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«Darf nicht mehr selber schiessen»

Nachgefragt

Drei Böllerschüsse künden traditionsgemäss den Beginn des alle fünf Jahre stattfindenden Urnäscher Kinderfests an. Seit Generationen obliegt diese Tätigkeit den Mitgliedern der Familie Biasotto. Aktuell ist Regierungsrat Dölf Biasotto oberster Böllerschütze in Urnäsch. Doch wegen strenger Vorschriften darf er die Knallkörper nicht mehr selber abfeuern.

Wie muss man sich den Böllerschuss-Verantwortlichen Dölf Biasotto am Kinderfestmorgen vorstellen – in historischer Uniform und mit Kanone?

Alles, was ich an diesem Morgen brauche, ist ein Gehörschutz. Die Böllerschüsse machen nämlich einen gehörigen Lärm!

Wie kamen Sie zu dieser Aufgabe?

Unser Baugeschäft, die Biasotto AG verwendete seit jeher Sprengstoff, um Felsen für Gräben und Aushube zu sprengen. Schon mein Vater und wohl auch mein Grossvater kannten sich mit Sprengstoff gut aus. Damals brauchte es dafür allerdings noch keinen speziellen Ausweis. Ich habe diese Aufgabe übernommen und verfüge auch vom Militär her über entsprechendes Know-how.

Also gibt es keine historische Kanone?

Nein. Früher hat man die Böller noch in Bodennähe gezündet. Das war erstens ziemlich gefährlich und zweitens nicht sehr effizient. Heute schiesst man sie aus einer speziellen Vorrichtung rund 100 Meter hoch in den Himmel, wo sie weit herum hörbar detonieren. Das braucht weniger Schwarzpulver und wirkt besser.

Zünden Sie höchstpersönlich die Lunte?

Leider darf ich das aus gesetzlichen Gründen nicht mehr. Ich verfüge zwar über den Schweizer Sprengausweis C, mit dem man unbeschränkte Mengen Sprengstoff zünden darf. Böller gelten aber nicht als Sprengstoff, sondern als «schweres Feuerwerk.» Um solches abfeuern zu dürfen, müsste ich zusätzlich einen dreitägigen Kurs absolvieren. Das lohnt sich nicht, wenn man es nur alle paar Jahre einmal braucht.

Wer schiesst denn nun die Böller ab?

Wir haben den Auftrag an eine spezialisierte Firma aus dem Kanton Luzern vergeben. Diese übernimmt die Verantwortung und ist auch für das Einholen der entsprechenden Bewilligungen zuständig.

Wie erfolgt die Zündung?

Diese erfolgt in drei elektronisch programmierten Intervallen. Der erste Schuss ertönt einen Moment nach dem letzten Glockenschlag der Kirche um sechs Uhr morgens.

Dölf Biasotto, Regierungsrat und oberster Böllerschütze von Urnäsch. Bild: PD

Dölf Biasotto, Regierungsrat und oberster Böllerschütze von Urnäsch. Bild: PD

Gibt es ein Notfallszenario, falls die Böller einmal nicht abgehen sollten?

Das ist bis jetzt noch nie vorgekommen. (lacht) Bei einer Fehlzündung müssten wir wohl auf die Böllerschüsse verzichten, da man vorschriftsmässig 15 Minuten warten muss, bevor man sich dem Sprengsatz nähern darf. Wir verfügen aber, mit dem Fahnenmasten auf dem Wisböhl, noch über ein zusätzliches optisches Signal. (ker)

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