Cup-Aus für Bühlerinnen

Nach dem Sieg gegen den FC St. Gallen empfingen die Bühlerinnen gestern im Cup-Achtelfinal einen weiteren NLA-Club. Vor der Rekordkulisse von 410 Zuschauern hatten sie gegen Yverdon Féminin das Nachsehen. Die Entscheidung fiel allerdings erst in der 83. Minute.

Patrik Kobler
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Höhepunkt der Partie: In der 23. Minute erzielte Seline Fiechter (Nummer 8) mit einem Kopfball den Ausgleichstreffer zum 1:1. (Bild: mc)

Höhepunkt der Partie: In der 23. Minute erzielte Seline Fiechter (Nummer 8) mit einem Kopfball den Ausgleichstreffer zum 1:1. (Bild: mc)

FUSSBALL. Zwar hatten sie die Partie soeben mit 1:2 verloren. Dennoch durften sich die Bühlerinnen nach Spielschluss von den 410 Zuschauern (Stadionrekord!) auf der heimischen Göbismühle feiern lassen. Sie hatten sich gegen das NLA-Team Yverdon Féminin tapfer geschlagen und das Spielgeschehen lange Zeit offen gehalten. Dabei startete die Partie aus Sicht der Appenzellerinnen denkbar ungünstig. Die Gäste waren gleich mit dem ersten Angriff erfolgreich. Torschützin war ihre auffälligste Spielerin an diesem Nachmittag, Audrey Wuichet. Wer nun aber einen Sturmlauf der NLA-Vertreterinnen gegen die Erstligistinnen erwartete, sah sich getäuscht. Bühler besass in der ersten Halbzeit sogar etwas mehr Spielanteile. Und so war der Ausgleich in der 23. Minute durch Seline Fiechter hochverdient. Sie konnte nach einer Standardsituation den Ball per Kopf im Tor versenken. Sowieso waren es weniger herausgespielte Situationen, mit denen die beiden Teams für Torgefahr sorgten, als vielmehr die Standardsituationen. Wenn die Westschweizerinnen zum Eckball antraten, herrschte praktisch jedesmal Alarmstufe Rot im Bühlerer Strafraum. Dennoch fielen bis zur Pause keine Tore mehr.

Robuste Westschweizerinnen

Kurz nach Wiederanpfiff ein Ausrufezeichen des Heimteams: Selina Ramelli setzte den Ball an den Pfosten und deutete damit an, dass die Appenzellerinnen die Partie gewinnen könnten. Während sich der FC St. Gallen vor gut einem Monat in der 2. Hauptrunde kaum gegen die drohende Niederlage wehrte, waren die körperlich robusten Westschweizerinnen gestern aus anderm Holz geschnitzt. In kurzer Folge holten sie sich drei gelbe Karten. Tatsächlich gelang es ihnen, mit ihrer Zweikampfstärke die Bühlerinnen zurückzudrängen. Diese verzeichneten in der zweiten Hälfte kaum mehr gute Torchancen. Die Westschweizerinnen hingegen kamen einige Male gut zum Abschluss. FCB-Keeperin Rebecca Johnson glänzte jedoch ein ums andere Mal. In der 83. Minute war sie allerdings chancenlos. Ein Abwehrfehler ermöglichte es den Gästen, Andry Wuichet in Abschlussposition zu bringen. Diese erzielte mit einem flachen Schuss in die linke Ecke den siegbringenden zweiten Treffer.

«Vollgas gegeben»

FCB-Trainer Aykut Sakarya war nach Spielschluss zwar enttäuscht, aber auch stolz auf sein Team. «Wir haben eine gute Leistung gezeigt», sagte er. Die Mannschaft habe Vollgas gegeben und Leidenschaft bewiesen. Das Durchschnittsalter der Startelf betrug 22 Jahre. Das zeige, so Sakarya, dass viel Potenzial vorhanden sei. Pechvogel des Spiels war Ronja Mock, die in einem Zweikampf den Finger ausrenkte und ausgewechselt werden musste. Am kommenden Sonntag bestreiten die Bühlerinnen die letzte Partie vor der Winterpause. Sie empfangen zu Hause Lugano.

FC Bühler – Yverdon 1:2 (1:1) Göbismühle. – 410 Zuschauer (Stadionrekord!). – Sr. Rexha, Dalpiaz/Suter Tore: 4. Wuichet 0:1. 23. Fiechter 1:1. 83. Wuichet 1:2. Bühler: Johnson; K. Mösli (81. Quarella , B. Mösli, Wüst, Mock (65. Drittenbass); Kessler (86. Ehrbar), Ruckstuhl, Sonderer, Ramelli; Fiechter, Schläpfer. Yverdon: Chassot; Duclos, Miocevic (78. Bodenmann), Riat, Hurni; Imrak (78. Müller), Mallaun, Gillioz, Paijovic; Jordao (89. Tamburini), Wuichet. Verwarnungen: 48. Wuichet, 58. Jordao, 63. Pajovic, 65. Fiechter (alle Foulspiel).