Damit die Architektur weiterlebt

Auf Einladung der Ausserrhoder Denkmalpflege haben Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Trogen Bauwerke des Architekten Johannes Waldburger neu interpretiert. Eine Jury belohnt zwei Arbeiten mit einem Preis von je 250 Franken.

Michael Genova
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Die Jury zeichnet die Kantonsschüler Lukas Meili und Sina Germann für ihre Arbeiten aus. (Bild: mge)

Die Jury zeichnet die Kantonsschüler Lukas Meili und Sina Germann für ihre Arbeiten aus. (Bild: mge)

TROGEN. Der 1984 verstorbene Architekt Johannes Waldburger prägte mit seinen Bauten die Architektur des 20. Jahrhunderts im Appenzellerland. «Er hat es geschafft, das historische Appenzellerhaus neu zu interpretieren», sagte Denkmalpfleger Fredi Altherr am Mittwochabend an der Kantonsschule Trogen. Im vergangenen Jahr hatte die Denkmalpflege Kantonsschüler zu einem Wettbewerb eingeladen. Ihr Ziel war es, das Interesse junger Menschen für die lokale Architektur zu wecken.

Waldburger neu interpretiert

Die Kantonsschüler erhielten die Aufgabe, ein Gebäude von Johannes Waldburger in künstlerisch-gestalterischer Form zu porträtieren. Insgesamt acht Schülerinnen und Schüler reichten sieben Arbeiten ein, die in der Aula der Kanti ausgestellt wurden. «Wir waren überrascht über die Vielfalt der eingereichten Werke», sagte Architektin und Jurymitglied Rahel Lämmler, die den Wettbewerb organisierte. Für ihre künstlerischen Neuinterpretationen erstellten die Schüler Modelle, Zeichnungen oder Collagen. So entstand ein neuer Zugang zu Waldburgers über 60 Gebäuden, die über den ganzen Kanton verteilt sind: zum Beispiel das Kinderheim Wiesen in Herisau, das Schulhaus Friedberg in Wolfhalden oder das alte Berggasthaus auf der Schwägalp, das schon bald abgebrochen wird.

Preise für zwei Kantischüler

Die Jury, bestehend aus Rahel Lämmler, Fredi Altherr und Lehrerin Nina Trüssel, belohnte zwei der sieben Arbeiten mit einem Preis von je 250 Franken. Schülerin Sina Germann zeichnete das Kinderheim Wiesen und nutzte dafür die Zentangle-Technik, bei der sich wiederholende, abstrakte Muster zum Einsatz kommen. Mit viel Liebe zum Detail sei es der Autorin gelungen, das Bauwerk in den zeitgenössischen Kontext zu setzen, lobte die Jury. Das zweite prämierte Werk stammt von Lukas Meili, der sich den Arbeiterhäusern im Strahlholz bei Gais fotografisch näherte. Der Schüler fügte aus Fassadenelementen und Texturen eine Collage zusammen. Dazu die Jury: «Das Nebeneinander von Abstraktion und Präzision erzeugt eine Spannung.» Die weiteren Teilnehmer erhielten als Dank ein Eintrittsticket für das Theaterstück Checkpoint Säntis. Und zum Abschluss gab es für alle einen Händedruck von Bildungsdirektor Alfred Stricker höchstpersönlich.

www.johanneswaldburger.ch

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