«Das isch Soul, kei Hudigäggeler!»

Anlässlich der 10. Blues-Tage des Hotels Hof Weissbad trat Philipp Fankhauser am Samstag in Appenzell auf. Für den Thuner war es nicht das erste Konzert in Innerrhoden. Zuletzt sang er Weihnachtslieder im Hotelgarten.

Stephanie Sonderegger
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Im Dezember veröffentlicht Philipp Fankhauser zusammen mit Margie Evans ein Unplugged-Album. (Bilder: sso)

Im Dezember veröffentlicht Philipp Fankhauser zusammen mit Margie Evans ein Unplugged-Album. (Bilder: sso)

APPENZELL. «Was ist ein Gringel?», fragt Philipp Fankhauser das Publikum zu Beginn seines Konzerts am Samstagabend in der Aula Gringel in Appenzell. Der Name des Veranstaltungsortes hat den Sänger neugierig gemacht. Doch die Appenzeller zeigen sich ebenfalls ahnungslos. Philipp Fankhauser nimmt das mit Humor und startet in seine Show.

Fankhauser als erster Künstler

Es ist bereits das zweite Mal, dass der 51-Jährige anlässlich der Blues-Tage des Hotels Hof Weissbad auftritt. Von seinem ersten Auftritt erzählt er: «Wenige Tage, bevor wir im Hof Weissbad im Herbst 2006 aufgetreten sind, habe ich den Weihnachtssong <Well here is Christmas> geschrieben. Diesen haben wir dann gespielt – im Hotelgarten bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen.» Fankhauser schmunzelt.

Auch Hotelier und Veranstalter Christian Lienhard kann sich gut an diesen Tag erinnern. «Mit Philipp Fankhauser haben wir die Blues-Tage angefangen», sagt er. Die Idee, eine solche Veranstaltung durchzuführen, sei damals bei einem Feierabendbier zwischen ihm und Musiker Elias Bernet entstanden. Letzterer kannte Fankhauser persönlich und fragte diesen an. «So viele Leute wie an jenem Sonntag hatten wir noch nie in unserem Hotel», so Lienhard. Der erste Erfolg zog weitere Blues-Konzerte nach sich. Zum 10. Jubiläum sollte nun einmal mehr Philipp Fankhauser auf der Bühne stehen – diesmal aber nicht im Hotel, sondern in der Aula Gringel in Appenzell. Ganz so einfach sei es aber nicht gewesen, den durch «The Voice of Switzerland» noch berühmter gewordenen Künstler zu engagieren. «Es hat rund eineinhalb Jahre gedauert, bis wir es geschafft haben, ihn herzuholen.»

Offen und direkt

Bemühungen, die sich gemessen an den Reaktionen des Publikums, gelohnt haben. Während die rund 650 Konzertbesucher zu Beginn noch zurückhaltend sind, zeigen sie sich nach und nach lockerer; sie klatschen und tanzen mit. Übermütige Sing-Einsätze einiger Herren werden mit einem «Das isch Soul, kei Hudigäggeler!» von Seiten des Künstlers kommentiert, während das weibliche Geschlecht für das gefühlvolle Mitsingen gelobt wird. Der Sänger schreckt aber auch nicht zurück, seine Meinung über die aktuelle, politische Situation kundzutun. Vor seinem Song «You have to cry» erzählt er von seiner Begegnung mit dem afroamerikanischen Bluessänger Johnny Copeman. «Als Schwarzer in den 50er- Jahren in Texas war einem bestimmt zum Heulen zumute», sagt er und fügt hinzu: «Als Schweizer ist einem momentan ebenfalls zum Heulen zumute, aber das dauert zum Glück nur vier Jahre.»

Im Vordergrund steht an diesem Abend aber die Musik Fankhausers. Zusammen mit seiner Band spielt er sowohl alte als auch neue Songs des Albums «Home». Er überzeugt das Publikum mit starken Gesangseinlagen, während seine Band Instrumental-Solos zum besten gibt. Er sei kein Schmusesänger, und seine Seele habe er durch seine Auftritte im Schweizer Fernsehen auch nicht verkauft, sagt er. «Solange der Nebel wie heute zwischen den Appenzeller Häusern weht, solange bleibe ich ein Bluessänger.»

Christian Lienhard begrüsst die Konzertbesucher.

Christian Lienhard begrüsst die Konzertbesucher.