Das Herzchen in der Agenda

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Tagesmotto Philipp Kamm, Chorleiter und Kirchenmusiker aus Ebnat-Kappel sprach zum Tagesmotto «Herzbluet». Mit seiner ersten Frage: «Wann haben Sie zuletzt ein Herzchen in die Agende gemalt?», war er mitten im Thema. Geht es doch darum, seinen Tag ausgewogen zu gestalten, damit viele Tätigkeiten nicht als Pflicht empfunden, sondern mit Herzblut ausgeführt werden können. «Wichtig ist die Ausgewogenheit, damit am Ende des Tages das eine oder andere Herzchen in die Agenda gemalt werden kann.» Ihm selbst gehe beim Thema Musik und Singen das Herz auf. «Doch es gibt andere Tätigkeiten, für die ich persönlich keine Begeisterung aufbringe, aber respektiere, wenn dies andere mit Herzblut machen. Wichtig ist ganz allgemein, sich Zeit und Raum für Sachen zu nehmen, die mit Herzblut ausgeführt werden.» Es gehe darum, Träume zu verwirklichen und zwar nicht erst ­irgendwann, sondern so bald wie möglich. «Es gibt Menschen, die eigentlich gerne singen würden. Ihnen wurde aber in der Schule gesagt, dass sie dafür kein Talent haben und deshalb liessen sie es immer bleiben.» Denen sage er jeweils: «Versucht es, leistet euch eine Gesangsstunde, dann wisst ihr, wo ihr steht.» Es gebe nichts Traurigeres, als Tätigkeiten, die ein Mensch gerne ausprobieren würde, aus irgendeinem Grund nicht zu tun. «Kürzlich habe ich das Buch ‹Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen›, gelesen.» Ihm sei klar geworden, dass das Leben nicht nur aus ­Arbeit bestehe und dass das, was versäumt werde, nicht nach­geholt werden könne. «Gerade die Pflege von Beziehungen und da ist nicht nur die Partnerschaft gemeint, kommt oft zu kurz. Dabei wäre es so wichtig, den nahestehenden Menschen vermehrt zu sagen, dass man sie gern hat.» Männer seien allerdings, wenn es um Gefühle gehe, nicht so gewandt im Ausdruck, «aber da könnt ihr Frauen uns auf die Sprünge helfen». (adi)