Darlehen statt Geschenk

Für das 28-Mio.-Projekt der Stiftung Altersbetreuung Herisau soll die Gemeinde ein verzinsliches Darlehen gewähren. Der Gemeinderat hat noch nicht entschieden, zeigt sich aber offen.

Patrik Kobler
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Das Siegerprojekt «Im Park zu Hause» stammt von den Luzerner Architekten Huber Waser Mühlebach hwm GmbH. (Bild: pd)

Das Siegerprojekt «Im Park zu Hause» stammt von den Luzerner Architekten Huber Waser Mühlebach hwm GmbH. (Bild: pd)

HERISAU. Die Stiftung Altersbetreuung Herisau will auf dem Gelände Tanneck einen Ersatzbau für das renovationsbedürftige Haus Waldegg erstellen. 2013 hat sie einen Architekturwettbewerb durchgeführt; seit diesem August liegt nun das Vorprojekt vor. Der Ersatzbau wird direkt mit dem Haus Park verbunden sein und über 78 Pflegebetten verfügen. Auch Wohnungen für Demenzkranke sind geplant.

Die Kosten für das Neubauprojekt betragen rund 28 Millionen Franken. «Für unsere Stiftung bedeutet diese Investition eine echte Herausforderung: Eine solide Finanzierung ist oberstes Gebot», schreibt Stiftungsratspräsident Max Nadig in der Hauszeitung. Die Finanzierung setzt sich zusammen aus einem Gemeindebeitrag in Form eines verzinslichen, rückzahlbaren Darlehens, aus Hypothekarkrediten, aus eigenen Mitteln und aus Spenden. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, mindestens 2,5 Millionen Franken eigene Mittel zum Neubau beizusteuern. Davon sind 1,5 Millionen bereits vorhanden. Eine weitere Million soll mit kleinen und grossen Spenden realisiert werden.

Politik wird noch entscheiden

Ursprünglich hatte sich die Stiftung einen Gemeindebeitrag von fünf Millionen Franken erhofft. Das Geschenk bleibt allerdings aus. Stattdessen steht nun ein verzinsliches Darlehen von sechs Millionen Franken zur Debatte. Thomas Walliser Keel, Kommunikationsverantwortlicher der Gemeinde dazu: «Der Gemeinderat kann sich grundsätzlich vorstellen, der Stiftung Altersbetreuung ein verzinsliches Darlehen zu gewähren.» Nach der 1. Lesung vom 23. September wird der Gemeinderat voraussichtlich am 21. Oktober definitiv über den Antrag befinden und den Beschluss dem Einwohnerrat unterbreiten. Dieser könnte am 3. Dezember entscheiden.

Haus Waldegg umnutzen

Der Baubeginn ist für Sommer 2015 geplant, bei einer Bauzeit von zwei Jahren rechnen die Verantwortlichen mit der Eröffnung des Neubaus im Herbst 2017. Gemäss Max Nadig stellt sich der Stiftungsrat bereits jetzt Überlegungen zur Umnutzung des ausgedienten Hauses Waldegg an. Es soll nach Abschluss der Bauarbeiten wieder für ein Angebot im Alters- und Langzeitpflegebereich genutzt werden.

Im Zentrum der Überlegungen stehen zurzeit Pflegewohnungen, Wohnen mit Begleitung, Wohnen mit Services oder Alterswohnungen. Ob dazu eine Sanierung oder gar ein Neubau in Betracht gezogen werden muss, klärt eine dazu durchgeführte Machbarkeitsstudie in diesem Herbst.