CUP: Wohl ohne Folgeschäden

Keck und kämpferisch tritt der SC Herisau gegen den Erstligisten Dübendorf an. Dieser bietet allerdings wenig an und verdient sich mit einem 6:0 den diskussionslosen Einzug in die nächste Cuprunde.

Lukas Pfiffner
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Die Herisauer Jerrit Peter, Mario Noser und Michell Speranzino (von links) wehren sich gegen den Zürcher Stürmer Andreas Bührer. (Bild: PD)

Die Herisauer Jerrit Peter, Mario Noser und Michell Speranzino (von links) wehren sich gegen den Zürcher Stürmer Andreas Bührer. (Bild: PD)

Lukas Pfiffner

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Was trotz der sechs Tore Unterschied in Erinnerung bleibt: Das Duo Widmer/Timo Koller vergibt eine Doppelchance auf den Ausgleich, den aussichtsreichen Gegenzug der Dübendorfer stoppt der eifrig zurückgelaufene Timo Koller mit einem eindrücklichen Check gegen Zumbühl in der mittleren Zone. Nicht nur in dieser 18. Minute verdienten sich die unterklassigen Herisauer Szenenapplaus. Und dass das Cupspiel trotz der Überlegenheit der Zürcher einen attraktiven und rassigen Verlauf nahm, darf auch als Kompliment an den Zweitligisten Herisau verstanden werden. 326 Zuschauer bildeten einen schönen Rahmen. Zu diesem passte, dass mit Lars Nater ein Einheimischer als Linienrichter tätig war.

Herisaus Torhüter Klingler hielt, was zu halten war – und vor allem im ersten Drittel noch mehr. So rettete er in der 5. und 12. Minute mit eindrücklichen Paraden gegen Puntus respektive Stoob. Die beste Phase besassen die Ausserrhoder zu Beginn, als sie sich in der Defensive mehrheitlich schadlos hielten und nach vorne ebenfalls manche Vorsätze auf dem Eis verwirklichen konnten. Für eine Überraschung oder wenigsten eine gewisse Nervosität beim Gegner hätte ein günstigerer Verlauf des Startdrittels sorgen können. Herisau steckte auch nach dem dritten Gegentor kurz vor Spielmitte nicht auf und leistete Widerstand, näherte sich aber den Gästen nie an.

Eine späte Premiere

Die Herisauer werden es bedauern, dass ihnen das Ehrentor nicht gelang. Auch in der 2.-Liga-Meisterschaft ist ihre Chancenauswertung nicht besonders gut; nur spielt es dort oftmals keine Rolle. Nahe an einem Treffer standen etwa Speranzino (Nachstochern in der 16. Minute) und Captain Roman Popp (30., mit einem Einzelvorstoss).

Der SC Herisau beendet am Samstag mit dem Meisterschaftsspiel gegen Dielsdorf-Niederhasli das Eishockeyjahr 2016. Der souveräne Tabellenführer der 2.-Liga-Gruppe 2 hat die erste Saisonniederlage in einem Ernstkampf zu verkraften. Sein Auftritt war aber von der achtbaren Art, so dass Folgeschäden unwahrscheinlich sind.

Darüber, dass der Erfolg der Zürcher verdient war, konnte es keine Zweifel geben. Der Oberklassige schaltete schnell von der Defensive in die Offensive um, zeigte sich in der neutralen Zone stilsicher und bot Herisau wenig an. Zwar fehlten beim Gast mit Ken Künzli und Dennis Barts die führenden Skorer der 1.-Liga-Gruppe 1 (38 respektive 36 Punkte). Trotzdem war vorgestern bald offensichtlich: Dübendorf ging die Aufgabe sehr seriös und konzentriert an, wirkte gefestigt und hielt die Chance aufrecht, erneut für nationales Aufsehen zu sorgen. Vor 15 Monaten hat der EHC Dübendorf den HC Davos mit einem 5:4 nach Verlängerung aus dem Schweizer Cup eliminiert. Bevor die Amateurvereine wieder auf ein «grosses Los» und entsprechende Einnahmen im Herbst 2017 hoffen können, haben sie aber eine weitere Regionalvorrunde zu überstehen.

Fokus liegt nun auf der Meisterschaft

Der SC Herisau kann sich nun auf die Meisterschaft konzentrieren. Am Samstag um 20 Uhr ist der fünftplazierte EV Dielsdorf-Niederhasli im Sportzentrum zu Gast.

Herisau – Dübendorf 0:6 (0:2, 0:2, 0:2)

Sportzentrum. – 326 Zuschauer. – Sr. Gundel, Nater/Torti.

Tore: 7. Puntus (S. Widmer) 0:1. 15. Bührer (S. Widmer, Puntus, Ausschluss M. Popp) 0:2. 26. Röthlisberger (Zumbühl, Wüst) 0:3. 32. Wüst (Zumbühl) 0:4. 50. Stoob (Ausschluss Peter und Strafe angezeigt) 0:5. 58. Celio (Zumbühl) 0:6.

Herisau: Klingler; Homberger, M. Koller; Rutishauser, Olbrecht; Peter, Noser; Studerus, Bleiker; T. Koller, Y. Widmer, Heinrich; Jeitziner, Pace, Grau; R. Popp, Rotzinger, Speranzino; Hausammann, M. Popp, Biefer.

Dübendorf: Guggisberg; Reichart, S. Seiler; Sägesser, Altena; Röthlisberger, Stettler; Blasbalg, R. Seiler, Stoob; Puntus, S. Widmer, Bührer; Wüst, Celio, Zumbühl; Breiter, Kreis, Lupart.

Strafen: Herisau 7mal 2 Minuten, Dübendorf 4mal 2 Minuten.