Daheim, in der Brauerei

NEU ST. JOHANN. Seit Januar ist Christine Meyer Geschäftsleiterin der Brauerei St.Johann AG. Für ihren Arbeitsplatz ist sie ins Toggenburg heimgekehrt. Sie will zeigen, dass die Brauerei mehr ist als «nur» ein Ort der Bierherstellung.

Olivia Hug
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Die Geschäftsleiterin der Brauerei St. Johann AG ist Feuer und Flamme für ihre Aufgabe. (Bild: Olivia Hug)

Die Geschäftsleiterin der Brauerei St. Johann AG ist Feuer und Flamme für ihre Aufgabe. (Bild: Olivia Hug)

Christine Meyer gerät ins Schwärmen. Von ihrem Arbeitsplatz, vom Team, vom Ambiente. Und natürlich vom Bier: von den verschiedenen Sorten des «St. Johann», von seiner Originalität. Die Geschäftsleiterin der Brauerei St.Johann AG ist Feuer und Flamme für ihre Aufgabe. Sie scheint angekommen in der Heimat, in der sie seit neun Jahren nicht mehr gelebt hat. Trotz ihres Strahlens, ihrer Begeisterung, des Leuchtens in ihren blauen Augen ist die Tourismusfachfrau Christine Meyer kein Springinsfeld oder eine übermotivierte Werberin für das Unternehmen Brauerei St. Johann AG. Sie ist Fachfrau. Überlegt, wägt jedes Wort ab, setzt sich Ziele, wie sie in einem Handbuch stehen könnten, spricht selten von sich, immer von Wir. Das Rüstzeug dazu hat sie sich in der Ausbildung zur Tourismusfachfrau in Samedan geholt. Mit ihrem Titel könnte sie sich in grossen Tourismusdestinationen einbringen. Entschieden hat sie sich für Neu St. Johann, wo sie aufgewachsen ist.

Bier neu entdeckt

Christine Meyer war nie eine Biertrinkerin. Als ihr Vater André Meyer mit Tobias Kobelt und Philipp Grob vor zweieinhalb Jahren die Brauerei St.Johann AG eröffnete, lebte sie in Bühler, arbeitete in Teufen als Eventorganisatorin für Firmenanlässe und befasste sich wenig mit dem Gerstensaft. Das hat sich geändert, als sich die 30-Jährige im Oktober in der Brauerei einzuarbeiten begann. «Ich hätte nie gedacht, dass Bierbrauen eine solche Wissenschaft ist», sagt sie. Sie zeigt sich beeindruckt vom Handwerk des Brauers Maximilian Lechner, der einen Monat vor ihr seine Arbeit in Neu St.Johann aufgenommen hat. «Verstehen werde ich wohl nie alles», sagt die Geschäftsleiterin lachend, die vor zehn Jahren die Kanti Wattwil mit Schwerpunkt Biologie und Chemie abschloss. Sie trinke zwar heute nicht häufiger Bier als früher, «dafür vielfältiger». Ihre Aufgabe ist es nicht, das Bierbrauen zu verstehen, sondern die Geschäftsfelder Brauerei, Bar und Anlässe anzukurbeln. «Die Leute sollen wissen, dass man bei uns zum Feierabendbier kommen kann.» Und das täten sie. «Wir sind zu dem Treffpunkt geworden, der wir sein wollen», sagt Christine Meyer. Wenn abends viel los ist in der Bar, die Gäste kaum mehr Platz zum Sitzen finden, steht sie selber hinter den Tresen.

Jede Art von Fest

Die Schliessung des Restaurants vor bald einem Jahr scheint eine gute Entscheidung gewesen zu sein. Der Fokus liegt nun auf der Anlassplanung. Christine Meyer, die genau diese Erfahrung mitbringt, sieht Potenzial: «Wir haben so viele schöne Räumlichkeiten, die für Events genutzt werden können.» Alles könne hier gefeiert oder abgehalten werden, von Vereinsversammlungen über Geburtstage, Hochzeiten bis hin zu Firmenapéros oder Teamevents. Das spricht sich nicht von heute auf morgen im Tal herum. Die Geschäftsleiterin, die sich in ihrer Freizeit beim Kajakfahren erholt, hat aber Lust, etwas anzureissen: «Ich bin nicht hierher gekommen, um Däumchen zu drehen.»

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