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«Das Gericht sah zu wenig Rauch»

Freispruch für einen Bauern, der sich wegen eines Feuers vor Bezirksgericht Appenzell verantworten musste. Ausgestanden ist die Chose allerdings noch nicht ganz.
Margrith Widmer
Schwere Widerhandlungen sind laut Gericht mehr als nur etwas trockenes Laub, das angezündet wird. (Bild: Fotolia)

Schwere Widerhandlungen sind laut Gericht mehr als nur etwas trockenes Laub, das angezündet wird. (Bild: Fotolia)

Der Innerrhoder Landwirt hatte am Silvestermorgen um 6 Uhr Abfallholz verbrannt. Angeblich sei eine Rauchsäule gen Himmel gestiegen. Doch: «Das Gericht sah zu wenig Rauch», so Bezirksgerichtspräsident Caius Savary bei der Urteilsverkündung. Deshalb wurde der Mann vom Vorwurf des schweren Verstosses gegen die Luftreinhalteverordnung freigesprochen. Der Landwirt hatte am Silvester Altholzabfälle verbrannt. Jemand muss dies gemeldet und Polizei sowie Feuerwehr alarmiert haben. Die Feuerwehr löschte das Feuer. Die Staatsanwaltschaft erliess einen Strafbefehl und verurteilte den Mann zu 400 Franken Busse plus 405 Franken Verfahrenskosten. Diese focht er an. Er habe vier Jahre altes Abfallholz – «alte Ware» halt – «einfach angezündet», sagte der Bauer vor Gericht: «Das ist eine hirnverbrannte Sache. Das Holz war trocken und der Boden gefroren.» Das Gericht sah darin keine schwere Widerhandlung gegen die Luftreinhalteverordnung. Die Kosten von insgesamt 1927 Franken gehen zu Lasten des Staats.

Wasserdampf statt Rauch

Als die Feuerwehr gelöscht habe, sei Wasserdampf entstanden, so Caius Savary. Es handle sich um einen leichten Fall. Das Bezirksgericht müsse sich laut kantonalem Gesetz nur mit schweren Fällen befassen. Schwere Widerhandlungen seien aber mehr als nur etwas trockenes Laub. Eine schwere Widerhandlung wäre ein solches Feuer in Dorfnähe. Leichte Fälle seien Sache des Bezirksrats. «Was der Bezirksrat machen wird, wissen wir nicht», so Savary. Die Kosten des Feuerwehreinsatzes habe der Beschuldigte ja bezahlt. Der Bezirksrat hat die Kompetenz, Bussen bis zu 2000 Franken zu verhängen.

Bei der Urteilsverkündung war der zuständige Staatsanwalt anwesend, während des Prozesses nicht: Da sich der Beklagte selber verteidigte und keinen Verteidiger hatte, durfte der Staatsanwalt ebenfalls nicht vor Schranken plädieren – so die Erklärung Savarys.

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