Das Ende der Chifli-WG

Es war Zeit, dass der Sommer zu Ende ging. Und mit ihm die Sommerserie «A1 – die Raststätte» des Schweizer Fernsehens. Die beiden männlichen Protagonisten, Roger Stump aus Schönengrund und Facebook-Star Bendrit Bajra, hatten sich zuletzt nur noch angefeindet.

Michael Genova
Drucken
Teilen
Eisige Stimmung in der Fernseh-Wohngemeinschaft: Eva Mayer versuchte zwischen Weltenbummler Roger Stump (Mitte) und Facebook-Star Bendrit Bajran zu vermitteln. (Bilder: SRF)

Eisige Stimmung in der Fernseh-Wohngemeinschaft: Eva Mayer versuchte zwischen Weltenbummler Roger Stump (Mitte) und Facebook-Star Bendrit Bajran zu vermitteln. (Bilder: SRF)

Es war Zeit, dass der Sommer zu Ende ging. Und mit ihm die Sommerserie «A1 – die Raststätte» des Schweizer Fernsehens. Die beiden männlichen Protagonisten, Roger Stump aus Schönengrund und Facebook-Star Bendrit Bajra, hatten sich zuletzt nur noch angefeindet. WG-Mitbewohnerin Eva Mayer brachte es auf den Punkt: «Für mich war es eine Chifli-WG.» Bendrit verliess die Wohngemeinschaft bereits einen Tag früher, und Eva Mayer fand, dass der 19-Jährige eine Lücke hinterliess. Nicht so Stump: «Das gibt doch keine Änderung mehr.»

Ein Generationenkonflikt

Beim letzten gemeinsamen Abendessen der drei WG-Bewohner war die Stimmung getrübt. Bendrit hatte den ganzen Tag gegen Stump gestichelt. So sehr, dass Eva Mayer Bendrit ermahnte, sich zu mässigen: «Du machst den Roger total durcheinander. Du bist eine Gurke!»

Dass Welten zwischen dem 73jährigen Weltenbummler und dem 19jährigen Muttersöhnchen liegen, zeigte sich schon zu Beginn der Serie. Dazu kam, dass der mediengewandte Bendrit von Anfang an als Liebling des «Blick» feststand. Durchschaubar, denn auf der Website von «Blick am Abend» veröffentlicht Bendrit regelmässig eine Videokolumne. Für Stump hingegen hatte die Boulevardzeitung wenig übrig und beleidigte ihn drei Wochen lang als «Furzer». Das sei das einzige, was ihn gestört habe, sagte Stump gestern am Telefon. «Das ist eine verdammte Frechheit.» Er habe Bendrit gebeten, mit der Zeitung Kontakt aufzunehmen. Eine Antwort erhielt er jedoch nie. Er bereue seinen TV-Auftritt nicht, schliesslich sei er es als Gastronom gewohnt, unter Leuten zu sein und im Mittelpunkt zu stehen. Nur der Strassenlärm und der Schlafmangel hätten ihm zunehmend zu schaffen gemacht. «Nun kann ich wieder in Ruhe schlafen und mit meinem Töff fahren», so Stump. In Schönengrund und bis nach Gossau sei er auf seinen Auftritt angesprochen worden. «Die Rückmeldungen waren ausschliesslich positiv.» Stump deutete an, dass ein weiteres TV-Engagement folgen könnte, Konkretes war ihm aber nicht zu entlocken. Auf jeden Fall werden man ihn bald wieder als Bahnhofpate in Buchs antreffen.

«Kuhschwanz bleibt länglich»

Der bisweilen sperrige Stump blieb sich bis zum Ende treu. Im Gegensatz zu Bendrit brauchte er keine Managerin, die ihn betreute. Er war ehrlich, roh, echt – ohne Rücksicht aufs eigene Image. So auch in der Schlussrunde mit Moderator Michael Weinmann. Die immer fröhliche Eva Mayer war voll des Lobes. Sie fand die Sommerserie des Schweizer Fernsehens «interessant und abwechslungsreich – einfach gut». Auch ihr Mann Toni war begeistert: «Ich fand es super, es war ein happy day.» Doch Stump dachte gar nicht erst daran, in den Lobgesang einzustimmen. Auf die Frage des Moderators, was von den drei Wochen bleibe, sagte er: «Es ist wie überall auf der Welt. Die jungen Leute lassen die Sauerei einfach liegen.» Er habe sich nicht vorstellen können, dass es am Wochenende auf der Raststätte so schlimm sei. Abschliessend könne er nur eines sagen: «Alles ist vergänglich, nur der Kuhschwanz, der bleibt länglich.»

Ungeduldig und ohne Berührungsängste: Roger Stump beim Betonieren eines Sockels bei der Autobahnraststätte Würenlos.

Ungeduldig und ohne Berührungsängste: Roger Stump beim Betonieren eines Sockels bei der Autobahnraststätte Würenlos.