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Neugestaltung des Landsgemeindeplatzes in Trogen steht vor der Vollendung – ob die feierliche Einweihung stattfinden kann, ist aber unklar

Er gilt als einer der schönsten Plätze der Schweiz. Vom 25. bis 27. Juni soll der neugestaltete Landsgemeindeplatz in Trogen feierlich eingeweiht werden. Die definitive Entscheidung erfolgt Ende April.

Charlotte Kehl
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Der Landsgemeindeplatz in Trogen sowie Vorplätze und Zufahren wurden neu gepflästert.

Der Landsgemeindeplatz in Trogen sowie Vorplätze und Zufahren wurden neu gepflästert.

Bild: Hanspeter Schiess Fotografie

Trognerinnen, Trogner und Durchreisende mussten von März bis Oktober 2020 einiges hinnehmen an Verkehrs- und Parkplatzeinschränkungen rund um den Landsgemeindeplatz. Nun ist das Werk aber beinahe vollbracht. Mit der Garten-Neugestaltung beim Fünfeckpalast als vielseitig nutzbare Oase wird das letzte Puzzleteil eingesetzt. Danach soll der «Platz von nationaler Bedeutung», wie der Kunstführer zur Pfarrkirche Trogen aus dem Jahr 1992 betont, vom 25. bis 27. Juni feierlich und fröhlich eingeweiht werden – sofern Corona es erlaubt.

Im oben genannten Kunstführer wird der Platz wie folgt beschrieben: «Der Landsgemeindeplatz von Trogen ist eine der herausragendsten Schöpfungen herrschaftlicher Siedlungsstruktur in der Schweiz. Kein Dorfplatz in der Schweiz besitzt diese Ausgewogenheit von Raum und Begrenzung, von Ordnung und Mass, von natürlichem Wuchs und bezähmender Architektur.» In diesem Bewusstsein wurden die denkmalgeschützten Gebäude rund um den Platz in den vergangenen Jahren sorgfältig renoviert. Und mit der Pflästerung konnte nun der Bogen zu einer Einheit gespannt werden.

Definitive Entscheidung erfolgt am 30. April

Im Jahr 2011 hat sich das Stimmvolk von Trogen zur Neugestaltung entschieden, obwohl das Vorhaben im Vorfeld viel zu reden gab. Verschiedene Zufahrten und Vorplätze wurden mit einbezogen und durch die Pflästerung in einen einheitlichen Platz mit verlängerten Armen verwandelt. Der Schilderwald ist verschwunden, ein modernes Beleuchtungssystem rückt den grosszügigen historischen Platz ins beste Licht. Und es darf auch wieder auf ihm parkiert werden. Die Führung für die Planung und Durchführung des Bauprojekts hatte der Kanton inne, da auch Kantonsstrassen involviert waren und daher ein Teil der Finanzierung durch den Kanton erfolgte.

Die Führung für die Planung des grossen Einweihungsfestes hat ein Komitee unter der Leitung von Manu Stieger, zusammen mit der Gemeindepräsidentin Dorothea Altherr; Alex Zahner, Kronengesellschaft; Simone Thoma, Gemeinderätin; Ursi Steinhauser, Leiterin Amt für Kultur AR und Nora Olibet, Evangelische Kirche Trogen. «Das Protokoll unseres ersten Treffens trägt das Datum 3. November 2020», erzählt Manu Stieger. «Seither haben wir von den vielen Ideen schon einige dingfest gemacht. Ein Programmvorschlag besteht und wir haben schon sehr viele Zusagen von Künstlerinnen und Künstlern und Gastrobetrieben.» Voraussetzung für die Durchführung sind und bleiben aber die Pandemiemassnahmen des Bundes. «Wir werden am 30. April definitiv entscheiden, ob das Fest vom 25. bis 27. Juni tatsächlich stattfinden kann, oder ob es verschoben werden muss», erklärt Dorothea Altherr.

«Als Tribut an die ursprüngliche Nutzung des Platzes hoffen wir, den alten Landsgemeindestuhl als Bühne vor der Kirche einweihen zu können», begeistert sich Manu Stieger. «Ein Dach darüber, um Musiker, Instrumente und Redner zu schützen, wird uns allerdings einiges kosten», erklärt Simone Thoma. «Damit erreicht unser Budgetplan gute 50000 Franken», resümiert Alex Zahner. «Stiftungen sollten jetzt angefragt werden», ergänzt er, «wofür wir das definitive Budget brauchen.» Flyer, Plakate und Einladungen müssen kreiert und erstellt werden – und das alles in der Ungewissheit, ob das Fest Ende Juni tatsächlich stattfinden kann. Keine leichte Aufgabe für die Initiantinnen und Initianten

Markt, Musik und Spiele

Für die Öffentlichkeit beginnt das Fest am Freitagabend um 20 Uhr mit einem Konzert, und feurigen Darbietungen. Es kann mit Nachtführungen und Barbesuchen beliebig ausgedehnt werden. Am Samstag um 9 Uhr wird das Programm mit einem erweiterten Krämermarkt, einem langen Tisch, Musik vom Kanti-Nachwuchs und dem Engagement verschiedener Vereine fortgesetzt. Inszenierungen auf dem Platz, Strassenmusikantinnen und -musikanten, offene Häuser, Führungen, Spiele und Theater für Kinder, Getränkebar (wenn möglich im alten Grenadierzelt) werden am Nachmittag und Abend den Platz bis in die äussersten Fingerspitzen hinaus farbenfroh aktivieren und bevölkern. Natürlich öffnen die Gastronomen rund um den Platz für Essen und Trinken sowie Stobete oder Barbetrieb.

Am Sonntag macht eine ökumenische Feier mit Musik den feierlichen Auftakt in der Kirche. Aber auch Kaffee und Gipfeli, Yoga, ein Sonntagsbraten und weitere Darbietungen für Kinder und Erwachsene auf dem Platz werden nicht fehlen, bis das Fest um 14 Uhr ausklingt, und der Platz wieder der alltäglichen Nutzung übergeben wird.