Das Aus für Egli: Edith Beeler neue Präsidentin von Wald

WALD. Fast schon symbolträchtig ist zwischen Gemeindehaus und «Spar» ein kleines Wirtschäftli eingerichtet. Dass gegen Jakob Egli, seit 2001 Gemeindepräsident von Wald, Edith Beeler als Gegenkandidatin angetreten ist, hat sehr viel mit dem «Spar» und dem Gemeindehaus zu tun.

Monika Egli
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Sofort nach Bekanntgabe des Wahlresultats steht der unterlegene Jakob Egli auf und gratuliert Edith Beeler. (Bild: eg)

Sofort nach Bekanntgabe des Wahlresultats steht der unterlegene Jakob Egli auf und gratuliert Edith Beeler. (Bild: eg)

WALD. Fast schon symbolträchtig ist zwischen Gemeindehaus und «Spar» ein kleines Wirtschäftli eingerichtet. Dass gegen Jakob Egli, seit 2001 Gemeindepräsident von Wald, Edith Beeler als Gegenkandidatin angetreten ist, hat sehr viel mit dem «Spar» und dem Gemeindehaus zu tun. Es geht um die Frage Neubau oder Sanierung; darob hat sich das Dorf gespalten. So war denn auch im Vorfeld des gestrigen Tages klar: Bei der Besetzung des Gemeindepräsidiums geht es nicht nur um «Köpfe», sondern auch um eine Richtungswahl.

Eglis Bauchgefühl

An einem Tisch sitzt die «Egli-», am anderen die «Beeler-Fraktion». Hinsichtlich Gemeindepräsidium ist noch nichts bekannt, andere Resultate liegen aber schon vor. So weiss man bereits, dass Beat Bouquet, einer der rührigsten Oppositionspolitiker von Wald, zum neuen Präsidenten der Geschäftsprüfungskommission (GPK) gewählt worden ist. «Wenn ich die bisher vorliegenden Resultate und die Stimmbeteiligung betrachte, gehe ich davon aus, dass Edith Beeler Gemeindepräsidentin wird», mutmasst Jakob Egli. Edith Beeler lässt sich auf keine Spekulationen ein: «Für mich ist es völlig offen, wer das Rennen macht.»

«Gewählt ist: Edith Beeler»

Und dann kommen die Zettel mit den Resultaten. Für einen Moment wird es sehr ruhig. Edith Beeler und Jakob Egli studieren die Ergebnisse mit ernstem Gesicht. Sie müssen wohl beide zuerst kurz verdauen, was sie da lesen: Bei einer Stimmbeteiligung von 66,9 Prozent und einem absoluten Mehr von 208 Stimmen entfallen 175 Stimmen auf Jakob Egli, 235 Stimmen auf Edith Beeler. «Zur neuen Gemeindepräsidentin gewählt ist: Edith Beeler.» Jakob Egli steht auf und gratuliert ihr.

Hier intensive, dort freie Zeit

«Ich bin überrascht vom deutlichen Resultat», sagt die frisch- gebackene Gemeindepräsidentin wenig später. Sie freue sich über die Wahl, sei sich aber auch der Verantwortung bewusst. Als nächstes stehen an: Einige Tage Ferien, die sie schon lange geplant habe. Sie wisse ja erst seit Anfang Januar, dass sie für das Amt kandidieren wollte. Ausschlaggebend war die Versammlung Anfang Jahr, an der es mit manch verbaler Entgleisung gehässig zu und her ging. Erst im Amt, wird Edith Beeler, wie schon im Vorfeld angekündigt, eine Finanzkommission auf die Beine stellen. «Das ist mir wichtig. Im Moment sind es ja nur zwei Personen, die über die Finanzen Bescheid wissen. Das ist nicht meine Arbeitsweise; ich will immer ersetzbar sein.» Edith Beeler war von 1996 bis 2004 Gemeinderätin von Wald, ab 1999 Gemeindevizepräsidentin. Sie könne abschätzen, was auf sie zukomme, aber es gebe trotzdem eine intensive Zeit der Einarbeitung.

«Das ist eine politische Niederlage, die ich akzeptiere», sagt Jakob Egli. Es sei wie im Sport: Ob deutlich oder knapp, verloren sei verloren. «Ich habe das Amt nicht gesucht, übe es jetzt aber seit 14 Jahren aus. Und ich werde mit Freude und Engagement bis zum letzten Tag Gemeindepräsident sein.» Das Volk, sagt er, habe ihm nun viel freie Zeit geschenkt – für die Familie, die Firma und den eigenen Rebberg.

Sofort nach Bekanntwerden der Resultate steht der unterlegene Jakob Egli auf und gratuliert Edith Beeler. (Bild: eg)

Sofort nach Bekanntwerden der Resultate steht der unterlegene Jakob Egli auf und gratuliert Edith Beeler. (Bild: eg)

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