COronapandemie

Grosse Nachfrage in Ausserrhoden: Am ersten Tag wurden bereits 1300 Termine in Impfzentren vergeben

Seit Dienstagmittag kann sich die Ausserrhoder Bevölkerung für einen Impftermin registrieren. Bis Mittwochvormittag haben dies 650 Personen gemacht. Vor dem eigentlichen Impfstart am 19. Januar werden am Montag 200 Mitarbeitende des Gesundheitswesens geimpft.

Mea McGhee
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Mit wenigen Mausklicks zur Impfung: Die Anmeldung für Termine in den kantonalen Impfzentren verläuft am Starttag gut.

Mit wenigen Mausklicks zur Impfung: Die Anmeldung für Termine in den kantonalen Impfzentren verläuft am Starttag gut.

Bild: Laurent Gillieron / Keystone

650 Personen aus Appenzell Ausserrhoden haben sich bis Mittwochmorgen um 9 Uhr für einen Impftermin in einem der zwei Impfzentren des Kantons angemeldet. «Die meisten Registrierungen wurden über das Internet getätigt», sagt Marc Rüdin, Chef Kantonaler Führungsstab. Befürchtungen, das System könnte wegen Überlastung zusammenbrechen, seien nicht eingetreten, ist Rüdin erfreut. Dies führt er zurück auf die umfangreichen internen Systemtests, die im Vorfeld getätigt wurden.

Pro Senectute hilft beim Anmelden

Marc Rüdin, Chef Kantonaler Führungsstab AR

Marc Rüdin, Chef Kantonaler Führungsstab AR

Bild: PD

4200 Personen über 75 Jahre können sich in Ausserrhoden in einer ersten Phase ab dem 19. Januar gegen Covid-19 impfen lassen. Sie gehören wie Hochrisikopatienten zur ersten Gruppe, welche den Impfstoff erhält. Geimpft wird aber nur, wer sich angemeldet hat. Hierzu steht ein Onlineformular zur Verfügung. Auch über die kantonale Hotline (071 353 67 97) oder via Hausarzt sind Registrierungen möglich. Hilfe bietet zudem die Pro Senectute (071 353 50 39).

Handy für die Registrierung nötig

Sabrina Steiger Geschäftsleiterin Pro Senectute AR

Sabrina Steiger Geschäftsleiterin Pro Senectute AR

Bild: PD

Nicht alle Seniorinnen und Senioren verfügen über einen Internetzugang sowie ein Mobiltelefon. Doch Letzteres ist für die Registrierung nötig, da der Termin darauf übermittelt wird. «Wir helfen bei Bedarf mit unseren eigenen Handys aus», sagt Sabrina Steiger. Sie ist Geschäftsleiterin der Pro Senectute Appenzell Ausserrhoden. Diese unterstützt ältere Menschen bei der Registrierung für die Impfung oder meldet die Impfwilligen sogar an. «Unsere Sozialarbeiter, die mit den Klienten in Kontakt sind, sprechen das Thema auch aktiv an», sagt Steiger. Als kleine Schwierigkeit nennen die Mitarbeitenden von Pro Senectute die zwanzigstellige Nummer der Versicherungskarte, die im Formular eingegeben werden muss.

Im Vorfeld des Impfstarts hat Sabrina Steiger mit Klienten gespürt, dass die Impfung mit Spannung erwartet wird. Viele hätten gedacht, sie könnten sich beim Hausarzt impfen lassen. Für jene Seniorinnen und Senioren, die ungeübt seien im Umgang mit Computer und Handy, könne die Registrierung eine Hürde sein. Steiger sagt: «Wir wollen sie unterstützen, damit alle, die sich impfen lassen wollen, auch zu einer Impfung kommen.» Dem Kanton windet sie ein Kränzchen:

«Alles ist gut aufgegleist.»

Unkompliziertes Verfahren

Auch erste Rückmeldungen aus dem Kreis der Impfwilligen sind positiv. Ein Leserbriefschreiber lobt explizit das unkomplizierte Anmeldeverfahren, das der Kanton aufgegleist hat. Innert fünf Minuten hätten er und seine Frau die jeweils zwei nötigen Impftermine erhalten.

Auch wenn in der ersten Phase nur Personen ab 75 Jahren sowie Hochrisikopatienten geimpft werden, können sich auch andere Impfwillige registrieren. Die Impfdosen werden gemäss Impfplan des Bundes verimpft. Sobald Impfmittel für weitere Personen zur Verfügung stehen, erhalten die Registrierten per SMS einen Termin, erklärt Marc Rüdin.

Gesundheitspersonal wird geimpft

Bevor am 19. Januar der Impfbetrieb in den Testzentren in Herisau und Heiden offiziell startet, gibt es am Montag einen Vorlauf. Marc Rüdin erklärt: «Es werden gemäss Zielkatalog des Bundes je 100 Mitarbeitende aus dem Spitalverbund sowie aus Alters- und Pflegeheimen geimpft, die direkten Kontakt mit Coronapatienten und Risikopersonen haben oder zu den Hochrisikopatienten gehören.» Im Spital seien dies Mitarbeitende aus den Akutstationen, den Intensivstationen, dem Notfall und der Rettung. Bei den Heimen Mitarbeitende der Pflege.

Gemäss dem Chef des Kantonalen Führungsstabes werden die Hausarztpraxen nächste Woche mit den ersten Dosen des Moderna-Impfstoffes beliefert. Damit könnten von den Ärzten ausgewählte Hochrisikopatienten demnächst geimpft werden. In erster Linie sollen die Leute aber bei den sehr gut vorbereiteten Impfzentren vorbeigehen.