DAMALS: Wieder eine Toggenburger Präsidentin

Das "Toggenburger Tagblatt" veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?
Milli Wittenwiler (rechts) gratuliert der neuen Präsidentin Anni Abderhalden zur Wahl. (Bild: PD)

Milli Wittenwiler (rechts) gratuliert der neuen Präsidentin Anni Abderhalden zur Wahl. (Bild: PD)

Vor 100 Jahren

9. Februar: Wattwil. Soeben geht von St. Gallen der Bericht ein, dass die Gemeinde Wattwil gegenüber dem Jahr 1917 zu einem Mehranbau mit Kartoffeln von 20 ha Boden verpflichtet worden ist, mit anderen Worten es sind zu den bisherigen, im landw. Betrieben bebauten rund 10 ha mindestens weitere 20 ha, also im ganzen rund 30 ha mit Kartoffeln zu bebauen. Besitzer von Luxuspferden haben für ihren eigenen Bedarf an Haber oder andern Futtermitteln durch eigenen Anbau aufzukommen, soweit sie nicht die Unmöglichkeit, dies zu tun, nachweisen. Das gleiche gilt auch für Pferde in gewerblichen Betrieben, denen eigenes oder gepachtetes Land zur Verfügung steht oder dienstbar gemacht werden kann. Sport- und Spielplätze, Ziergärten, private Anlagen müssen in geeigneter Weise für den Anbau, insbesondere für Kartoffeln und Gemüse hergerichtet werden.

13. Februar: Wattwil. Am 2. Februar reichten zirka 80 Arbeiter der Firma J. Schwegler, Maschinenfabrik kollektiv ihre Kündigung ein. So verliessen nun sämtliche Arbeiter plötzlich ihre Arbeit und erklärten den Streik. Es soll sich um Differenzen handeln, die sich mehr um die Macht- als um die Lohnfrage drehen. Bis heute ist es zu keinen Zwischenfällen gekommen.

Vor 50 Jahren

9. Februar: Ebnat-Kappel. In Ebnat-Kappel brach in einem Einfamilienhaus ein Brand aus. Der betagte Mann, der sich zur Zeit des Brandausbruches allein im Hause befand und schon seit dem Vormittag einen Gasofen in Betrieb hatte, vernahm kurz nach 14 Uhr einen heftigen Knall im Ofen, worauf dieser Stichflammen von sich gab und sogleich in Vollbrand stand. Telefonisch herbeigerufene Helfer versuchten, den Ofenbrand mit Schaumlöschern zu entdecken, was ihnen jedoch nicht gelang. In der Folge schleppten sie den brennenden Ofen ins Freie und vergruben ihn vor der Haustüre in den Schnee. Als sie glaubten, das Missgeschick behoben zu haben, bemerkten sie plötzlich, dass Rauch aus dem Dache drückte und sich im Estrich ein Brand entfacht hatte. Der kurz nach 15 Uhr alarmierten Feuerwehr gelang es schliesslich den Brand, der sich inzwischen auf den ganzen Dachstock ausgebreitet hatte, unter Kontrolle zu bringen. Die Ursache des Ofenbrandes ist auf eine mangelhafte Dichtung zwischen der Butagasflasche und dem Ofen zurückzuführen, wobei Gas ausströmte und sich entzündete. Der eigentliche Hausbrand wurde indessen ausgelöst, als der brennende Ofen vor dem Hauseingang vergraben wurde. Durch unglückliche Umstände wurde dabei der Schindelschirm des Hauses entzündet, wobei sich das Feuer in der Hauswand unbemerkt in die Höhe ausbreitete und im Dachstuhl ausbrach.

Vor 20 Jahren

11. Februar: Ebnat-Kappel. Wenn möglich soll das neue Schulhaus Kappel in der Gill mit Holz aus dem Schulwald geheizt werden, so haben es die Schulbürger im März 1996 entschieden. Ihr Wille ist umgesetzt, die Heizung läuft. Das Schulhaus und die Turnhalle werden durch die Holzschnitzelanlage geheizt, die Kapazität reicht aber auch für einen allfälligen Erweiterungsbau und einen Kindergarten. Die Feuerung verfügt über eine Kesselleistung von 240 Kilowatt. Auch das Warmwasser wird hier erzeugt. Die Schulgemeinde kauft das Holz bei ihrem eigenen Betrieb Wald und Alpen, wenn es nicht reicht, dann bei den Ortsgemeinden Kappel und Ebnat oder der Allmeindkorporation.

12. Februar: Alt St. Johann. Die Sendung «Hopp de Bäse» wird live aus dem Restaurant Schäfli in übertragen. Moderator Kurt Zurfluh wird sich ausnahmsweise auf das einheimische Schaffen konzentrieren. Dies, da «das Toggenburg eine derart grosse Auswahl an hervorragenden Volksmusikanten bietet», wie Fernsehen DRS mitteilt. Mitwirken werden unter unter anderen das Ländlertrio Willi Valotti aus Neu St. Johann, die Familienkapelle Grob aus Bächli, das Schwyzerörgeli-Duo Ernst und Christian, sowie der Jodelklub Nesslau-Neu St. Johann.

12. Februar: Wattwil. Wieder eine Toggenburger Präsidentin. Die Bäuerinnen des Kantons St. Gallen trafen sich an der Hauptversammlung des Bäuerinnenverbandes. Anni Abderhalden aus Alt St. Johann wurde für Nationalrätin Milli Wittenwiler, Wattwil zur neuen Präsidentin des Bäuerinnenverbandes des Kantons St. Gallen gewählt.

Vor 10 Jahren

8. Februar: Wiesen.In der Besetzung Hanspeter Loser (Steuermann), Wilfried Meier und Roger Meile haben die Horn(renn)schlittler des SC Hulftegg beim Europacup in Unterammergau Rang zwei herausgefahren.

9. Februar: Toggenburg. Tierarzt Werner Scherrer steckt mitten in den Kontrollen zur Bekämpfung der Tierseuche BVD, von der besonders Rinder und davon hauptsächlich Jungtiere betroffen sind. Seit gut 20 Jahren ist BVD – Bovine Virus Diarrhoe – zu Deutsch «unheilbarer Rinderdurchfall» –die erste Tierseuche, die wieder ausgerottet werden soll. Deshalb finden die Kontrollen flächendeckend in der ganzen Schweiz statt. Im Kanton St. Gallen werden in zwei Phasen alle Rinder kontrolliert. Zur Kontrolle wird den Tieren eine kleine, grüne Ohrenmarke durchs Ohr gestanzt. Dabei bleibt in einem Metallstift ein Stückchen Haut zurück, das im Labor untersucht wird. Die Nummer der grünen Ohrenmarke wird mit der Nummer der Tierverkehrsdatenbank (TVD – gelbe Ohrenmarken) abgeglichen, damit die Probe dem Tier zugewiesen werden kann. Meldet das Labor dem Tierarzt einen positiven Fall, können Nachkontrollen durchgeführt werden. Die Kontrollen kosten die Rindviehhalter pro Grossvieheinheit 30 Franken.

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