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Kommentar

Das Herisauer Bahnhofprojekt ist eine Jahrhundertchance

Am 20. Oktober wird der Teilzonenplan Bahnhof Herisau den Bürgern zur Abstimmung vorgelegt. Dieser ist ein wichtiger Schritt für die Entwicklung der Gemeinde. Ein Nein zur Vorlage hätte weitreichende Folgen.
Alessia Pagani
Alessia Pagani (Bild: APZ)

Alessia Pagani (Bild: APZ)

Am 20. Oktober befindet das Herisauer Stimmvolk über ein zukunftsweisendes Geschäft. Mit dem zur Abstimmung gelangenden Teilzonenplan Bahnhof Herisau sollen die Voraussetzungen für eine umfassende Arealentwicklung geschaffen werden. Der Teilzonenplan legt die künftige bauliche Nutzung auf dem Gebiet fest.

Bauliche Anpassungen sind am Herisauer Bahnhof unumgänglich. Vor mehr als 100 Jahren gebaut, entspricht er nicht mehr den heutigen Bedürfnissen. Dass die Situation für Einheimische wie Touristen aufgewertet werden soll, dürfte für den Grossteil der Bevölkerung klar sein. Das jetzige, über Jahre entstandene Flickwerk muss verschwinden, das Potenzial des brachliegenden Gebietes genutzt werden. Dabei reicht Feinkosmetik in Form von teuren Einzelmassnahmen nicht mehr aus. Es muss vorausschauend gehandelt werden. Mit dem Teilzonenplan zeigt die Gemeinde Weitsicht. Sie wagt den Schritt nach vorne und schafft die Grundlagen, dass aus dem zentral gelegenen und unternutzten Areal das Optimum herausgeholt werden kann. Nicht nur für die kommenden Jahre, sondern – im Sinne unserer Nachkommen – für die kommenden Jahrzehnte.

Es soll eine neue Siedlung entstehen für Wohnen und Arbeiten. Geplant sind Bauten von bis zu acht Stockwerken. Der Bahnhof, in einer Mulde liegend, bietet dafür ideale Voraussetzungen. Dass schweizweit immer mehr in die Höhe gebaut wird, hat nicht zuletzt mit dem nationalen Raumplanungsgesetz zu tun. Verdichtung ist gefragt. Und auch die Herisauer Bevölkerung hatte dem Gesetz mit grosser Mehrheit zugestimmt. Nun einen Sinneswandel zu vollziehen, wäre widersprüchlich und falsch.

Die Ausgangslage ist komplex. Zwar geht es am 20. Oktober vordergründig nur um den Entscheid zum Teilzonenplan. Eine Ablehnung könnte allerdings weitreichende Folgen haben. Im Frühling wird die gesamte Kantonsbevölkerung über einen Rahmenkredit für die Verlegung des Bahnhofkreisels inklusive Verschiebung der Strassenführung abstimmen. Sagen nun die Herisauer Nein zum Teilzonenplan Bahnhof oder stimmen der Vorlage nur knapp zu, zeigen sie damit ihre Skepsis gegenüber dem Gesamtprojekt. Dies wäre ein schlechtes Signal. Es wird dann sehr viel schwieriger sein, auf kantonaler Ebene eine Mehrheit für das Projekt zu finden. Denn, warum sollte ein Bewohner von Reute dem Projekt zustimmen, wenn die Herisauer selber dieses hinterfragen? Dabei scheint für viele Ausserrhoder klar: Herisau, als Tor zum Appenzellerland, braucht einen neuen und zeitgemässen Bahnhof. Das Areal ist auch für den Kanton als Entwicklungsgebiet von grosser Bedeutung.

Immer wieder regen sich Ängste und Befürchtungen – dies vor allem in Bezug auf die Gebäudehöhen. Von Häuserschluchten ist die Rede. Solche Ängste sind unbegründet. Noch ist nichts gebaut und nichts entschieden. Der Teilzonenplan würde die Nutzungsflächen und die maximalen Gebäudedimensionen festlegen. Ob diese irgendwann bis zum Reizpunkt ausgenutzt werden, wird sich zeigen. Bis das ganze Areal dereinst bebaut wird, werden noch mehrere Jahrzehnte ins Land ziehen. Eine überdimensionierte Planung seitens von Investoren und Grundbesitzern würde allerdings die Gefahr bergen, dass leere und ungenutzte Flächen entstünden. Dies dürfte nicht im Sinne aller Beteiligten sein. Unbestritten ist, dass das gut erschlossene und zentrumsnahe Gebiet für Investoren interessant sein dürfte. Dass neue Wohn- und Gewerbeflächen wiederum neue Steuerzahler anziehen, ebenso.

Der Teilzonenplan ist ein wichtiger Schritt für Herisau. Die Gemeinde weiss um die Wichtigkeit des Vorhabens und hat in den vergangenen Monaten jede Gelegenheit genutzt, ausführlich über das Generationenprojekt zu informieren. Zudem haben sich im Pro Komitee Vertreter aller Parteien zusammengeschlossen und sich auffallend stark engagiert. Einzelinteressen, wie sie von den Gegnern und Referendumsführern immer wieder angebracht wurden, dürfen in diesem Fall nicht höher gewichtet werden als das öffentliche Interesse. Sondernutzungspläne geben sowohl der Gemeinde wie auch dem Volk zu einem späteren Zeitpunkt die Möglichkeit, in die Planung einzugreifen. Direktbetroffenen Anwohnern steht nach Einreichung ausgearbeiteter Projekte zudem das Recht von Einsprachen zu. Die Gemeindeverantwortlichen tun allerdings gut daran, die Befürchtungen sowie auch die Anliegen aus der Bevölkerung ernst zu nehmen, diese in die weitere Planung mit einzubeziehen und transparent und zeitnah über die weitere Entwicklung zu informieren.

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