Das Comeback des Kronprinzen

SCHWINGEN. Unspunnensieger Daniel Bösch wird beim Bündner Frühlingsschwingfest in Landquart nach einer elfmonatigen Verletzungspause in den Sägemehlring zurückkehren. Er zeigt sich zuversichtlich hinsichtlich seiner Rückkehr.

Urs Huwyler
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Kann Daniel Bösch bereits bei seinem ersten Einsatz nach der Verletzungspause über einen Sieg jubeln? (Bild: Ralph Ribi/Archiv)

Kann Daniel Bösch bereits bei seinem ersten Einsatz nach der Verletzungspause über einen Sieg jubeln? (Bild: Ralph Ribi/Archiv)

SCHWINGEN. Eidgenosse Daniel Bösch aus dem thurgauischen Sirnach bekommt derzeit immer wieder die Frage zu hören, wie der Formstand vor dem viel beachteten Comeback sei. Ende Mai 2013 hatte er sich im Training einen Kreuzbandriss zugezogen und musste am 28. Juni Forfait für das Eidgenössische geben. Trotz Physiotherapie und Muskelaufbau hielt das verletzte Knie den Belastungen nicht stand und eine Operation wurde unumgänglich. Er werde, «drohte» Bösch damals der Konkurrenz, mit voller Kraft ins Wintertraining starten und die Saison 2014 bestens vorbereitet in (An-)Griff nehmen.

Es fehlt der Vergleich

Am Sonntag ist es so weit. Wie steht es nun mit dem Formstand? «Ich weiss es nicht, habe keine Ahnung», pflegt der 26jährige Metzger und Lehrlingsausbildner zu antworten.

«Mir fehlt der Vergleich und die Wettkampferfahrung. Anderseits war das Niveau beim Auftakt am Rheintal-Oberländischen in Grabs nicht beängstigend», schiebt der manchmal eher schroff wirkende Böse, aber friedliche und umgängliche Unspunnensieger von 2011 nach. Mit der Erkenntnis, im Rheintal sei nicht in höheren Sphären geschwungen worden, steht der Nordostschweizer Kronprinz nicht alleine da.

Der Auftritt des königlichen Verbandskollegen Nöldi Forrer fiel ebenso wenig überzeugend aus wie die «Hoselupfete» der andern halbstarken Eidgenossen. Die Zwilchhosen-Ostschweiz kann einen gesunden Bösch brauchen.

Knie hielt Belastung stand

Im Training bei seinem Stammklub Wil und in Zusammenzügen hielt das Knie dank gezieltem Aufbautraining (Kraftraum/Schwingkeller), Therapie und individuellen Einheiten der Belastung stand. Einem erfolgreichen Wiedereinstieg sollte somit nichts im Weg stehen. Und mental? Lässt sich die Angst vor einer neuerlichen Verletzung verdrängen? «Ich bin bereit. Sonst würde ich nicht starten.» Klingt logisch, doch andere ehemalige Kreuzband-Geschädigte sprachen rückblickend davon, befreit hätten sie anfangs nicht schwingen können.

Zehn Kranzfeste

Daniel Bösch sieht das Comeback in Landquart als ersten Schritt zurück an die Spitze. Auf dem Terminplan stehen 2014 zehn Kranzfeste. Der Kilchberg-Schwinget soll zum Höhepunkt werden. «Ich habe die Szene während der Verletzungspause nicht besonders intensiv verfolgt.

Ich weiss auch so, dass es viele starke Schwinger gibt», ergänzt der Hoffnungsträger. Mit Nöldi Forrer zusammen soll er unter dem Kommando der Brüder Beat (Technischer Leiter NOS) und Jörg Abderhalden (Technischer Leiter Toggenburger Verband) die Spitze der bröckelnden NOS-Pyramide bilden.

Profitum ist kein Thema

Eines steht für den Co-Leader fest und er widerspricht all jenen, die im Schwingsport einen Trend zum Profitum erkennen wollen: «Selbst wenn ich Profi werden könnte, wäre es mir zu langweilig, mich nur auf den Sport konzentrieren zu müssen. Ich brauche die Abwechslung und die Herausforderung im Beruf», betont Daniel Bösch während der Mittagspause.

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