Dächer und deren Solarpotenzial

Dachflächen sind oftmals ungenutzte Grössen, die sich energetisch anzapfen liessen. Eine neue Karte im Geoportal zeigt ab sofort auf, welches Solarpotenzial sich auf den Dächern befindet. Verantwortlich dafür zeichnet das Amt für Umwelt.

Roger Fuchs
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ausserrhoden. Seit der Japan-Katastrophe werden überall fossile Brennstoffe in Frage gestellt. Nicht erst seit diesem Unglück, wie Olivier Brenner vom Ausserrhoder Amt für Umwelt sagt, sondern bereits im letzten November sei mit einer Solarpotenzial-Analyse begonnen worden. Jetzt liegt das Resultat vor: Eine zweidimensionale Karte zeigt die Eignung aller Dachflächen bezüglich Sonnenenergie und beziffert die dazugehörenden Einstrahlungsdaten sowie die möglichen Energieerträge. Der Kataster ist online unter «geoportal.ch» zugänglich.

Grundlage der Untersuchung bildeten gemäss Projektleiter Brenner die im Kanton verfügbaren flächendeckenden 3-D-Daten hinsichtlich Topographie, Liegenschaften und natürlicher Begebenheiten wie Wälder.

Argumente statt Intuition

Insgesamt wurden im Kanton Appenzell Ausserrhoden 180 000 Dachflächen unter die Lupe genommen. Olivier Brenner ist überzeugt, dass viele Hausbesitzer zwar intuitiv wüssten, aus welcher Himmelsrichtung der grösste Sonnenertrag bestünde – nämlich aus Süden – nicht alle wüssten jedoch, ob das eigene Dach auch für Sonnenenergie geeignet sei oder wie stark schattenspendende Bäume den Ertrag mindern würden. Jetzt liegen diese Erkenntnisse erstmals vor. «16,8 Prozent aller Schrägdächer sowie 4,8 Prozent aller Flachdächer sind für eine photovoltaische Nutzung geeignet, 27,2 Prozent respektive 10,1 Prozent für eine thermische Nutzung», fasst Brenner die Fakten zusammen, welche gleichzeitig auch die im kantonalen Energiekonzept genannten Annahmen bestätigen und aufzeigen, dass die bestehenden Dachflächen einen erheblichen Beitrag an die Wärme- oder Stromversorgung leisten könnten. Im Kataster selbst ist das Solarpotenzial der Dächer in vier Stufen unterteilt und reicht von «sehr gut geeignet» bis «nicht geeignet».

Verstärkte Anwendung erhofft

Olivier Brenner verschweigt nicht, dass man sich mit dem Vorliegen des neuen Katasters ein verstärktes Interesse sowie eine verstärkte Anwendung der Technologien erwartet. Seitens des Kantons gibt es für die Liegenschaftsbesitzer auch Unterstützungsbeiträge: Bei Solaranlagen für die thermische Nutzung liegt der Grundbetrag bei 1000 Franken pro Anlage. Darüber hinaus gibt es 100 Franken für jeden Quadratmeter thermischer Kollektoren. Als Standardanlage für ein Einfamilienhaus spricht Olivier Brenner von 5 m². Damit könne etwa 50 Prozent des Warmwasserenergiebedarfs gedeckt werden.

Solaranlagen für photovoltaische Nutzung (Strom) werden mit 1500 Franken pro Kilowatt Peak unterstützt, maximal gibt es 7500 Franken.

Für Gemeinden nützlich

Olivier Brenner ist überzeugt, dass der vorliegende Kataster auch Nebennutzungen nach sich zieht. Gemeinden könnten den Kataster in ihre Energiekonzepte einfliessen lassen. Auch diene dieser als Entscheidungsgrundlage bei Nutzungsabwägungen. Was die Karte hingegen nicht ersetze, so Brenner abschliessend, sei die fachmännische Planung als nächsten Schritt auf dem Weg hin zu einer eigenen Solaranlage.

Der Solarkataster AR ist unter www.geoportal.ch zu finden: Auf «Darstellen» klicken, dann auf «Karten» und abschliessend auf «Ver- und Entsorgung».

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