehlen diese, kommt niemand um eine Steuererhöhung und um schmerzliche Sparübungen herum. Unangenehme Aussichten und keine dankbare Aufgabe für Politiker.

So seien wir Bürger doch die Bestimmenden und das mit schweizerischer Weit- und Vorsicht. Sparen Ja, Voranschlag mit Defizit und Steuersenkung Nein!

Egon Graf

Wiesen 2486, 9100 Herisau

Adressbereinigung im Bühler: Nr. 2

Bravo und herzlichen Dank! – Die zweite Kommission «Adressbereinigung» hat es tatsächlich, in vielen Stunden Arbeit, geschafft, uns nun Adresse Nr. 5 aufzubrummen und damit auch dem Adressenwahnsinn die Krone aufzusetzen! Mit dieser Aktion haben sie es fertiggebracht, das grosse Adressendurcheinander für viele Jahre zu verschärfen. Denn so lange wird es in etwa dauern, bis die Adressen überall wieder einheitlich notiert sind. In der Zwischenzeit scheint selbst die Gemeinde den Durchblick verloren und die Angelegenheit nicht mehr im Griff zu haben. Am 9. November erhielten wir das erste Schreiben über die Adressrevision an die Adresse «Dorfstrasse 111», am 12. November ein zweites Schreiben an die Adresse «Melsterbühl 225»! Bereits haben wir bestellte Ware nicht erhalten. Glücklicherweise wurde sie an den Absender zurückgesandt, ansonsten hätte es wohl mächtigen Ärger gegeben, den wir aber postwendend an den Verursacher, nämlich den Gemeinderat von Bühler, weitergeleitet hätten! Aber was, wenn bei diesem Durcheinander von Adressen wirklich mal was geschieht mit gravierenden Folgen? – Wer bitte schön übernimmt dann die Verantwortung?! Es ist absolut unverständlich, wieso die neue Kommission nun auf dem fast gleichen Dampfer wie der Gemeinderat fährt. Es macht den Anschein, dass niemand den Mumm aufbringt, Personen, die es nicht lassen können, sich auf unverständliche Weise persönlich zu verwirklichen, endlich zu stoppen! Die vielen überflüssigen Arbeitsstunden und die hohen Kosten und Folgekosten scheinen dabei egal zu sein! – Auf ein paar tausend Franken mehr oder weniger Defizit kommt es ja wohl auch nicht mehr an! In der Privatwirtschaft wären bei solchen Machenschaften schon längst Köpfe gerollt! Müssten diese Personen diesen Unsinn selber berappen, wäre die ganze Angelegenheit bestimmt schon längst im Sand verlaufen!

Durch die unverständliche Umadressierung wird auch nicht davor zurückgeschreckt, dem Gewerbe und den Einwohnern von Bühler viel Arbeit und zum Teil hohe Kosten aufzuzwingen!

Nett gemeint, oder ein kleiner Trost, der Vorschlag, den Liegenschaftsnamen auf der drittuntersten Zeile, sofern vorhanden, weiterzuverwenden. Aber ziemlich blauäugig zu denken, so das Verschwinden des Flurnamens zu verhindern! Früher oder später werden sie verschwinden! Bühler, ein kleines übersichtliches Dorf, verliert damit seine Geschichte und seinen Reiz! Historische Eigenheiten, Flurnamen und jahrhundertealte Überlieferungen werden einfach vernichtet. – Die Bewohner von Bühler, ihrer Heimat und ihrer Identität, die sie lieben und auf die sie stolz sind, beraubt! Auch der Anhang «Strasse» an einige Flurnamen ist völlig überflüssig! Überall in der Schweiz existieren viele Adressen ohne den Anhang «Strasse»! – Und man findet sie sogar! Ratschläge von wichtigen Organen, an den Adressen nichts zu ändern, werden einfach ignoriert! Andere Gemeinden haben gar nichts oder nur wirklich das Allernötigste geändert und damit viel Lob geerntet, unnötige Arbeitsstunden und hohe Kosten gespart. Die neue Kommission hat es schlicht und einfach versäumt, dem ganzen Adressterror ein Ende zu bereiten und wieder Ruhe und Ordnung ins Dorf Bühler zu bringen.

Ursula und Hansruedi Schedler

Melsterbühl 225, 9055 Bühler