Dank an Frau Holle und an Petrus

Lange hatte sich Frau Holle knausrig gezeigt, ehe sie ihre Decken doch noch ausschüttete und Wintersportler mit ausgiebigem Schneetreiben beglückte. Dazu sorgte Petrus (es sei ihm gedankt) mit kalter Luft dafür, dass die weisse Pracht richtig lange liegen blieb.

Mea Mc Ghee
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Bild: Mea Mc Ghee

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Lange hatte sich Frau Holle knausrig gezeigt, ehe sie ihre Decken doch noch ausschüttete und Wintersportler mit ausgiebigem Schneetreiben beglückte. Dazu sorgte Petrus (es sei ihm gedankt) mit kalter Luft dafür, dass die weisse Pracht richtig lange liegen blieb. War die vergangene Saison in mittleren Höhenlagen noch fast komplett ausgefallen, sind die Pisten hierzulande sogar im Frühlingsmonat März noch recht gut befahrbar. Mancherorts fanden Skirennen für gross und klein statt, was Erinnerungen an mehr oder weniger lange zurückliegende Wintersportereignisse weckt: Zum Beispiel hat manch kleiner Knirps diesen Winter gelernt, wie man auf zwei Brettern eine Pizza macht – so wird die Stemmbogenbremse im Fachjargon genannt. Die etwas Fortgeschritteneren schafften mittels Gewichtsverlagerung die ersten Kurven auf ihren Kürzest-Carving-Ski. Solche hätte mein Vater vor Jahren bei seinem ersten Versuch, Ski zu fahren, wohl gerne angeschnallt. Stattdessen hatte meine Mutter im Brockenhaus 2,10 Meter lange Latten erstanden, mit welchen der Wintersport-unerfahrene Schotte eine selbst getäppelte Piste zu bewältigen versuchte. Nach schnurgerader Schussfahrt legte sich mein Vater in den Schnee, rappelte sich mühsam auf und erklärte seine Skikarriere für alle Zeiten als beendet.

Besser machte es da sein Enkel, der diesen Winter beim ersten Skischulskirennen trotz eines Sturzes den vierten Rang belegte. In der Selbstverständlichkeit, wie sie Vierjährigen eigen ist, begab er sich bei der Medaillenvergabe schnurstracks aufs Podest und posierte strahlend für das Foto der stolzen Eltern. Seine Mutter erinnerte sich dabei an ihr erstes Skirennen, das sie als Erstklässlerin auf dem legendären Hohegg-Hang in Gais absolvierte. Fotos bezeugen die ausgefeilte Kurventechnik, und die breitbeinige Hocke lässt den Rückschluss auf hohes Tempo zu. Blöd nur, dass die gute Zeit zwei Torfehlern geschuldet war, worauf die Rennläuferin zig Strafsekunden kassierte und auf dem zweitletzten Rang landete. Doppelt blöd, dass es nur für die letzte einen Trostpreis gab!

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