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Das Industriedenkmal steckt voller Geschichten

Die Fabrik am Rotbach in Bühler feiert ihr 30-jähriges Bestehen. Morgen Samstag lädt sie anlässlich des Tages des Denkmals zur Besichtigung.
Karin Erni
Margrit Gmünder und Guido Koller beim Sichten der zahlreichen Ausstellungsstücke im Freskenraum. Bild: Karin Erni

Margrit Gmünder und Guido Koller beim Sichten der zahlreichen Ausstellungsstücke im Freskenraum. Bild: Karin Erni

Die Idee war visionär: Vor 30 Jahren beschloss der St.Galler Gestalter Ruedi Zwissler, die heruntergekommene Industrieruine der ehemaligen Bleicherei in Bühler für 2,2 Millionen Franken zu kaufen und mit neuem Leben zu füllen.

Nach viel Fronarbeit und zahlreichen gemeisterten Schwierigkeiten kann das Projekt «Fabrik am Rotbach» heute als gelungen bezeichnet werden. Der seit 1994 denkmalgeschützte Komplex umfasst 21 Wohnlofts und Ateliers. 2007 hat Guido Koller aus Gais die Anlage übernommen, nachdem die Idee, Mieter zu Mitbesitzern zu machen, nicht umgesetzt werden konnte. Er führt das Projekt im Sinne Zwisslers weiter:

«Es ist wie ein kleines Dorf, welches sich achtsam um Infrastruktur, Mensch und Natur bemüht.»

Liegenschaft mit bewegter Geschichte

Die Bleicherei in der Au wurde im Jahr 1800 als erste Fabrik in Bühler gegründet und in der Folge kontinuierlich erweitert. 1917 wurde die Bewilligung für den markanten Kuppelbau erteilt. Der Bau des bekannten Architekten Ernst Kuhn zählt mit seiner säulenfreien Konstruktion in Beton und Holzfachwerk zu den imposantesten aus dieser Zeit. Bald nach der Errichtung des Neubaus setzte die Wirtschaftskrise ein. Dazu kamen strengere Vorschriften zum Schutz der Gewässer. 1935 ging die Bleicherei in Konkurs. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Gebäude als Internierungslager genutzt. Die verschiedenen nachfolgenden Besitzer vernachlässigten die Bausubstanz. Sie befand sich beim Kauf durch Ruedi Zwissler in einem bedenklichen Zustand. Dieser liess sich dadurch aber nicht abschrecken. «Die ältesten Gebäudeteile sind noch heute die besten. In diese ursprünglich hohe Qualität möchte ich alles zurückführen, was noch brauchbar ist», verkündete er 1988 in einem Manifest an die Behörden. Die marodesten Bauten plante er abzubrechen, und durch einen Neubau zu ersetzen, um darin seine Firmen unterzubringen. Doch dieses Vorhaben scheiterte an den Auflagen der Baubehörden. Zwissler musste drei seiner Firmen und sein Bauernhaus verkaufen, um die Umnutzung in kleinen Schritten doch noch realisieren zu können.

Jubiläumsfeier mit Kunst und Geschichte

Morgen Samstag, 14. September, wird gefeiert. Um 11.30 Uhr referiert Architekturkritiker Benedikt Loderer zur «Erblast der Moderne». Um 13.30 Uhr berichtet der Historiker Thomas Fuchs über die Fresken von zivilen Flüchtlingen und Militärpersonen, die Ende des Zweiten Weltkriegs in der Fabrik interniert waren. Hans-Ruedi Beck von der Ausserrhoder Denkmalpflege spricht um 14 Uhr über «Farbe als Merkmal der Ordnung». Mehrere Räume auf dem Fabrikareal können zwischen 11 und 17 Uhr besichtigt werden. In einigen sind Dokumentationen zu sehen: so über vergangene Kunstaktionen von Roman Signer oder «Abbruch im Kopf» der ehemaligen Bewohnerin und Künstlerin Eva Hensel.

Der Tag des Denkmals am 14. September wird weiter an folgenden Standorten im Appenzellerland begangen: Um 10 Uhr findet eine Führung in der Kirche von Haslen zum Thema «Malerei erzählt Geschichte» statt. Hausführungen im Haus zur Palme in Schwellbrunn sind von 10.30 bis 16.30 Uhr möglich. Um 14 Uhr startet die Dorfführung in Appenzell zum Thema malerische Raumkonzepte. (pd)

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