Coronavirus
2123 durchgeführte Tests, sechs davon positiv: So stark wird das Testcenter in Herisau genutzt

Die Nachfrage nach der Testmöglichkeit im Alten Zeughaus ist gross, wie aktuelle Zahlen zeigen. Weil der Schnelltest seit Anfang Woche selber bezahlt werden muss, rechnen die Betreiber nun aber mit einem Rückgang an Testwilligen.

Jesko Calderara
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Im Alten Zeughaus in Herisau lässt sich ein durchmischtes Publikum testen.

Im Alten Zeughaus in Herisau lässt sich ein durchmischtes Publikum testen.

Bild: PD

Seit drei Wochen können sich die Herisauerinnen und Herisauer im Eingangsbereich des Alten Zeughauses testen lassen. Initiiert hat dieses private Testcenter der Gastronom Stefan Kull. Der Inhaber der Amadeus Bar wollte damit verhindern, dass die Nachtschwärmer aufgrund fehlender Testmöglichkeiten nach St.Gallen oder Gossau in den Ausgang gehen. Eine erste Bilanz zeigt: Das Angebot stösst auf reges Interesse. So wurden bis anhin rund 2123 Antigen-Schnelltests durchgeführt, wie der Medienverantwortliche der MedTechSwiss, Timothy von Landskron, sagt.

Das Unternehmen betreibt nebst den Testcentern in Gossau oder an der Olma auch jenes in Herisau. Das medizinische Personal wiederum stellt die Apotheke Dr. Stoffel aus Rapperswil.

Bis zu 350 Tests an einem Tag

Hoch ist die Nachfrage in der Hinterländer Gemeinde insbesondere an Freitagen und Samstagen mit jeweils bis zu 350 Tests, an Donnerstagen sind es etwa 150. Bis anhin hat lediglich die Polipraxis an der Gossauerstrasse den für das Covid-Zertifikat notwendigen Test abgenommen – dies allerdings nur während der Bürozeiten. «Viele sind dankbar über eine zusätzliche Alternative», sagt von Landskron. Abgesehen davon, sei die zentrale Örtlichkeit ideal. Im Gegensatz zu Städten, wo vor allem Jüngere zum Testen erscheinen, sei das Publikum in Herisau älter und durchmischter. Gemäss von Landskron sind auch Familien mit Kindern darunter.

Während der ersten Betriebswochen wurden sechs Personen positiv getestet. Die Betroffenen mussten zur Überprüfung dieses Ergebnisses vor Ort einen PCR-Test machen und sich anschliessend nach Hause in Isolation begeben.

Preis für den Schnelltest sinkt

Für jene, welche eine gültige Krankenkassenkarte vorweisen konnten, waren die Tests bis anhin schweizweit gratis. Der Bund übernahm die Kosten dafür und vergütete den Anbietern 47.85 Franken. Damit ist nun aber Schluss. Um den Druck auf Ungeimpfte zu erhöhen, wurde diese Regelung angepasst. Wer sich testen lässt, muss dies künftig selber berappen. Eine Ausnahme gibt es für Schwangere sowie für Geimpfte, welche nach dem ersten Piks noch kein Zertifikat haben. Für sie bleibt das Testen bis zur zweiten Impfung gratis. Alle übrigen Personen bezahlen im Testcenter Herisau neu 32 Franken. Von Landskron erwartet, dass dadurch die Nachfrage zurückgehen wird. Günstiger könne man den Schnelltest nicht anbieten. «Wir sind keine Profiteure der Coronakrise, Dumpingpreise liegen dennoch nicht drin.» Er verweist in diesem Zusammenhang auf den hohen Logistik- und Personalaufwand. So sind pro Schicht drei bis fünf Mitarbeitende im Alten Zeughaus tätig. Dabei handelt es sich um Fachfrauen und -männer Gesundheit oder medizinische Praxisassistentinnen.

Schwierige Rekrutierung von Fachpersonal

Vorläufig nichts ändern wird sich bei den Öffnungszeiten. Zwar hätte die MedTechSwiss diese gerne ausgeweitet, um auch in der ersten Wochenhälfte ein Testangebot in Herisau zu ermöglichen. Allerdings sei es zurzeit schwierig, das dafür notwendige Fachpersonal zu rekrutieren, sagt von Landskron. Als Grund dafür nennt er die steigende Zahl an Testcentern. Seit Anfang Oktober gibt es am Montag und Mittwoch im Alten Zeughaus nun aber doch eine entsprechende Möglichkeit. In die Bresche gesprungen ist die Hirlsanden-Klinik, welche auch in Heiden Covid-Tests vornimmt.

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