Das Gastgewerbe profitiert am meisten von den Festspielen

HUNDWIL. Das Festspiel «Der dreizehnte Ort» ist seit der Dernière vom 24. August Geschichte. Insgesamt fast 15 000 Gäste besuchten das Freilichtspektakel auf dem Landsgemeindeplatz in Hundwil.

Roman Hertler
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Die vielen Besucher der Festspiele in Hundwil bescherten vor allem dem örtlichen Gastgewerbe gute Umsätze. (Bild: mab)

Die vielen Besucher der Festspiele in Hundwil bescherten vor allem dem örtlichen Gastgewerbe gute Umsätze. (Bild: mab)

Hundwil. Das Festspiel «Der dreizehnte Ort» ist seit der Dernière vom 24. August Geschichte. Insgesamt fast 15 000 Gäste besuchten das Freilichtspektakel auf dem Landsgemeindeplatz in Hundwil. Wirkte sich die grosse Besucherzahl positiv auf das Gewerbe im Dorf aus? Oder gereichten die Strassensperren während der Proben und an einigen Samstagen zum Nachteil der Geschäfte in Hundwil?

Gastgewerbe profitierte

Hans Oertle, Präsident des Verkehrsvereins und Inhaber der Bäckerei Mühle und des Restaurants Hirschen in Hundwil, sagt: «Die verkehrsfreien Samstage haben wir schon gespürt.» Doch dramatisieren will er nichts. «Das Festspiel war für uns und die Gemeinde insgesamt ein positiver Anlass.» Aufgrund des guten Wetters haben sich viele Festspielbesucher vor und nach der Aufführung in den Restaurants in Hundwil eingefunden. «Jene, die Tische im Freien aufstellen konnten, hatten immer volles Haus.» Die ausbleibenden Einnahmen aus dem Durchreisenden-Verkehr haben dadurch mehr als kompensiert werden können, resümiert Oertle.

Der Geschäftsführer des Restaurants Bären, Adrian Höhener, spricht sogar von einem nachhaltigen Erfolg für seinen Betrieb: «Während der Festspieltage waren wir stets ausgebucht.» Ohne Reservation habe man kaum noch einen Tisch erhalten. «In dieser Zeit konnten wir uns einem neuen Publikum präsentieren.» Viele Festspielgäste seien bereits wieder bei ihm eingekehrt. Auch das Kulturprogramm werde seit Ende August merklich reger besucht, so Höhener. Die Geschäftsführung im «Bären» übernahm Höhener erst im Juni dieses Jahres. Die Festspiele bescherten dem jungen Unternehmer einen ausserordentlich guten Start im «Bären».

Zurückhaltende Äusserungen

Für das Gastgewerbe lohnten sich die Festspiele offenbar. Im Zuge dessen konnten auch die Zulieferer profitieren. In der Metzgerei Ammann möchte man aber noch nicht Bilanz ziehen. Es sei im Moment noch zu früh, konkrete Aussagen über die Geschäftsentwicklung zu machen, heisst es auf Anfrage. Auch Vreni Fiechter, Geschäftsführerin des Spezialitätenhandels Appenzeller Line GmbH, äussert sich zurückhaltend: «Es ist tatsächlich schwierig zu klären, ob nun mehr Kunden, nur weil sie an den Festspielen waren, jetzt bei mir einkaufen kommen.» Momentan laufe es gut im Laden, was sie aber eher auf den beginnenden Weihnachtsverkauf münzt.

Kritische Stimmen gab es im Vorfeld der Spiele wenige. Die Strassensperren während der Proben und an den verkehrsfreien Samstagen liessen vereinzelt Umsatzeinbussen befürchten. «Wir sind abhängig vom Durchgangsverkehr», sagte etwa Garagist Hans Waldburger bereits im Mai gegenüber der Appenzeller Zeitung. Heute möchte er die Angelegenheit nicht mehr kommentieren.

Johannes Oertle Inhaber der Bäckerei «Mühle» und Verkehrsvereins-Präsident. (Bild: Archiv)

Johannes Oertle Inhaber der Bäckerei «Mühle» und Verkehrsvereins-Präsident. (Bild: Archiv)