«Da wäre ich gerne dabei gewesen»

Der «Bären» Gonten schreibt Geschichte(n): Achilles Weishaupt hat Namen, Ereignisse und Erkenntnisse seit über 400 Jahren in einem Buch zusammengetragen. Am Freitag gaben der Autor und Landammann Roland Inauen Einblicke in Werk und Zeiten.

Lukas Pfiffner
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...und der Autor Achilles Weishaupt. (Bilder: pf)

...und der Autor Achilles Weishaupt. (Bilder: pf)

GONTEN. Es sei ein geschichtsträchtiger Abend, sagte Gastgeber Raphaël Brunner. Er führt mit seinem Bruder Daniel seit einem halben Jahr den «Bären». Gegen 30 Personen aus dem Umfeld des jetzigen und des ehemaliges Betriebes, Politiker und Anwohner hielten sich am Freitag zur Vernissage der «Kleinen <Bären>-Geschichte» im oberen Stock des Gebäudes auf. «Liebe <Bären>-Freunde: Ohne Gonten kein Innerrhoden, und der <Bären> war mit dabei!» So begann Autor Achilles Weishaupt seine Ausführungen. Der Historiker ergänzte augenzwinkernd, ein bisschen prahlen dürfe man.

Die Geschichte des «Bären» ist mit derjenigen Gontens eng verknüpft. Das damalige Wirtshaus fand 1751 erstmals Erwähnung, wissenschaftliche Gutachten kommen aber zum Schluss, dass der Bau um das Jahr 1600 erfolgt ist. Weishaupt ging auf einige Kapitel des Büchleins ein. Die Quellenlage sei freilich schwierig gewesen, vor allem, was die Anfangszeit betreffe.

Der regierende Landammann Roland Inauen, Präsident des Historischen Vereins Appenzell, gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass der «Bären» im Frühling wieder eröffnet worden sei und auf neue Art aufblühe. «Er war und ist mehr als ein Wirtsbetrieb: ein Vorzeigehaus, ein Schmuckstück, das weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt ist.» Inauen gab Einblicke in frühere Zeiten. Er brachte das Wirtshaus in Zusammenhang mit Gonten als Wallfahrtsort, stellte den «Bären» auch als gesellschaftlichen, politischen und musikalischen Begegnungsort vor. So sei im Lokal der erste Phonograph der Region in Betrieb gewesen. «Da wäre ich gerne dabei gewesen, als diese Musik ab Konserve abgespielt wurde.» Der Restaurantbetrieb alleine habe wirtschaftlich nicht ausgereicht. Über lange oder kurze Zeit gingen im «Bären» auch Schuhe, Brot, Fleisch, Grabschmuck und Stickereien über die Theke. Auch eine Schmiede war eingerichtet – und in den Dreissigerjahren ein Kino.

Die «kleine Bären-Geschichte»&hellip;

Die «kleine Bären-Geschichte»…