Coronapandemie
Erstimpfungen verzögern sich wegen Lieferengpässen: Ausserrhoden passt Impfprogramm grundsätzlich an

Auch der zweite zugelassene Impfstoff Moderna kann nicht im angekündigten Umfang an die Kantone geliefert werden. Deshalb stellt Appenzell Ausserrhoden sein Impfprogramm gänzlich um. Er richtet den Impfplan neu nicht nach den Zusagen, sondern nach den tatsächlich gelieferten Impfdosen aus. Die nächsten Erstimpfungen finden wohl Mitte März statt.

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Auch beim Impfstoff Moderna kommt es zu Lieferengpässen.

Auch beim Impfstoff Moderna kommt es zu Lieferengpässen.

Bild: Key

Das Impfprogramm von Ausserrhoden war aufgebaut auf der vom Bund schriftlich und mündlich zugesagten Anzahl Impfdosen gegen Covid-19. Diese Lieferungen können nun aber nicht in der zugesagten Menge und teilweise auch nicht zum angekündigten Zeitpunkt erfolgen. Das teilte die Kantonskanzlei am Freitag mit.

Angekündigt und bis Donnerstag bestätigt waren bis Ende Februar 6850 Dosen der beiden zugelassenen Impfstoffe. Geliefert werden können voraussichtlich aber nur 3000, heisst es in der Mitteilung. Ein Grossteil dieser Impfdosen sind für die Zweitimpfungen reserviert.

Grund für die Verspätung sind Produktions- und Lieferengpässe bei den jeweiligen Herstellern der zwei zugelassenen Impfstoffe. Deshalb passt der Kantonale Führungsstab (KFS) das Impfprogramm erneut an. Termine für eine Erstimpfung ab kommenden Montag, 1. Februar, müssen verschoben werden. Personen, die einen Termin für eine Erstimpfung nach diesem Datum haben, werden per SMS, E-Mail oder Telefon kontaktiert, sobald genügend Impfstoff vorhanden ist und somit ein neuer Impftermin angeboten werden kann. Sie müssen nichts von sich aus unternehmen.

Zweitimpfungen in den Alters- und Pflegeheimen abgeschlossen

Für Personen der höchsten Risikogruppe, die schon eine erste Impfung erhalten haben, ist die zweite Impfung garantiert. So wurden diese Woche die rund 750 Zweitimpfungen in den Alters- und Pflegeheimen des Kantons weitestgehend abgeschlossen.

Der KFS passt in Folge der gemachten Erfahrungen das Impfprogramm für Ausserrhoden an. Das Impfprogramm wird künftig nicht mehr auf den vermeintlich verlässlichen Lieferzusagen von Impfstoff-Herstellern und Bund aufgebaut, sondern auf den tatsächlich vorhandenen Impfstoffen. Impftermine werden künftig dann vergeben, wenn die Impfstoffe verfügbar sind.

Die nächsten Erstimpfungen wohl Mitte März

«Der Kanton, der bereit wäre, in kurzer Zeit zahlreiche Impfungen durchzuführen, bedauert diesen Systemwechsel sehr, weil er zu Enttäuschungen bei der impfwilligen Bevölkerung führt», heisst es in der Mitteilung.

Dennoch sei der KFS guter Hoffnung, dass die nächsten Erstimpfungen Mitte März verabreicht werden können. Trotz Verzögerungen bei der Impfstofflieferung sind alle Ausserrhoderinnen und Ausserrhoder aufgerufen, sich online über ar.impfung-covid.ch zur Impfung zu registrieren – und sich in Geduld zu üben, bis sie einen Impftermin erhalten. (red/kk)