ARA Trogen ist an ARA Altenrhein angeschlossen: Abwasser marsch!

Das Abwasser aus Trogen und Wald wird neu nach Altenrhein geleitet. Der Anschluss musste vorgezogen werden. Zu marode sind die Anlagen in der Kläranlage Brändli. 

Astrid Zysset
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Christoph Egli, Geschäftsführer Abwasserverband Altenrhein, Frank Lükewille, Projektleiter Siedlungsentwässerung, Edith Beeler, Gemeindepräsidentin Wald, Dorothea Altherr, Gemeindepräsidentin Trogen, und Urs Niederer, Gemeinderat Trogen.

Christoph Egli, Geschäftsführer Abwasserverband Altenrhein, Frank Lükewille, Projektleiter Siedlungsentwässerung, Edith Beeler, Gemeindepräsidentin Wald, Dorothea Altherr, Gemeindepräsidentin Trogen, und Urs Niederer, Gemeinderat Trogen.

Bild: Astrid Zysset

Christoph Egli, Geschäftsführer des Abwasserverbandes Altenrhein (AVA), sprach von einem «grossen Moment»: Die Kläranlage Trogen-Wald im Brändli wurde an die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Altenrhein angeschlossen. Nach Speicher und Rehetobel leitet nun die letzte ARA im Goldachtobel ihr Abwasser zur Anlage Altenrhein. Es sei eine Win-win-Situation, sagte Egli: Der AVA hat aufgrund seiner Grösse eine bessere Wirtschaftlichkeit vorzuweisen, die Gemeinden Trogen und Wald verfügen über eine nachhaltige Lösung und besser gereinigtes Abwasser. In Altenrhein ist seit anfangs September nämlich die vierte Reinigungsstufe in Betrieb, welche Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser entfernt.

Eigentlich hätte der AVA-Anschluss erst im nächsten Jahr erfolgen sollen. Die Kläranlage Brändli stammt aus den 70er-Jahren. Einige Aggregate sind am Ende ihrer Lebensdauer angekommen. Darum entschlossen sich die Projektverantwortlichen, «aufs Gas zu treten», wie Egli es umschrieb und den Anschluss vorzuziehen. Heute ist in einem Gebäudeteil ein Provisorium in Betrieb. Die Anlagetechnik ist dort untergebracht. Das Abwasser wird in den beiden ehemaligen 350 Kubikmeter grossen Faul- und Schlammtürmen gestaut, bevor es ab einem bestimmten Volumen mit 50 Litern pro Sekunde in die Leitung abgelassen wird, welche zur ARA Altenrhein führt. Im Frühling werde dann das Nebengebäude der Kläranlage Brändli umgebaut, sodass im Herbst die ganze Systemtechnik und Tagesstapelbecken dort untergebracht werden können. Wofür das Hauptgebäude der Kläranlage einmal genutzt werden soll, ist noch unklar. Es ist im Besitz des seit 1989 bestehenden Abwasserverbandes Trogen-Wald (AVTW).

Nachhaltige Lösung für die Gemeinden

Walds Gemeindepräsidentin Edith Beeler und Trogens Gemeindepräsidentin Dorothea Altherr waren bei der Erstablassung zugegen. Genau genommen war es ein Rad, das gedreht werden musste, um die Leitung zu öffnen. «Bei uns laufen solch feierliche Akte ohne das Durchschneiden eines Bandes oder einen symbolischen Spatenstich ab», sagte Egli scherzhaft. «Wir sind da nicht so emotional.» Die beiden Gemeindepräsidentinnen zeigten sich vom Projekt beeindruckt. «Es ist schön, dass wir einen verlässlichen Partner wie den AVA zur Seite haben», so Altherr. Die beiden Gemeinden respektive der AVTW hatte 2014 einer Anschlussoption zugestimmt. Sie sahen sich mit einem Investitionsbedarf von rund drei Millionen Franken für die Sanierung der Kläranlage Brändli konfrontiert. Da erschien der AVA-Anschluss, auch wenn er mit 3,2 etwas über drei Millionen lag, auf lange Sicht die wirtschaftlichere Lösung. «Wir müssen künftig keine Investitionen mehr tätigen», so Altherr. Zudem werde der Säglibach entlastet. In diesen wurde bislang das gereinigte Abwasser geleitet. Im November 2017 fiel der Entscheid zum Anschluss an der Urne, im März 2018 gab die Delegiertenversammlung des AVA ihre Zustimmung, und der Regierungsrat versprach die Übernahme eines Drittels der Kosten.

Neue Leitung musste erstellt werden

Neu fliesst das Abwasser aus Wald und Trogen über eine 1,3 Kilometer lange Leitung durch das Goldachtobel zur Lobenschwendi in Rehetobel. Anspruchsvoll seien die Bauarbeiten gewesen, so der Projektleiter Siedlungsentwässerung beim AVA, Frank Lükewille. Das Rohmaterial für die Leitung musste per Helikopter ins Goldachtobel geflogen werden, die Topografie war eine Herausforderung. Zudem musste die Linienführung aufgrund von Schutzmassnahmen für Grundwasserquellen angepasst werden. Alles in allem: Kein leichtes Unterfangen. Doch es verlief reibungslos. Nach fünf Monaten konnte die Bauzeit abgeschlossen werden.