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Das gute Schnäppchen

Brosmete
Esther Ferrari

Täglich stehen in meiner Mailbox irgendwelche Ferienangebote, seitdem ich via Internet eine Reise gebucht habe. Kürzlich stand zuoberst auf der Liste: «Suchen Sie nicht weiter! Die besten Angebote für die beliebtesten Ziele – von uns für Sie, Esther Ferrari, für Herisau gibt es Last-Minute-Angebote.» «Sapperlott», dachte ich mir! Regelmässig fahre ich nach Herisau, als Tourist war ich nie dort. Der Preis, im Gegensatz zu London 36 Franken, Paris 44, Zermatt und Genf 100 Franken, war für Herisau mit 120 Franken angegeben. Herisau ist immerhin ein Hauptort, und erst noch im Appenzellerland. Wohl deshalb stand als einzige Destination neben allen andern «noch ein Deal übrig». Solches muss genutzt werden. Ich fing an zu planen. Sollte ich mit einem Bahnbillett erster Klasse und per Taxi reisen, die Übernachtung mit einer Velotour durchs Appenzellerland verbinden, vielleicht über die Hundwilerhöhi wandern oder über Schwellbrunn, Degersheim, Schachen? Hunderte Möglichkeiten kamen mir in den Sinn. Ich würde eine Führung durch Herisau buchen. Lange war es her, seit ich zum letzten Mal in Herisau übernachtet habe, ausser im Spital, als ich krank war. Meine vier Kinder wurden auch dort geboren, allerdings vor dem Neubau im Jahr 1973. Weiter hatte ich einmal in Herisau ein paar Wochen lang eine kranke Freundin gepflegt, und meine Eltern, die an der Eggstrasse wohnten, hatte ich während derer letzten Tagen betreut. Auch fröhliche Abende im Freundeskreis hatte ich erlebt, war aber zur späten Stunde immer nach Urnäsch heimgekehrt. Noch unverheiratet, übernachtete ich bei meinen zukünftigen Schwiegereltern. Getreu den Sitten, allein in einem Zimmer und nicht bei meinem zukünftigen Mann. Dabei war ich bereits schwanger. Ein bisschen Wehmut kommt in mir hoch. Ich überlege, wie ich einen Abend in einem Herisauer Hotel gestalten würde. Sollte ich ihn allein verbringen, eine Telefonrunde starten oder wäre es besser, den Zufall spielen zu lassen? Mit irgendjemandem möchte ich anstossen mit einem guten Schnäpschen auf das gute Schnäppchen.

Esther Ferrari

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