Das ganze Dorf am Markt

Der 22. Martinimarkt hat von perfekten Wetterbedingungen profitiert. Wie ein Klassentreffen ist der Markt im Dorfkern Mogelsbergs zu einem jährlichen Publikumsmagnet gewachsen.

Olivia Hug
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Für Hölzige wohl keine Schwierigkeit: Wettbewerb «Holzarten bestimmen» am Stand des Staatswaldes Mogelsberg. (Bilder: Olivia Hug)

Für Hölzige wohl keine Schwierigkeit: Wettbewerb «Holzarten bestimmen» am Stand des Staatswaldes Mogelsberg. (Bilder: Olivia Hug)

MOGELSBERG. Zum Glück gibt es den Martini-Sommer. Wenn der Sommer vorbei ist, die ersten Tage in der Nebelsuppe verbracht worden sind und der Winter noch nicht hereingebrochen ist, lässt Ersterer nochmals frühlingsähnliche Gefühle aufkommen. Ein idealer Zeitpunkt, um sich auf den Advent einzustimmen und die letzten Sonnenstrahlen zu geniessen – vielleicht sogar bei einer selbstgemachten Glace oder einem Soft-Ice. Ein idealer Zeitpunkt auch, um einen Markt zu organisieren: Das zumindest hat Martinimarkt-Chefin Maja Meyer-Böhm vor 22 Jahren erkannt. Dass es den Martini-Sommer wirklich gibt, verrät sie, wisse sie schon seit 59 Jahren: «Ich habe Anfang November Geburtstag.» Den Musikanten sei zwar auch schon die «Guuge» fast eingefroren und mit dicken Stiefeln habe man schon schlotternd einen Punsch in den Händen gehalten, aber meistens geniesse der Markt tolle Wetterbedingungen. Schnee geschaufelt hat das Markt-OK mit seinen Helferinnen und Helfern noch nie, «auch wenn wir an der letzten Sitzung vor dem Markt immer den Fall besprechen, dass wir morgens um drei mit den Schaufeln auf dem Platz stehen müssen».

Ein Erfolgsmarkt

Der Martinimarkt ist eine Erfolgsgeschichte. Plaziert zwischen Viehschau und Weihnachten, nach dem Zahltag, zieht er seit 22 Jahren etliche Besucherinnen und Besucher an und der Markt ist mit über 70 Ausstellerinnen und Ausstellern ausgebucht. Zwei Monate nach Versand der Einladung an die Ausstellenden zieht die «First come first served»-Ordnung eine Warteliste und Absagen nach sich. «Jeder Zentimeter rund um die Dorfkreuzung ist ausgenutzt», sagt Maja Meyer-Böhm. Über die Hälfte der Ausstellerinnen und Aussteller stammt aus der Gemeinde Neckertal. Das Markt-OK nimmt dies als Zeichen, dass die Marktidee noch funktioniere. Über 80 Prozent jener, die einen Stand aufstellen, melden sich auch im folgenden Jahr wieder an. Und auch die Besucherinnen und Besucher kommen immer wieder – wie an ein Klassentreffen.

Markt für alle Bedürfnisse

Der Martinimarkt war einmal mehr ein grosser Publikumsmagnet. Schon vor dem Mittag reihten sich die parkierten Autos vom Dorf bis zum Bahnhof. Beim breiten Angebot von Selbstgebackenem, Gebasteltem, Gestaltetem oder Gestricktem konnte jede und jeder fündig werden. Für Kinder, Jasser, Raclette-Esser, Musikliebhaber, Leseratten, Biker und Hexen stellten die örtlichen Vereine ein interessantes Angebot auf die Beine. Maja Meyer-Böhm sprudelte vor Freude und war Feuer und Flamme für den Mogelsberger Markt: «Klar, wollen wir da mindestens bis zum 25-Jahr-Jubiläum weitermachen.»

Zwiebeln aus dem eigenen Garten bei den Bäuerinnen und Landfrauen Ebersol. (Bild: Olivia Hug)

Zwiebeln aus dem eigenen Garten bei den Bäuerinnen und Landfrauen Ebersol. (Bild: Olivia Hug)