Coronavirus: Kurzarbeit für Mitarbeitende auf Abruf, Entschädigung für Selbständige

Der Bundesrat hat die Voraussetzungen für Kurzarbeitsentschädigung und den Erwerbsersatz weiter angepasst. Der Kanton Appenzell Innerrhoden will Härtefälle verhindern.

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(pd/lim) Neu haben auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Abruf, deren Beschäftigungsgrad starken Schwankungen unterliegt, Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung, sofern sie seit mehr als sechs Monaten in dem Unternehmen arbeiten, das Kurzarbeit anmeldet. Eine Entschädigung erhalten neu auch die Selbständigerwerbenden, die «nur» indirekt von den behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie betroffen sind.

Angestellte auf Abruf

Der Kreis der Anspruchsberechtigten für Kurzarbeitsentschädigung wurde auf Angestellte auf Abruf ausgeweitet. Bisher hatten diese, wenn der Beschäftigungsgrad um mehr als 20% schwankte, keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung. Jetzt können sie in die Anträge ein-bezogen werden, sofern sie während mindestens sechs Monaten im gleichen Unternehmen ge-arbeitet haben. Dadurch soll verhindert werden, dass vielen Arbeitnehmenden, die Arbeit auf Abruf leisten, gekündigt wird. Die Betriebe können ihre Arbeitsverhältnisse auf Abruf weiterführen.

Unternehmen, die bereits die Bewilligung zur Kurzarbeit erhalten haben, müssen kein neues Gesuch beim Arbeitsamt einreichen, schreibt der Kanton Innerrhoden in einer Medienmitteilung. Sie können die zusätzlich Anspruchsberechtigten direkt bei der Arbeitslosenkasse mit dem Antrag auf Auszahlung melden: www.ai.ch/kurzarbeit.

Härtefälle verhindern

Durch die behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus sind zahlreiche Selbständigerwerbende mit Erwerbseinbussen konfrontiert, obwohl ihre Erwerbstätigkeit nicht verboten ist. «Die bisher beschlossenen Massnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Bekämpfung des Coronavirus enthalten für sie keinen Ausgleich, was zu existenziellen Schwierigkeiten führen kann», heisst es in der Mitteilung weiter.

Um Härtefälle zu vermeiden, weitet der Bundesrat nun den Corona-Erwerbsersatz auf Selbständigerwerbende aus, die nicht direkt von Betriebsschliessungen oder vom Veranstaltungsverbot betroffen sind. Voraussetzung ist, dass ihr AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen höher ist als 10'000 Franken, 90'000 Franken jedoch nicht übersteigt.

Die Entschädigung ist, wie die bereits bestehende Corona-Erwerbsausfallentschädigung, auf 196 Franken pro Tag, also auf 5'880 Franken pro Monat begrenzt. Der Anspruch entsteht rückwirkend ab dem ersten Tag des Erwerbseinbruchs, frühestens ab dem 17. März 2020, und endet nach zwei Monaten, spätestens aber mit der Aufhebung der Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Anträge können bei der Ausgleichskasse eingereicht werden: www.akai.ch.

Um möglichst viele Arbeitsplätze im Kanton zu erhalten, bestehen im Kanton Appenzell Innerrhoden weitere Unterstützungsmöglichkeiten. Aus dem Wirtschaftsförderungsfonds können beispielsweise zinslose Darlehen für Härtefälle ausgerichtet werden. Anträge sind direkt beim Amt für Wirtschaft einzureichen: www.ai.ch/wirtschaft.

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