Darum zahlen die SAK weniger
für Solarstrom

Die tiefen Vergütungen der St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke (SAK) für Solarstrom sorgen für Unmut. Das Unternehmen verteidigt seine Preispolitik. Eine Photovoltaikanlage kann dennoch rentabel sein.

Jesko Calderara
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Die Rücklieferpreise der SAK für Solarstrom sind vergleichsweise tief. (Bild: Urs Jaudas (St. Gallen, 25. Mai 2011))

Die Rücklieferpreise der SAK für Solarstrom sind vergleichsweise tief. (Bild: Urs Jaudas (St. Gallen, 25. Mai 2011))

Die Produktion von neuen erneuerbaren Energien soll in Appenzell Ausserrhoden bis 2025 annähernd verdoppelt werden. Dies sieht das Energiekonzept 2017-2025 vor. Das grösste Potenzial hat die Solarenergie. Besitzer von Photovoltaikanlagen haben zurzeit jedoch ein Problem: Sie erhalten für den überschüssigen Strom, der ins Netz eingespeist wird, relativ wenig Geld. In der Kritik stehen dabei die St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke (SAK). Ihr sogenannter Rücklieferpreis für einen Photovoltaik-Kunden liegt im Vergleich zu anderen Elektrizitätsgesellschaften eher im unteren Bereich.

Konkret bezahlt die SAK ab 1. Januar 2019 für Solarstrom einen Grundpreis von 5,26 Rappen pro Kilowattstunde. Das ist mehr als im laufenden Jahr. Darüber hinaus können sich die Betreiber von Solaranlagen den ökologischen Mehrwert vergüten lassen, indem sie die Herkunftsnachweise (HKN) auf der entsprechenden Börse anbieten. Ein solcher Nachweis ist ein Zertifikat, das die Produktionsart und Herkunft elektrischer Energie belegt. Insgesamt lassen sich auf diese Weise bei der SAK Rücklieferpreise von 7,26 Rappen bis 9,26 Rappen pro Kilowattstunden erzielen.

Tiefe Beschaffungskosten und Rücklieferpreise

Kalkuliert wird die Vergütung von überschüssigem Solarstrom auf Basis der aktuellen Gesetzgebung. Demnach sind der Bezug gleichwertiger Elektrizität bei Dritten und die Herstellkosten der eigenen Produktionsanlagen die entscheidenden Kriterien. Ein Vergleich der Eidgenössischen Elektrizitätskommission ElCom zeigt, dass die SAK ihre Kunden mit preiswerter Energie versorgt. «Weil die Beschaffungskosten deshalb tiefer liegen, sind unsere Rücklieferpreise nicht so hoch wie bei einigen Mitbewerbern», sagt Marc Lengg, Produktmanager in der SAK-Abteilung Energiedienstleistungen. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Mechanismen der Herkunftsnachweise. Seit 2016 hat dank eines neuen Produkts bei der SAK die Nachfrage nach Naturstrom stark zugenommen. Dadurch hätten sie grosse Mengen an HKN aus ihrem Versorgungsgebiet einkaufen können, sagt Lengg. «Durch dieses marktnahe Vergütungssystem können wir flexibel auf die Nachfrage unserer Kunden reagieren und gleichzeitig Produzenten in unserem Gebiet fördern.»

Zwischen den Energieversorgern gibt es bei der Vergütung von Solarstrom grosse Unterschiede. Lengg erklärt diese mit dem Einkaufsverhalten. Letztlich hingen die Preise davon ab, wie viel Energie zu welchen Kosten gekauft werden könne. «Besitzer von Solarstromanlagen profitieren als Energiebezüger von tiefen Preisen, die Erlöse für den produzierten Strom fallen hingegen niedriger aus.»

Die aktuelle Situation bei den erneuerbaren Energien macht jedoch den wirtschaftlichen Betrieb von Anlagen schwierig. Speziell ins Gewicht fällt dies bei Photovoltaikanlagen. Deren Herstellkosten würden die Marktpreise übertreffen, gibt Lengg zu bedenken. «Produzenten haben jedoch die Möglichkeit, durch einen höheren Eigenverbrauch die Wirtschaftlichkeit ihrer Solaranlage zu verbessern.» Eine Variante dazu ist die Gründung einer Gemeinschaft mit mehreren Stromverbrauchern. Den Effekt lasse sich in Kombination mit einer Wärmepumpe sogar noch verstärken, sagt Lengg.