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Bald singen alle Appenzeller die gleichen Lieder

Es ist ein Novum: Ab dem neuen Schuljahr singen Ausser- und Innerrhoder Schulkinder aus dem gleichen Liederbuch. Nächste Woche wird das Werk in Teufen feierlich vorgestellt.
Karin Erni
Ingrid Brühwiler und Vreni Kölbener sind die Geburtshelferinnen des ersten Appenzeller Liederbuchs. (Bild: KFR)

Ingrid Brühwiler und Vreni Kölbener sind die Geburtshelferinnen des ersten Appenzeller Liederbuchs. (Bild: KFR)

Gut Ding will bekanntlich Weile haben. Es dauerte vier Jahre, bis das erste Appenzeller Liederbuch zustande kam. Nun liegt es druckfrisch auf dem Tisch: Das fröhlich illustrierte Werk enthält 95 klassische und neue Appenzeller Lieder. «Es ist das erste Mal, dass die beiden Kantone gemeinsam ein Schulbuch entwickelten», sagt Projektleiterin Vreni Kölbener. Die heutige Schulleiterin von Waldstatt erinnert sich an die Anfänge. «Ich war damals Lehrmittelverantwortliche von Appenzell Innerrhoden. Als unser Liederbuch vergriffen war, wandte ich mich an Joe Manser vom Zentrum für Appenzellische Volksmusik in Gonten. Wir waren uns einig, dass man das Werk komplett überarbeiten und neu auflegen müsste.»

Im Rahmen der Appenzeller 500-Jahr-Feierlichkeiten haben die Kantone gemeinsame Projekte realisiert, erinnert sich Kölbener. «Das Singen ist appenzellisches Kulturgut, da lag es nahe, ein gemeinsames Singbuch herauszugeben.» In Ausserrhoden stiess die Idee beim damaligen Regierungsrat Rolf Degen auf offene Ohren, denn auch das Ausserrhoder Singbuch «Aus der Heimat» war längst vergriffen.

Zwei Regierungsmitglieder als Triebfedern

Vom Innerrhoder Landammann Roland Inauen habe sie den Auftrag und auch viel fachliche und auch ideelle Unterstützung erhalten, erinnert sich Vreni Kölbener. Die Arbeitsgruppe war schon eine Weile an der Arbeit, als sie unter der Ägide des Ausserrhoder Regierungsrats Alfred Stricker – selber ein begeisterter Sänger – vergrössert wurde und zusätzlich Fahrt aufnahm. Die Finanzierung erfolgte zu je 50000 Franken durch die beiden Kantone, weitere 50000 Franken leisteten Stiftungen. Diese hätten nur eingewilligt, wenn das Buch für die Allgemeinheit von Nutzen ist, ergänzt Ingrid Brühwiler vom Ausserrhoder Bildungsdepartement. Die Lieder seien zwar kindgerecht zweistimmig geschrieben. «Chöre können aber mit wenig Aufwand zusätzliche Stimmen hinzufügen.»

Arbeitsaufwand massiv unterschätzt

Es bildeten sich Projektgruppen aus beiden Kantonen, die an unzähligen Abenden und Samstagen zusammensassen. «Wir mussten zuerst sämtliche Urheberrechte abklären», erinnert sich Vreni Kölbener. Die Dialektschreibungen mussten angepasst und die Notationen überarbeitet werden. «Es war alles viel komplizierter, als wir am Anfang gedacht haben, aber wir wollten alles richtig machen.» Das Liedgut wurde entrümpelt. So hat es das alte Innerrhoder Landsgemeindelied nicht mehr ins Buch geschafft. Die Ausserrhoder «Ode an Gott» dagegen durfte bleiben. Auch neue Lieder sind vertreten, wie jene von Dölf Mettler, der einige Eigenkompositionen beigesteuert hat. Das Buch enthält mehr Ratzliedli als sein Vorgänger. Die Lieder mussten allerdings zuerst jugendfrei gestaltet werden, wie Vreni Kölbener schmunzelnd erzählt. Für die Illustrationen entschied man sich für den Trogner Werner Meier. Der Zeichnungslehrer ist selber Volksmusiker. «Dadurch waren wir sicher, dass er mit Leidenschaft dabei ist.» Ein Glossar, in dem Begriffe aus den Liedern erklärt werden, ergänzt das Buch. In nächster Zeit folgen noch Audioaufnahmen, die im Internet abgerufen werden können, ebenso wie die Gemeindelieder. Das Buch ist im Buchhandel erhältlich und kann an der Vernissage vergünstigt gekauft werden.

Hinweis Vernissage Appenzeller Liederbuch Freitag, 22. Juni 17.30 Uhr im Zeughaus Teufen

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