Das Kind beim Namen nennen

«Speicher noch ohne Präsident», Ausgabe vom 9. April

Jürg Tscharner,
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Sehr geehrter Herr König, Sie werden in der «Appenzeller Zeitung» zitiert, dass sich viele Speicherer wohl einen unabhängigen Gemeindepräsidenten wünschen, der nicht dem Filz im Dorf verpflichtet sei.

Ihre Aussage zeugt weder von viel Selbstvertrauen in Ihre eigenen Qualitäten noch von gutem Stil den aktuellen Amtsträgern gegenüber. Sie suggeriert, dass Ihr Name nur aus Frust in die Urne gelegt wurde. Wie Ihre beiden Mitkonkurrenten um das Präsidialamt haben auch Sie im Vorfeld des ersten Wahlganges verschiedentlich erwähnt, den bisherigen Kurs der gut geführten Gemeinde weiterverfolgen zu wollen. Widersprechen Sie sich damit nicht selber, wenn Sie heute der Meinung sind, dass diese Politik vom Filz vorgegeben wird?

Wenn Sie Aussagen über einen angeblichen Filz in unserer Gemeinde machen, dann nennen Sie das Kind doch beim Namen. Sind es der Standpunkt, die FDP, die SVP oder das lokale Gewerbe, welche Sie nicht portiert haben? Da ich nicht im Ansatz über die lokale Politik gefrustet bin und Sie mich nicht mit schlagenden Argumenten überzeugen konnten, trägt mein Wahlzettel auch im zweiten Wahlgang nicht Ihren Namen.

Jürg Tscharner,

Kohlhalden 39, Speicher