Das Ei ist fertig verpackt

Neun Millionen Hühner gibt es in der Schweiz. Davon leben 2000 auf dem Bauernbetrieb der Familie Abderhalden in Starkenbach. Bedenkt man, dass im Durchschnitt 85 Prozent der Hühner täglich ein Ei legen, dann sind das im Bio-Legehennen Betrieb der Abderhaldens täglich eine beachtliche Menge Eier.

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Das Ei auf dem Eierband hat die gleiche Farbe, wie das Huhn, das es gelegt hat.

Das Ei auf dem Eierband hat die gleiche Farbe, wie das Huhn, das es gelegt hat.

Neun Millionen Hühner gibt es in der Schweiz. Davon leben 2000 auf dem Bauernbetrieb der Familie Abderhalden in Starkenbach. Bedenkt man, dass im Durchschnitt 85 Prozent der Hühner täglich ein Ei legen, dann sind das im Bio-Legehennen Betrieb der Abderhaldens täglich eine beachtliche Menge Eier. «Im Moment ist das auch nötig. Denn vor Ostern haben wir Hochbetrieb», sagt Ernst Abderhalden. Zusammen mit seiner Frau Anni und den Söhnen Ueli und Christian, sorgen sie sich nicht nur um die Hühner und deren Eier, sondern auch um Kühe und die Herstellung von Milchprodukten und: «Sobald der Schnee weg ist, beginnen wir wieder mit der Bepflanzung von unseren Kräutern», sagt Anni Abderhalden.

Beste Lebensbedingungen

Schon seit jeher stellt sich die Frage: Was war zuerst, das Huhn oder das Ei? Wenn man bei den Abderhaldens im Hühnerstall steht, dann wird einem bewusst, dass das Huhn zuerst sein musste. Denn das Ei auf dem Förderband kommt von der Henne. Damit diese Hühner ihrer Arbeit, dem Legen von Eiern, ruhig nachgehen können, benötigen sie die bestmöglichen Lebensbedingungen. Dafür sorgt die Familie Abderhalden. «1989 haben wir mit 500 Hennen begonnen. Die Vorschriften zur Haltung haben sich in den Jahren ständig geändert.» Ernst Abderhalden hat den Hühnerstall mit eigenen Ideen über all die Jahre optimiert bis 2004 ein neuer Stall gebaut wurde. Die 2000 Hühner und die 30 Güggel können sich in dem grossen, gedeckten Stall frei bewegen – und auch fliegen.

Im Winter können die Tiere in einen Wintergarten, der mit frischer Luft durchflutet ist. «Frische Luft ist für die Haltung der Tiere und die Qualität der Eier sehr wichtig», erklärt Anni Abderhalden. Sobald der Schnee weg ist, dürfen die Hühner auch wieder ins Freie. Dafür haben die Bio-Hühnerbauern eine Fläche von einer Hektare für die Tiere bereitgestellt. «Es ist Vorschrift, dass ein Huhn fünf Quadratmeter Weide haben muss», sagen die Hühnerbauern. Im Moment ist aber Hühnerlegen angesagt. Damit die Hennen die Eier nicht irgendwo hinunter plumpsen lassen, gibt es auf zwei Etagen Legenester. Wenn ein Huhn ein Ei gelegt hat, rollt dieses auf einer schrägen Ebene auf ein Eierband.

Eier zum Färben

Dort bleibt es bis am Morgen liegen. «Die Hühner haben einen eigenen Rhythmus. Sie legen nur Eier, wenn es hell ist», sagt Anni Abderhalden. Das erklärt auch, warum frühmorgens und im Winter im Hühnerstall das Licht brennt. Bei Dunkelheit, setzen sich die Hühner zum Schlafen auf die Stangen. Am Morgen ist eine Person ungefähr eine Stunde lang am Eierband beschäftigt. Dort werden die Eier kontrolliert und mit dem Spitz nach unten in die Eierschachteln gestellt, damit die Luftblase im Ei oben ist. «Wir sortieren die Eier nach Grösse, Sauberkeit und Schalenbeschaffenheit. Ein normales Ei wiegt ungefähr 52 bis 64 Gramm. Bei uns liegt der Durchschnitt bei 60 Gramm», erklärt Anni Abderhalden weiter.

Der nächste Schritt ist das Aufprägen des Legedatums. Je nach Abnehmer, ob Grossverteiler, Detaillist, Gastronomiebetrieb oder für den Privatverkauf, kommen die Eier in die verschiedenen Verpackungen. «Im Moment ist die Nachfrage riesig. Vor allem für weisse Eier – wegen dem Ostereierfärben.»

Das Wichtigste bei einem Ei sei die Qualität, erklärt Anni Abderhalden. Ihre Eier sind Bio-Suisse zertifiziert, haben das KAG-Freiland Label und die Regionalmarke Culinarium. «Unsere Hühner kommen von einem Biohof und wir verfüttern auch nur Bio-Leghennenfutter von einer kleinen Mühle», sagt Ernst Abderhalden.

Das Ei nimmt Gerüche an

Ein anderes Merkmal für gute Eier sei auch das Wohlbefinden der Hühner im Stall. Das heisst, die Hennen sollen stressfrei aufwachsen. Anni Abderhalden sagt: «Das Ei ist ein vollkommenes Produkt. Wo findet man ein Nahrungsmittel das bereits fertig verpackt und lange haltbar produziert wird?» Die Haltbarkeit der Eier beträgt sechs bis acht Wochen. Es müsse nicht einmal im Kühlschrank gelagert sein. «Die Kühlkette darf einfach nicht unterbrochen werden.» Denn die Eierschale hat einen Schutzfilm, der das Ei schützt und länger haltbar macht. Wenn das Ei schwitzt, werde dieser Schutzfilm zerstört. Es sei auch wichtig, dass die Eier geruchsfrei gelagert werden, weil die Schale porös ist und so Gerüche aufnimmt. Damit man das Aroma voll geniessen kann, sollte man ein Ei erst eine Woche nach dem Legedatum essen. Dass ein Ei frisch ist, zeigt sich, wenn der Eidotter beim aufgeschlagenen Ei auf dem Eiweiss schwimmt.

Die Abderhaldens essen gerne und regelmässig Eier. «Ein Ei ist vielseitig verwendbar und besitzt wichtige Vitamine, Mineralien und Aminosäuren. Die Aminosäuren sind die Grundbausteine des Eiweisses und wichtig für unsere Gesundheit und Fitness», sagt Ernst Abderhalden. Nach Ostern, wenn die Hauptproduktionszeit der Eier vorüber ist, haben auch die Hühner ausgedient. «Wir werden sie ersetzen müssen. Denn bald beginnen sie zu mausern und sie legen keine Eier mehr», erklärt der Hühnerbauer. Von einer Metzgerei werden die Tiere abgenommen und zu Geflügelprodukten verarbeitet. Christiana Sutter

Das Federkleid einer Henne bestimmt auch die Eierfarbe. (Bilder: Christiana Sutter)

Das Federkleid einer Henne bestimmt auch die Eierfarbe. (Bilder: Christiana Sutter)

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