Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Immer mehr private Alters- und Pflegeheime in Ausserrhoden

Die Alterspflege ist ein Wachstumsmarkt. Deshalb bauen und betreiben vermehrt private Firmen Pflegeheime. Die Gemeinden verlieren an Einflussmöglichkeiten. Das Modell hat für sie aber auch Vorteile.
Jesko Calderara
Gemeinden setzen für den Betrieb von Heimen vermehrt auf Investoren.

Gemeinden setzen für den Betrieb von Heimen vermehrt auf Investoren.

Auf der Pflegeheimliste 2018 des Kantons Appenzell Ausserrhoden sind 30 Heime mit total 1145 Plätzen aufgeführt. Sieben dieser Institutionen haben eine private Trägerschaft, sie gehören Stiftungen, Genossenschaften oder Firmen (siehe Kasten). Die Zahl der Pflegeheime, welche durch Privatinvestoren gebaut und betrieben werden, wird in den nächsten Jahren steigen. Entsprechende Projekte sind in Stein, Walzenhausen und Lutzenberg geplant. Weil solche Anbieter nicht dem Submissionsverfahren unterliegen, können sie Investitionen ohne langwierige Verfahren tätigen.

Skeptisch beurteilt diese Entwicklung der Kanton. Yvonne Blättler-Göldi sieht in solchen Modellen nur einen Vorteil: «Die öffentliche Hand trägt für den Betrieb kein finanzielles Risiko», sagt die Leiterin der Abteilung Pflegeheime und Spitex des kantonalen Departements Gesundheit und Soziales. Gleichzeitig bleibe aber die Verantwortung, Alters- und Pflegeheimplätze für die eigene Bevölkerung bereitzustellen, bei den Gemeinden. Dies sei eine schwierige Situation.

Pensionstarife könnten steigen

Kooperationen haben auch Nachteile. Werden der Bau und der Betrieb an Private übertragen, habe eine Gemeinde keinen Einfluss mehr auf das Angebot und die Anstellungsbedingungen, sagt Blättler-Göldi. Dies sieht auch Maria Heine Zellweger so. Die Lutzenberger Gemeinderätin ist Präsidentin der Kommission für das Alter. «Im Betrieb hätten wir kein Mitwirkungsrecht mehr», sagt sie. Allerdings werden die Gemeinden im Rahmen von Vertragsverhandlungen mit einem privaten Investor wie der Fortimo Group AG zur gegebener Zeit eine Leistungsvereinbarung abschliessen. Darin könnten einige Punkte geregelt werden, sagt Heine Zellweger. Als Beispiel erwähnt sie ein Vorrecht zur Miete der Wohnungen für die Einwohner. Dass Investoren vermehrt Alters- und Pflegeheime übernehmen, weckt noch andere Befürchtungen. So könnte der Faktor Wirtschaftlichkeit an Bedeutung gewinnen. «Im Gegensatz zu Gemeinden oder Stiftungen müssen Firmen Gewinne erwirtschaften», sagt Blättler-Göldi. Sie warnt deshalb vor steigenden Pensionstarifen. In einem Punkt sind private Anbieter jedoch den Gemeinden gleichgestellt: bei der Aufsicht. So werden die Qualitätsvorgaben für Alters- und Pflegeheime sowie Tages- und Nachtstrukturen für alle bewilligten Heime, unabhängig von der Trägerschaft, angewendet.

Hinweis

In einem weiteren Artikel kommen die privaten Anbieter zu Wort.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.