Das Ende der Sektionschefs

Die direkten Anlaufstellen für militärische Belange in den Gemeinden sind ab 1. Januar 2016 Geschichte: Aus Spargründen werden die Sektionschefs abgeschafft. Neuer Ansprechpartner ist das Kreiskommando AR.

Monika Egli
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Verkleinerte Armee, mit dem Kanton vernetzte Gemeinden, allumfassendes Internet: Die Sektionschefs haben an Bedeutung verloren. (Bild: Armee)

Verkleinerte Armee, mit dem Kanton vernetzte Gemeinden, allumfassendes Internet: Die Sektionschefs haben an Bedeutung verloren. (Bild: Armee)

AUSSERRHODEN. Nicht zuletzt liegt es an den elektronischen Medien, dass es ab übermorgen keine Sektionschefs und -chefinnen mehr gibt. Der Ausserrhoder Kreiskommandant Florian Hunziker erklärt, dass sich von den heutigen jungen Personen kaum noch jemand die Mühe mache, wegen einer militärrelevanten Frage zum Sektionschef in seinem Dorf zu gehen. «Zwei, drei Klicks im Internet, und man findet eine Antwort auf jede Frage.» Und war der Sektionschef früher oft über Jahrzehnte im Amt, «sind es heute nicht selten frischgebackene Verwaltungsangestellte, die ihre ersten Sporen in der Einwohnerkontrolle abverdienen und gleich nach der Lehre zu Sektionschefs gewählt werden.» Es seien also junge Berufsleute, die vielleicht noch nicht einmal Militärdienst absolviert haben, ihr Wissen darüber sei deshalb oftmals minimal. «Die Bedeutung der Sektionschefs hat in den letzten Jahren stark abgenommen», zieht Florian Hunziker ein Fazit.

Datenlieferung automatisiert

Nun waren die Sektionschefs natürlich nicht nur Auskunftspersonen. Sie waren dafür zuständig, das Kreiskommando mit Daten der Einwohnerkontrolle zu versorgen, also Adress- und Zivilstandsmutationen sowie Angaben zu Stellungspflichtigen bekanntzugeben. Auch diese Aufgabe übernimmt künftig der Computer. Da alle Gemeindeverwaltungen mit dem Kanton vernetzt sind, braucht es nur wenige Anpassungen, damit die relevanten Daten automatisiert an das Kreiskommando geliefert werden. «Es kommt deshalb auch nicht besonders viel zusätzliche Arbeit auf uns zu», sagt Florian Hunziker. Die Kapazitäten in seiner Dienststelle seien vollauf ausreichend.

Dem Sparen zum Opfer gefallen

Es ist eine Ära, die morgen Donnerstag zu Ende geht – ohne viele Nebengeräusche, wie Florian Hunziker anmerkt. Nötig wurde dieser Schritt aus Spargründen. «Auch wir waren aufgefordert, im Rahmen der Aufgabenüberprüfung Sparideen zu liefern.» Kreiskommandant Hunziker machte dem Regierungsrat verschiedene Vorschläge, unter anderem die Aufhebung der Sektionschefs. Die Einsparung, rund 26 000 Franken, ist im Voranschlag 2016 bereits enthalten.

Verband ist bereits aufgelöst

Die Sektionschefs abzuschaffen, ist ein schweizweiter Trend. So gibt es nur noch wenige Kantone, die diesen Schritt noch nicht vollzogen haben. Dazu gehört der Kanton St. Gallen, der für die Aufgaben der Sektionschef allerdings keine Entschädigung bezahlt. Bereits 2013 wurde der Verband Schweizerischer Sektionschefs aufgelöst. Auch die Ausserrhoder Sektionschefs haben sich in einem Verein organisiert; ihnen wird nicht viel anderes übrig bleiben, als diesen im kommenden Jahr ebenfalls aufzulösen.

Florian Hunziker Ausserrhoder Kreiskommandant (Bild: pd)

Florian Hunziker Ausserrhoder Kreiskommandant (Bild: pd)

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